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Hallo! Ich bin Alexander Hockert, 19 Jahre alt, Technik Student bei Lufthansa Technik und studiere Angewandte Physik an der Hochschule RheinMain in Rüsselsheim.

Meinen ersten Tag als „Lufthanseat“ hatte ich vor ungefähr einem Jahr, und seitdem ist eine Menge passiert. Ich habe neue Kollegen getroffen, meine ersten Praxiseinsätze im Unternehmen absolviert und erfolgreich zwei Semester studiert. Im März diesen Jahres konnte ich dazu meine akademische Karriere noch mit einer Aufnahme in die Studienstiftung des deutschen Volkes beflügeln. Aber eines nach dem anderen…

 

Ich bin in Rees am Niederrhein aufgewachsen und schon seit ich denken kann bin ich von Luft- und Raumfahrt fasziniert. Schon als kleiner Junge wollte ich nur bei der „Lufttanza“ arbeiten.  Um erste Erfahrungen zu sammeln und das Unternehmen kennen zu lernen habe ich 2018 ein dreiwöchiges Ferienpraktikum in Hamburg gemacht. Ich habe mich für ein duales Studium beworben und mich riesig gefreut, als ich im Juli 2019 nach meinem zweitägigen Assessment-Center in Hamburg den bestätigenden Anruf bekam. Ich wurde für den Studiengang „B. Sc. Angewandte Physik“ in das Technik Student-Programm aufgenommen. Dieses Programm fasst seit 2002 alle dualen Studenten der Lufthansa Technik zusammen. Hier bekommen meine Kollegen und ich neben dem Studium in Form von Praxiseinsätzen spannende Einblicke in das Unternehmen und lernen viele Arbeitsabläufe rund um die Wartung von Flugzeugen kennen. Dabei stehen uns vom Begrüßungstag an bis hin zum Hochschulabschluss Betreuer: innen zur Verfügung.

 

Und genau so lief mein erstes Studienjahr auch ab. Nach meiner Begrüßungswoche habe ich in einem zehnwöchigen Praktikum in der Lehrwerkstatt, gemeinsam mit meinen drei Kommilitonen und den Auszubildenden der Lufthansa Technik, Grundfertigkeiten wie Feilen, Bohren, Nieten und die Grundlagen des Flugzeugbaus erworben und dabei eine Menge Spaß gehabt. Alle neuen Fertigkeiten wurden zunächst von unseren Ausbildern vorgeführt und durch kleine Theorieeinheiten unterfüttert. Mein persönliches Highlight war unsere sogenannte „Werfteinweisung“, bei der wir aus erster Hand alle Systeme eines modernen Verkehrsflugzeuges theoretisch behandelten und schließlich selbst am Trainingsflieger in Betrieb nehmen durften. Dieses Fachwissen aus dem ersten Praktikum half mir im zweiten Praxiseinsatz besonders weiter, denn hier ging es in den echten Wartungsbetrieb: Ich durfte direkt bei der Wartung von Lufthansa-Frachtflugzeugen mithelfen und bekam Einblicke in die Systeme der Boeing 777F und der McDonnell-Douglas MD-11F.

Ein Highlight war die Einweisung am Trainingsflieger.

Ein Highlight war die Einweisung am Trainingsflieger.

Neben diesen praktischen Erfahrungen studierte ich meine ersten beiden Semester, leider in digitaler Form, an der Hochschule RheinMain in Rüsselsheim. Hier standen im ersten Semester Grundlagenkurse in Mathematik, Physik und Chemie, aber auch sehr praktische Veranstaltungen wie „Technisches Zeichnen“, „Methodisches Konstruieren“ und „Fertigungstechnik“ auf dem Stundenplan. Diese wurden im zweiten Semester durch theoretische Inhalte wie Vektoranalysis, Differentialgleichungen und Elektromagnetismus, aber auch durch praktische anwendbare Kurse wie Elektronik, „Mechanische Bauelemente“ oder Informatik ergänzt. Mir gefällt mein Studiengang besonders gut, da er theoretische und zu erforschende Inhalten mit Kursen zur Berufspraxis eines Ingenieurs oder einer Ingenieurin verbindet. So kann ich mich etwa ab dem vierten Semester in Laboren zu Strahlenschutz, Laseroptik oder der Herstellung von Mikrochips beteiligen. Gleichzeitig  lerne ich aber auch, technische Zeichnungen zu lesen, selbst kleine Geräte zu konstruieren und mich in technischen Systemen zurecht zu finden. Diese akademische Ausbildung in Physik und Ingenieurswesen, kombiniert mit Einblicken in die Luftfahrttechnik, ist für mich ein wahrer Volltreffer.

Die Kombination von Formeln und Praxis: Das macht mein duales Studium aus.

Die Kombination von Formeln und Praxis: Das macht mein duales Studium aus.

Eine weitere große Chance bekam ich im Frühjahr diesen Jahres, als mich auf Empfehlung meines damaligen Schulleiters des Gymnasiums Aspel die „Studienstiftung des deutschen Volkes“ zu ihrem Auswahlverfahren einlud.

Bei der „Studienstiftung des deutschen Volkes“ handelt es sich um das größte Studentenförderungswerk der Bundesrepublik, welches es sich nach eigener Angabe zum Ziel gemacht hat, „junge Menschen mit hoher wissenschaftlicher oder künstlerischer Begabung“ beim Studium zu unterstützen, und Sie gleichzeitig zu ermutigen, über gesellschaftliche Prozesse und Phänomene nachzudenken, zu diskutieren und mögliche Ideen gemeinsam umzusetzen. Dabei stehen Werte wie Chancengleichheit, Toleranz und Demokratie im Vordergrund. Die Stiftung fördert ca. 1 % der deutschen Studentinnen und Studenten.

Ich konnte mit meinem Vortrag zum Thema „Eine kritische Auseinandersetzung mit kommerzieller Raumfahrt“ und in Einzelgesprächen mit Akademikern aus Berlin und Oxford überzeugen und wurde als Stipendiat in die Studienstiftung aufgenommen. Damit eröffnete sich mir eine Welt an neuen Möglichkeiten. Um den Austausch zwischen Studierenden aller Fachrichtungen zu ermutigen, werden unter Stipendiaten regelmäßig Diskussionsrunden, Kollegs, Vorträge, aber auch „Feierabende“ in lockerem Ambiente veranstaltet. Als Stipendiat erhalte ich Unterstützung und Beratung zu meiner akademischen Laufbahn, Auslandsaufenthalten und sonstigen Anliegen sowie den Kontakt zu Gleichgesinnten. All diese Veranstaltungen sind freiwillig und lassen sich somit wie gewünscht in den Studienplan einpassen. In den ersten Monaten meines Stipendiums hat mir besonders der Austausch mit anderen Physikern, sowie Juristen, Historikern, Medizinern und vielen mehr, Freude bereitet und ich blicke gespannt auf die kommende Zeit, in der hoffentlich wieder Treffen und Konferenzen in Präsenz möglich sein werden.

Ich habe in meinem ersten Studienjahr bei der Lufthansa Technik viel erreicht und kann stolz auf meine Leistungen sein. Ich freue mich jetzt auf meine nächsten Praxiseinsätze in den Werkstätten und Engineering-Abteilungen, sowie die nächsten Semester an der Hochschule. In beiden Umgebungen erwarten mich neue Herausforderungen und interessante Einblicke.  Darüber hinaus kann ich durch mein Stipendium neue Kontakte zu Gleichgesinnten außerhalb meiner Hochschule und des Unternehmens knüpfen, von ihren Erfahrungen profitieren und mich selbst einbringen.

Ich arbeite weiter an meinem Traum, als „angewandter Physiker“ in der Luftfahrttechnik zu arbeiten und meinen Teil zu einer modernen und faszinierenden Industrie beizutragen. Und dabei habe ich mit der Lufthansa Technik einen starken Partner an meiner Seite.

Arbeitet an euren Träumen – vielleicht heben auch sie bald ab.

 

 
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