Hey zusammen!

Mein Name ist Roman, ich bin seit 2017 bei Lufthansa und studiere dual Luftverkehrsmanagement und absolviere die Ausbildung zum Luftverkehrskaufmann. Neben den administrativen Abteilungen gehören zu Ausbildung und Studium auch die operativen Einsätze. Dadurch können wir uns einen Blick auf alle Facetten des Unternehmensalltags verschaffen. Nachdem wir in den letzten Sommerferien bereits das „Lufthansa-Gesicht“ für unsere Passagiere am Boden waren und eine erlebnisreiche und spannende Zeit an Check-in und Gate verbrachten, stand nun der Einsatz in einem Bereich an, der den Passagieren zum größten Teil verborgen bleibt: auf dem Vorfeld des Frankfurter Flughafens.

Eine einwöchige Schulung mit einem erfahrenen Trainer brachte uns auf einen Wissensstand, mit dem wir ansatzweise das „Fachchinesich“ der Operations Agents verstehen konnten, die wir während des Einsatzes bei ihrer Arbeit begleiteten. Man hat zwar von vielen Prozessen bereits einmal gehört, die ablaufen, nachdem ein gelandetes Flugzeug seine Parkposition erreicht (in der Fliegersprache: „on blocks“). Das Tempo und die Routine, mit der jeder der beteiligten Mitarbeiter seine Rolle einnimmt, waren dennoch beeindruckend. Bei der Abfertigung eines A380 kann es die Zahl der beteiligten Mitarbeiter für kurze Zeit durchaus mit der einer mittelständischen Firma aufnehmen: die Flugzeugkabine muss gereinigt, das Flugzeug betankt, Gepäck und Fracht aus- und wieder eingeladen, Essen und Trinken für den nächsten Flug bereitgestellt, während des Fluges verwendetes Wasser muss ab-, Frischwasser aufgefüllt werden und schließlich muss das Flugzeug auch wieder Richtung Startbahn geschleppt werden. Nur wenn all diese Prozesse perfekt ineinandergreifen, kann der nächste Flug pünktlich abheben. Am Hub Frankfurt wiederholt sich das bei über 500 täglichen Abflügen.

Der Operations Agent, der sämtliche dieser Vorgänge koordiniert und kontrolliert, ist vor allem in den sogenannten „Knoten“, wenn also beispielsweise am Vormittag viele Nordamerika-Flüge zu einer ähnlichen Zeit abheben, und vor dem Nachtflugverbot gefragt. Da in Frankfurt der letzte Flug des Tages im Regelfall nicht später als 23 Uhr starten darf, geht es abends um jede Minute, um zu verhindern, dass mehrere hundert Passagiere erst am nächsten Tag fliegen können und die Nacht in Hotelzimmern verbringen müssen. Außerdem ist er für die Einhaltung aller Sicherheitsvorschriften verantwortlich. Nur Gepäck, dessen Passagier auch an Bord ist, darf in das Flugzeug eingeladen werden. Sollte es einmal eine große Gruppe von Umsteigepassagieren nicht rechtzeitig zum Gate schaffen, ihr Gepäck aber schon, kann das zu stressigen Momenten im Leben eines Operations Agents führen. Darüber hinaus muss die Flugzeugladung sicher verzurrt und an der richtigen Stelle verladen werden, damit das Flugzeug während des Fluges nicht aus dem Gleichgewicht („Trim“) fällt.

Ein weiteres Highlight war das Innere eines Frachtflugzeuges, in unserem Fall einer MD-11F mit dem markanten dritten Triebwerk, zu sehen. Viele Güter wie Autos oder Maschinenteile können aufgrund ihrer Dimensionen nicht im unteren Laderaum eines Flugzeugs („Belly“), sondern nur dort transportiert werden, wo sonst die Passagiere sitzen („Main Deck“). Ein sehr interessanter Einblick und was alles von Lufthansa Cargo in den Frachtflugzeugen transportiert wird, sprengt jegliche Vorstellungskraft!

Insgesamt hat der Einsatz „auf der Rampe“ uns viele spannende Eindrücke gebracht und jetzt, wo wir wieder für drei Monate unsere Zeit in den Hörsälen der Uni verbringen und zusätzlich für unsere IHK-Abschlussprüfung lernen, wird der eine oder andere sich sicherlich ein paar Stunden auf dem Vorfeld zurückwünschen. Oder wie es unser Betreuer dort formulierte: „Wer einmal Kerosin eingeatmet hat, ist süchtig!“

Wenn du genauso fasziniert von der Luftfahrt bist wie wir, dann bewirb dich! Aktuell läuft wieder eine Bewerbungsphase für das duale Studium. Weitere Informationen unter www.be-lufthansa.com/lvk.

Bis bald,

Euer Roman