Hallo zusammen,

die letzte Blogwoche in diesem Lehrjahr steht an und ich berichte Euch noch mal aus der Lehrwerkstatt, wo wir zurzeit mit der Reparatur des folgenden Strukturbauteils beschäftigt sind.

Das Strukturbauteil ist das vorerst letzte und meiner Meinung nach komplexeste Werkstück, das man in der Lehrwerkstatt anfertigt. Es soll, wie der Name schon sagt, ein Teil der Rumpfstruktur darstellen. Wie bei allen anderen Projekten auch, beginnt das Ganze mit dem theoretischen Teil, um sich klar zu machen, wie was wohin gehört. Es besteht aus dem Hautfeld, zwei Stringern, zwei Stützwinkeln, einem Spant und einem Clip… Im Prinzip nur verschiedene Aluminiumbleche, deren Kontur befeilt ist und die danach an der Kantbank zu verschiedenen Profilen gekantet werden.

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Technische Zeichnungen lesen und verstehen können ist eine Grundlage bei der Herstellung von Werkstücken

Bevor man loslegt, muss man die gestreckte Länge der Bauteile ausrechnen, die gekantet werden. Da sich beim Kanten die Länge vergrößert, muss man die Verkürzung von dem gewünschten Maß abziehen.

Nun kann es endlich praktisch losgehen. Die Aluminiumbleche werden an der Tafelschere auf die Rohmaße zugeschnitten, auf Maß gefeilt und entgratet.  Nach den üblichen Vorbereitungen werden die Bleche gekantet. Je nach späterer Funktion der Bauteile unterscheiden sich die Profile in der Anzahl der Kantungen und den Maßen.

Sobald alle Bauteile hergestellt sind, kommt der anspruchsvollste Part: das Ausrichten.  Die meisten Bauteile haben beim Ausrichten eine Toleranz von +/- 0,5mm. Hierfür muss man sich viel Zeit nehmen, da wenn einmal gebohrt ist, kann man nicht mehr nachjustieren. Auf die Maße und die Winkligkeit zueinander wird bei der Bewertung besonders geachtet.

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Konzentration ist beim Nieten gefragt!

Es ist interessant zu sehen, wie in wenigen Stunden Nieten aus vielen Einzelteilen ein großes Bauteil entsteht. Die Bauteile werden meistens in 2er Teams vernietet. Einer hält das Vorhalteeisen gegen den Nietschaft, um ihn zu stauchen und den Schließkopf zu erzeugen, der andere hämmert mit dem Döpper auf den Nietkopf. Hier ist Teamarbeit gefragt und man muss sich auf den Partner verlassen können, damit das Ergebnis ordentlich wird!

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Mit dem Winkelbohrer werden die letzten Bohrungen gesetzt, die dann mit den Skinpins (gelb) in der Position gehalten werden.

Ich hoffe ich konnte einen kleinen Einblick geben und euch ein Beispiel zeigen, was wir für Projekte in der Lehrwerkstatt bearbeiten. Ich freu mich, wenn euch dieser Artikel gefallen hat und wenn Ihr Lust habt, die Luftfahrttechnik hautnah zu erleben, dann schaut doch mal unter http://www.be-lufthansa.com vorbei und informiert euch über ein Schülerpraktikum oder einen Ausbildungsplatz bei der Lufthansa Technik AG!

Viele Grüße,

Kevin