Hallo, ich bin‘s wieder, Dominik. Wie man Flugbegleiter wird, hat Euch meine Kollegin Lena ja hier schon berichtet. Doch wie wird man eigentlich Purser? Dazu müssen ein paar Voraussetzungen erfüllt sein:

Zum einen muss man mindestens 1500 Flugstunden als Flugbegleiter „angesammelt“ haben – das ist so ziemlich die leichteste Übung. Normalerweise fliegen wir mindestens 70 Stunden im Monat, sodass man in der Regel nach ca. zwei Jahren automatisch dieses Kriterium erfüllt hat.

Als nächstes kommt ein Englischtest dazu, erstmal schriftlich. Der ist dann schon etwas kniffeliger als der, den Ihr machen müsst, wenn Ihr Euch als Flugbegleiter bewerbt. Das Gute ist, dass Lufthansa Materialien zur Verfügung stellt, mit denen man sich darauf vorbereiten kann. Wenn man den bestanden hat, geht es direkt danach zu einem mündlichen Test, in dem man ein bisschen Smalltalk machen muss (für einen FB natürlich auch auf englisch kein Problem), zusätzlich muss man auch ein paar Ansagen machen (ja, da sind sie wieder… ;-) )oder ein paar kleinere Rollenspiele mit Gästen.

 

Englischtest

Ein kleiner Ausschnitt aus dem Übungstest, mit dem ich mich auf meinen Purser-Englisch-Test vorbereitet habe.

Man muss in seiner Freizeit mehrere Seminare besuchen, die Lufthansa anbietet, und die einen auf die -hoffentlich- künftige Aufgabe vorbereiten.

Dann braucht man noch drei sogenannte Feedbacks, in denen man von seinem Purser als Purser empfohlen wird. Feedbacks sind bei uns Formulare, auf denen der Vorgesetzte (=Purser) Rückmeldung über die Arbeit des Flugbegleiters gibt.

Feedback

Eines meiner Feedbacks, mit denen ich als Purser empfohlen wurde

Wenn man das alles zusammen hat, dann führt man mit seinem Teamleiter ein sogenanntes „Empfehlungsgespräch“ – das kann man sich so in etwa vorstellen, als ob man eine Bewerbung schreibt und dabei auch gleich ein Mini-Vorstellungsgespräch führt – und wenn danach Euer Teamleiter genauso wie Ihr der Meinung ist, aus Euch könnte vielleicht ein Purser werden, dann geht es erst richtig los!

Als Purser auf Kurzstrecke hat man nicht mehr nur einen Streifen an der Uniform, sondern noch einen „halben“ mehr. So erkennen Gäste und Kollegen gleich, welchen Rang man inne hat

Als Purser auf Kurzstrecke hat man nicht mehr nur einen Streifen an der Uniform, sondern noch einen „halben“ mehr. So erkennen Gäste und Kollegen gleich, welchen Rang man inne hat.

 

 

 

Jetzt fragt Ihr Euch vielleicht „Wie, das war es immer noch nicht?!“ Nein, denn nun geht es darum, einen Termin zu finden, an dem man seine „EU“ macht – eine Eignungsuntersuchung. Das ist ein Assessment Center, wie es Euch Lena beschrieben hat, als sie Euch von ihrem Auswahltag zur Flugbegleiterin berichtete – nur eben ausgerichtet auf die zukünftige Tätigkeit als Purser. Was genau an diesem Tag passiert? Das erzähle ich Euch ein andermal…