Hallo, wir sind Dominik und Marvin beide 24 Jahre alt und derzeit im letzten Ausbildungsjahr unserer dreijährigen Ausbildung zum Fluggerätemechaniker der Fachrichtung Instandhaltungstechnik in Frankfurt.

Im Rahmen der Ausbildung wurde uns angeboten einen vierwöchigen Aufenthalt an einem Lufthansa Technik Standort außerhalb Deutschlands zu verbringen. Da in diesem Jahr zum ersten Mal der LTCS Standort in Tulsa Oklahoma in der Vereinigen Staaten angeboten wurde, haben wir uns entschieden, das Abenteuer anzugehen. LTCS steht für Lufthansa Technik Component Services.

Wir beide arbeiten in Frankfurt in der Linemaintenance, das heißt direkt am Flieger, wenn dieser in Frankfurt startet und landet. Wir sind dafür zuständig, die Probleme die im normalen Betrieb anfallen, zu lösen. Hierbei werden häufig Bauteile die ein Problem hervorrufen gegen ein funktionierendes getauscht.

Der Standort Tulsa ist dann unter anderem für die Reparatur und die Wartung von einigen dieser Flugzeugkomponenten zuständig. Darunter zum Beispiel Pneumatikteile für die Druckkabine des Flugzeuges, Hydraulikteile für die Flugzeugsteuerung und Teile der Flugzeugküche.

An unserem ersten Arbeitstag mussten wir einen Drogentest machen, da die Sicherheit hier, genau wie in Deutschland, an erster Stelle steht. Nachdem wir diesen selbstverständlich bestanden hatten, wurden wir durch die Einrichtung geführt. In den letzten Jahren ist der Standort von sieben Leuten auf mittlerweile über 300 Mitarbeiter angewachsen. In Tulsa werden hauptsächlich Komponenten für andere Airlines gewartet.

Wir werden Abwechselnd über unsere Aufenthalte in den Werkstätten schreiben.

Einen tieferen Einblick in die Küche des Flugzeuges wird man nicht finden

Einen tieferen Einblick in die Küche des Flugzeuges wird man nicht finden

Woche 1 (Dominik): Die erste Woche führte mich in die Werkstatt für Kaffeemaschinen und Wassererhitzer. Die Wassererhitzer werden dazu genutzt das Wasser zum Händewaschen zu erwärmen.  Vom Eingangstest, über die Reinigung, die Reparatur und den Ausgangstest durfte unter Anleitung alles selbst durchgeführt werden. Dies war besonders interessant, da so der gesamte Prozess nachvollzogen werden konnte. Bei vielen Reparaturen handelte es sich um Kleinigkeiten welche es zu ersetzen galt. Die häufigste Reparatur war die Kalibrierung eines Ventils, welches Leckagen verursacht.

Woche 2 (Marvin): In der Hydraulikabteilung verfolgte ich die Fehlersuche und die anschließende Behebung der Fehler. Oftmals gab es hier Probleme mit den Dichtungen die mit der Zeit einfach altern. Jedoch war es damit nicht getan. Um wieder zertifiziert zu werden, muss jedes Bauteil von einer zugelassenen Fachkraft getestet werden. Hierbei wird jeder elektrische Kontakt an einem Stecker einzeln geprüft und anschließend jede Einheit mit einem höheren Öldruck als er im Flugzeug vorkommt getestet. Dadurch wird sichergestellt, dass es im Flug niemals zu Unfällen kommen kann.

Woche 3 (Dominik): Die Pneumatikwerkstatt. Hier werden Ventile getestet die z.B für die Frischluftabnahme an den Triebwerken zuständig sind. Durch diese Ventile kommt die Luft in die Kabine. Auch die pneumatische Enteisung die mit heißer Luft verhindert, dass sich Eis an den Tragflächen im Flug ansetzen kann, wird hier überholt. Besonders interessant war hier der Teststand. An diesem können Realbedingungen simuliert werden. Das heißt sowohl die Temperatur der Luft in einem Triebwerk im Flug (die mehrere hundert Grad betragen kann), als auch die Geschwindigkeit dieser Luft können 1:1 nachempfunden werden. Hierbei wurde mir durch die Mitarbeiter, die sich mit den Bauteilen hervorragend auskennen, Möglichkeiten zur Fehlersuche am Flugzeug gezeigt. Manchmal muss ein Bauteil gar nicht erst ausgebaut werden, da der Fehler an einer anderen Stelle liegt.
Somit kann ich durch den Besuch dieser Werkstatt in Zukunft, Arbeit am Flugzeug einsparen.

So sehen die Werkstätten von innen aus.

So sehen die Werkstätten von innen aus.

Woche 4 (Marvin): In der letzten Woche habe ich mir die Engineering Abteilung des Standortes angeschaut. Hier werden z.B. die Sonderwerkzeuge oder die Teststände für die Werkstätten entwickelt und gebaut. Ich war hier mit einem Ingenieur unterwegs, zu dem jeden Tag mehrere Mitarbeiter kamen um ihm Werkzeug-Ideen mitzuteilen, wodurch ihre Arbeit leichter oder schneller durchgeführt werden konnte. Ich durfte auch selbst ein Werkzeug mit Hilfe der 3D Software erstellen. Besonders stolz war ich darauf, dass eine Werkzeugidee die ich selbst in der Pneumatik Werkstatt hatte, direkt angenommen wurde. Da es sich hierbei um ein von Lufthansa Technik angefertigte Sonderwerkzeuge handelt, konnten wir leider keine Bilder machen.

Auch außerhalb der Arbeit waren unsere Kollegen super freundlich und hießen uns willkommen. Abseits der Arbeit haben sich die Kollegen unter der Woche abends in einer Bar getroffen. Hierbei sind sowohl Mechaniker als auch Ingenieure oder Kollegen aus der Führungsebene dabei gewesen. Wir haben Billard gespielt und zusammen gegessen. Generell kann man sagen, dass es sehr familiär zugeht in der Firma. Auch wenn Tulsa an sich keine Weltstadt ist, gibt es hier doch einige Sachen zu sehen. An einem Wochenende z.B haben wir uns ein Eishockey Spiel angesehen um die Atmosphäre im Stadium zu erleben. Gerade aber für Flugzeugbegeisterte ist Tulsa der richtige Ort. Hier fliegen auch ältere Maschinen die man in Europa nicht mehr zu Gesicht bekommt. Der Heimatschutz der USA hat in Tulsa zudem noch F16 stationiert welche für Jet-Enthusiasten natürlich eine Besonderheit sind.

In den USA geht es bei den Spielen auch um die Show drum herum.

In den USA geht es bei den Spielen auch um die Show Drumherum.

 

Wir haben auch einen Tagestrip nach Dallas in Texas gemacht. Im Vergleich zu der eher kleineren Stadt Tulsa war dies natürlich eine riesige Metropole. Auf dem Weg dahin haben wir auch einen der zahlreichen Naturparks der Vereinigen Staaten besucht. In Dallas war die Ermordung von John F. Kennedy also haben wir die Stelle besichtigt. Gerade bei Nacht ist die Stadt mit ihrer Größe und ihrem Verkehr beeindruckend.

 

 

Zusammenfassend war der Einsatz in Tulsa bis jetzt der beste Teil unserer Ausbildung. Wir haben hier nicht nur Einblick in die Arbeitsweisen eines anderen Landes bekommen, sondern auch gesehen, wo es beruflich hingehen kann. Die Möglichkeit einfach mal in ein anderes Land zu gehen und dort zu arbeiten ist aus unserer Sicht eine großartige Chance seinen Horizont zu erweitern. Wir bedanken uns an dieser Stelle bei Lufthansa Technik.

 

Falls du auch einen Teil deiner Ausbildung im Ausland an einem der vielen Standorte der Lufthansa Technik verbringen möchtest, dann bewirb dich jetzt. Schau einfach mal rein bei https://www.lufthansagroup.careers/de/lufthansa-technik .