Hallo ihr Lieben,

 

beim letzen Mal habe ich mit euch geteilt, wie ich zum Fliegen gekommen bin. Heute möchte ich euch erklären, wie so ein typischer Flugmonat eigentlich aussieht und wie die Außenwelt – Passanten aber auch meine Freunde und Familie – auf diesen speziellen Beruf reagieren.

 

Ich habe von einem Heiratsantrag eines Obdachlosen, über Small Talk mit älteren Damen bis hin zu einem Schulbus voller Kinder, die mich die ganze Busfahrt über beobachten, alles erlebt – ausschließlich Positives. Meine Umwelt bittet mal nach Wechselgeld, dann nach einem Hinweis für den richtigen Weg und begegnet mir mit Vertrauen und Neugier. Die Uniform gibt Sicherheit.

 

Wenn ich dann aber in zivil die Menschen ebenso freundlich und lächelnd begrüße, ernte ich mal ein unsicheres Lächeln, mal einen irritierten Gesichtsausdruck. „Was läuft denn mit der nicht rund?“ fragen ihre Augen bevor sie sich schnell abwenden. Es ist interessant zu wissen, wie unterschiedlich man wahrgenommen wird und ebenso, wie unterschiedlich man sich verhalten muss.

 

Auch meine Familie geht positiv mit meiner Berufswahl um und steht hinter mir. Obgleich mein Vater sich sofort für mich freute, musste meine Mutter sich nach anfänglicher Skepsis und Sorge erst dafür erwärmen. Heute sieht sie, wie glücklich ich bin, und ich denke, sie würde am liebsten auch in die Uniform schlüpfen und abheben ;)

 

Als meine Eltern mich das erste Mal kurz vor einem Flug gesehen haben, ließen sie sich nicht davon abhalten dieses Bild von mir zu schießen ;)

Als meine Eltern mich das erste Mal kurz vor einem Flug gesehen haben, ließen sie sich nicht davon abhalten dieses Bild von mir zu schießen ;)

Tja, und wie sehe ich mich? Ich bin immer noch die Gleiche – nur entspannter und freier. Das liegt zum Teil daran, dass ich endlich mache, was mir Spaß macht, zum anderen aber auch an der neu gewonnenen Freizeit. Hier ist z.B. mein Einsatzplan vom Juni.

 

Einsatzplan Juni

Einsatzplan Juni

Die Pläne können wir uns übrigens zum größten Teil selbst gestalten. So kann man sich auch wichtige Termine oder Wochenenden frei halten, an denen man unbedingt zu Hause sein möchte. Man hat sogar die Möglichkeit, mit Kollegen, die man liebgewonnen hat, einen Partnerrequest zu setzen und noch einmal gemeinsam als Crewmitglieder auf einen Flug zu gehen.

 

Hört sich alles gut an, oder? Es gibt aber durchaus auch Bereiche, die ich unterschätzt habe. Wie zum Beispiel die Pflege meines sozialen Netzwerkes. „Meld dich, wenn du mal in Deutschland bist.“  Oder: „Du bist ja immer unterwegs.“ Das sind alles Sätze, die ich schon gehört habe. Dabei habe ich noch nie so viel Zeit zu Hause verbracht wie jetzt. Manchmal bin ich eine Woche am Stück daheim – während alle anderen auf der Arbeit sind.

 

Ich habe dieses Jahr ein Fernstudium begonnen und komme nicht in die Verlegenheit mich zu langweilen :)

Ich habe dieses Jahr ein Fernstudium begonnen und komme nicht in die Verlegenheit, mich zu langweilen :)

Man hat also viel Freizeit, kann diese aber teilweise nicht mit seinen Lieben nutzen. Und dann kommt auch schon der nächste Flug und man verschwindet wieder von der Bildfläche. Wie also damit umgehen? Die Lösung ist: Ich ergreife die Initiative!

 

Sobald ich wieder in der Stadt und erholt bin, melde ich mich und treffe Verabredungen. Zu Beginn musste ich mich erst daran gewöhnen, dass kaum jemand angerufen hat und die Kontaktaufnahme meist von mir ausging. Aber das hat sich alles schnell eingependelt und heute komme ich gut damit zurecht. Und auch meine Freunde. Sie verstehen sogar, dass man nach einem Flug manchmal zu müde für ein Treffen ist und einfach sein Grundbedürfnis nach Schlaf befriedigen möchte. Dafür bin ich dann ausgeruht und fit, und meine Freunde und ich verbringen schöne Momente – klar, dass ich dann auch von meinen Erlebnissen auf meinen Flügen erzähle, die immer schon mit Spannung erwartet werden …

 

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68 Kommentare

  1. Hallo liebes Flugbegleiterteam,

    auch ich interessiere mich seit Längerem für die Tätigkeit als Flugbegleiterin. Was mich bisher davon abgehalten hat: Ich habe verschiedene Lebensmittelunverträglichkeiten. Ich komme perfekt damit zurecht, auch beim Essengehen findet sich immer eine Lösung für mich, auch im Ausland. Aber ich befürchte, dass Lebensmitelunverträglichkeiten von flugmedizinischer Seite ein Ausschlusskriterium sein könnten. Ist das so?

    Viele Grüße nach FRA von Sandra

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  2. Hallo Lena, ich bin 27 Jahre alt und interessiere mich schon seit Jahren als Flugbegleiterin( mein Traumjob ), trotz meine Schwerhörigkeit, die Frage ist: Ist es erlaubt als Schwerhörigkeit als Flugbegleiterin zu arbeiten? Ich arbeite im Moment als Pflegehelferin in eine Altersheim.

    Würde mich auf eine Antwort freuen.

    LG Esra

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