Hallöchen liebe Leserinnen und Leser,

heute ist Donnerstag, leider schon der letzte Tag, an dem ich euch schriftlich über meinen Abteilungseinsatz auf der Station berichten werde. Und heute erzähl‘ ich euch von meinen Erfahrungen und Einblicken in den operativen Bereichen.

Im Januar 2013 hatte ich das Vergnügen, einer Kollegin vom Check-in Schalter über die Schulter zu gucken. Um 7 Uhr wurde ich einer Check-In Mitarbeiterin zugeteilt und durfte für 3 Stunden mit ihr an den Schalter gehen. Zu Beginn erklärte sie mir ausführlich, wie das Check-in System am PC funktioniert, welche Bedeutung einzelne Abkürzungen und Zeichen haben und welche Tastenkombination man zum Beispiel zur Gepäckaufnahme tätigen muss. Als die ersten Passagiere an unseren Schalter kamen, zeigte sie mir, wie genau das nun alles abläuft. Das Wichtigste dabei ist, dass dem Passagier die Sicherheit und Zuverlässigkeit gewährleistet wird und keine Fehler unterlaufen, denn jeder Reisende möchte, dass sein Koffer mit ihm fliegt und nicht woanders hin ;-) Als sie mir dann sagte, dass ich den nächsten Passagier einchecken werde, habe ich sie mit weit aufgerissenen Augen angeguckt und war erstmal sprachlos, weil ich natürlich nicht wusste, wie ich dann vorgehen soll und wie der Passagier reagiert. Aber ich freute mich total und konnte es dann auch kaum abwarten. Dann kam auch schon der erste Passagier. Ich begrüßte ihn freundlich und erklärte ihm, dass ich zum ersten Mal einen Passagier einchecken werde und bat ihn deshalb um Verständnis, wenn es etwas länger dauert als gewöhnlich. Die Kollegin stand neben mir und sagte mir, was ich zu tun habe. Ich nahm sein elektronisches Ticket, um den Barcode einzuscannen und dann sah ich auf dem Bildschirm, dass alle Reisedokumente vorliegen und er somit sein Gepäckstück abgeben konnte. Danach musste ich die Anzahl und das Gewicht des Gepäcks eingeben und der Koffer konnte losgeschickt werden. Ich erklärte dem Passagier in welcher Richtung das Gate liegt, wünschte ihm einen guten Flug und verabschiedete ihn herzlich. Bis zu meiner Pause durfte ich Passagiere einchecken, was mir sehr viel Spaß gemacht hat und nach einigen Abläufen konnte ich schon fast selbständig arbeiten. Es war eine tolle Erfahrung, weil ich da eine ganz andere Aufgabe hatte, als die, die ich sonst in meinem Alltag habe. Ich hatte den direkten Kontakt zum Passagier, den ich so im Büro nicht miterlebe und war natürlich auch mitten im Geschehen!
Nach meiner Pause durfte ich eine Flightmanagerin begleiten. Ich traf mich mit ihr bereits in der Halle A, um mit ihr noch einen kleinen Rundgang zu machen und damit sie mir noch mal grob ihre Aufgaben in der Halle erklären kann. Wenn es Probleme an den Check-in Schaltern gibt, sei es eine im System fehlende Buchung des Passagiers oder die Abgabe von extra Gepäckstücken, ist sie dafür zuständig.
Als wir mit dem Rundgang fertig waren, suchte sie nach einem ausgebuchten Flieger, zu dem ich mit ans Gate gehen konnte, um am Boarding teilzunehmen. Sie wählte die Lufthansa Maschine nach Bangalore (Indien). Auf der Maschine waren viele Kleinkinder gebucht, sodass der Boardingprozess anders abläuft, als bei einer Maschine, wo kaum Kinder gebucht sind. Die neue Boeing 747-8, in der Platz für 362 Passagiere ist, war ausgebucht und somit war viel los am Gate. Es gab viele Passagiere mit Handgepäck, das man vor dem Einstieg in das Flugzeug jedoch noch einmal messen musste, wenn es zu groß erschien, da es die vorgeschriebene Maße 55 cm x 40 cm x 23 cm nicht überschreiten darf. Sind die Handgepäckstücke nämlich zu groß, müssen sie noch in den Frachtraum verladen werden.

Boeing 747

Boeing 747

Das Boarding begann mit den kleinen Kindern und Babys, danach folgte die First und Business Class und natürlich noch die Economy Class. Nachdem alle Passagiere geboarded und im Flieger waren, nahm mich eine Kollegin mit ins Flugzeug, damit ich die neue 747-8 von innen sehen kann. Und ich war begeistert! Die neue First und Business Class war bereits vorhanden, die viel mehr Komfort, Platz und Privatsphäre bietet als das alte Modell. Der Sitzplatz kann per Knopfdruck zu einem Liegeplatz umfunktioniert werden und somit kann man auf einem langen Flug super entspannen. Es wurden tolle, warme Farben zur Gestaltung verwendet, dadurch sehen sowohl die First als auch die Business Class viel moderner und gemütlicher aus. Hinzu kommt noch, dass die einzelnen Sitze mehr Freiraum haben und man somit den Platz für sich ausnutzen kann. Ich dachte, ich stehe in meinem eigenen Wohnzimmer :-P Über die Wendeltreppe geht es vom Upper Deck runter zum Main Deck, wo ich dann noch durch die Economy Class durchging und erstaunt war, wie viel Platz man sogar in der Eco hat. Die Flugbegleiterin ließ mich dann von außen sogar noch die Tür des Fliegers schließen und wir gingen wieder zurück ans Gate, das nun menschenleer war.

Im Februar durfte ich dann einen „Streckenerfahrungsflug“ machen. Ich wurde einem Flug zugeteilt und durfte an Bord mitarbeiten. Mein Flug ging nach Tunis und ich war total aufgeregt. Die Crew an Bord wusste über meinen Streckenerfahrungsflug Bescheid und begrüßte mich herzlich an Bord. Bei Start und Landung saß ich bei den Piloten im Cockpit und es ist wirklich bewundernswert, dass sie dort den Durchblick hatten, denn ich wüsste bei den vielen Knöpfen nicht, wo ich anfangen soll. :-P
Auf dem Hinflug durfte ich dann die Getränke in der Economy Class servieren und auf dem Rückflug in der Business Class. Es war eine tolle Erfahrung in den Beruf einer Flugbegleiterin zu schlüpfen und einen Eindruck davon zu erhalten. Und ich muss sagen, dass dieser Job alles andere als leicht ist. Es ist nicht einfach nur, dass man Getränke serviert, sondern man muss rundum informiert sein. Aufgrund der Terrorgefahr muss bei der Reinigung des Flugzeuges das Reinigungspersonal im Auge behalten werden und natürlich muss man alle Sicherheitsmaßnahmen und Vorkehrungen kennen, falls es zu einem Notfall kommt. Man hat sehr viel Verantwortung, vor allem Passagieren gegenüber und davor habe ich großen Respekt.

Ich danke FRA SV, die es mir ermöglicht haben, diese Erfahrungen zu sammeln und freue mich schon auf die nächsten tollen Aufgaben und Herausforderungen.

Morgen verabschiede ich mich von euch per Video, denn die Woche ist leider schon wieder vorbei. Ich hoffe, ihr klickt morgen wieder rein!

Einen schönen Donnerstag euch allen,
eure Annika