Hallo zusammen,

heute ist es wieder soweit! Die Zeit vergeht einfach zu schnell, denn ich bin seit der letzten Woche nun offiziell im zweiten Lehrjahr und habe damit schon gut ein Drittel meiner Ausbildungszeit hinter mir. Neben weiteren Lehrgängen kommen so langsam mehr und mehr Praxiseinsätze auf uns zu, welche auf dem theoretischen Wissen des ersten Lehrjahres aufbauen.

Nachdem ich euch beim letzen Mal ein paar spannende Fakten über das Innenleben eines Flugzeugs näher gebracht habe, möchte ich euch heute unseren eigenen Trainingsflieger, eine Boeing 737-500, vorstellen:

Unser Trainingsflugzeug

Der „Bobby“ – so wird er unter uns Lufthanseaten genannt, wurde 1991 in den Dienst gestellt und hat bis zur Ausflottung ganze 42.172 Flugstunden absolviert. Zusammengerechnet sind das fast fünf Jahre, die die D-ABJI, so lautete ihr Kennzeichen, in der Luft verbracht hat.

Flugzeug mit ausgefahrenen Landeklappen und SpoilersAllerdings wurde der Bobby nach 20 Jahren Einsatz zwecks Flottenmodernisierung im Dezember 2011 aus dem Linienverkehr der Lufthansa genommen und uns Azubis für Ausbildungszwecke zur Verfügung gestellt. Darauf können wir ganz besonders stolz sein, denn die Lufthansa Technik ist der einzige Ausbildungsbetrieb weltweit, der seinen Azubis mit einem Linienflugzeug die Möglichkeit gibt, ihr Wissen auch praktisch zu erweitern!

Die 737 wird von unseren Lehrjahren jederzeit flugtauglich gehalten, regelmäßig gecheckt und instand gehalten, sodass sie jederzeit wieder starten könnte. Dadurch sammeln wir nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch wertvolle Erfahrungen im Umgang mit großen Verkehrsflugzeugen und den Abläufen in der Flugzeugwartung.

Checken der CockpitsystemeSprechen mit dem Cockpit während eines ChecksChecken des Triebwerks

Die Bilder hier sind bei einem 7-Tage-Check entstanden, der aus verschiedenen Aufgaben, wie zum Beispiel einem „Walk-Around“ besteht. Dabei laufen wir um das Flugzeug herum und schauen uns das Fahrwerk, die Tragflächen, die Triebwerke und viele andere Teile an. So können wir das Flugzeug im Flugbetrieb von außen auf sichtbare Schäden prüfen. Diesen Prozess könnt ihr auch ganz gut vor eurem nächsten Flug beobachten, wenn die Piloten oder Techniker vor dem Abflug am Gate um das Flugzeug laufen.

Tobias und ich bei der ReparaturWird bei einem solcher Routinechecks eine Beanstandung gefunden, wird diese aufgenommen und anschließend gemäß den aktuellen Flugzeugunterlagen repariert. Hier seht ihr zum Beispiel meinen ersten richtigen Einsatz am Flugzeug! Auf dem Foto repariere ich zusammen mit meinem Kollegen Tobias einen Kabelstrang, der zum „Taxi-Light“ (z.dt. Rollscheinwerfer) am Bugfahrwerk unseres Trainingsflugzeugs führt. Da die Luftfahrt strengen Richtlinien unterliegt, wird die Reparatur anschließend von einem zweiten Techniker beziehungsweise meinem Ausbilder geprüft und freigegeben.

Wie ihr seht, befinde ich mich so langsam im Umbruch von der theoretischen in die praktische Phase und werde ab April nächsten Jahres im Schichtdienst an den Linienflugzeugen arbeiten. Ich hoffe, ich konnte euch auch heute wieder einen spannenden Einblick in meine Ausbildungszeit geben!

An dieser Stelle möchte ich aber auch die Chance nutzen, unseren neuen Azubis, dem Jahrgang 2015, alles Gute und viel Erfolg für die Zukunft zu wünschen! :-) Wie ihr lesen könnt, erwartet euch eine interessante und lehrreiche Ausbildungszeit, auf die ihr gespannt sein könnt!

Habt ihr auch Lust, die Luftfahrttechnik hautnah zu erleben? Dann schaut doch mal unter www.be-lufthansa.com vorbei und informiert euch über ein Schülerpraktikum oder einen Ausbildungsplatz bei der Lufthansa Technik AG!

 

Bis zum nächsten Mal! Ich freue mich auf euch!

Euer Oliver