Buongiorno aus Mailand,
wir sind Max und Johann, 18 und 21 Jahre alt. Wir befinden uns im dritten Lehrjahr unserer Ausbildung zum Fluggerätmechaniker in der Fachrichtung Fertigungstechnik bei der Lufthansa Technik in Hamburg.
Im September bekamen wir nach erfolgreicher Bewerbung, die Möglichkeit für einen Monat den Standort der Lufthansa Technik in Mailand zu besuchen.
In Mailand arbeiteten wir in der Line Maintenance, hier werden kleine bis mittlere Inspektionen, sowie Daily Checks an den Flugzeugen durchgeführt.

Dort begann unser erster Arbeitstag um 14:00 Uhr, also in der Spätschicht. Als erstes teilte uns der Wartungsleiter einem Kollegen zu, welchem wir die nächsten
Wochen folgen sollten. Zuerst ging es für uns auf einen Rundgang durch die Wartungshallen, hier können problemlos fünf Flugzeuge gleichzeitig gewartet werden. Als nächstes fand eine Arbeitssicherheitseinweisung mit unserem neuen Kollegen statt, im Anschluss erhielten wir unsere neue Arbeitskleidung welche wir unmittelbar brauchten. Wir räumten das Werkzeugauto ein mit welchem man zu dem Flieger über das Rollfeld gelangt, und mussten uns beeilen, denn der Flieger sollte bereits in einer Stunde landen. Nach einem kurzen Mittagessen fuhren wir dann an das Gate an welchem der Flieger ankommen sollte.

Als der Flieger am Gate stand, die Triebwerke und das Beaconlight ausgeschaltet waren, starteten wir mit der Sichtkontrolle des Flugzeuges. Nach Beendigung der Sichtkontrolle sind wir in die Kabine gegangen um mit der Crew zu sprechen und das Cabin-Log-Book sowie das Technical Log Book auf Einträge zu kontrollieren. Sollte dort eine Meldung eingetragen worden sein, müssen wir dieses Problem gemäß des Aircraft Maintenace Manuel beheben.

Nachdem unsere Arbeit abgeschlossen war, alle Beanstandungen behoben waren und unser Kollege mit Stempel und Unterschrift das Flugzeug wieder für den Betrieb zugelassen hat, begaben wir uns nach unten. Hier führten wir eine erneute Sichtkontrolle des Flugzeuges durch während die Beladung abgeschlossen wurde und die letzten Passagiere das Flugzeug betraten.

Danach verbindet sich der Pushback-Truck mit dem Flieger. In diesem Zug setzen wir einen Pin um die Lenkung des Kapitäns zu deaktivieren. Nachdem der Pushback beendet wurde, wird der Nose-Wheel-Stearing Pin wieder gezogen und wir melden uns beim Kapitän wieder ab und verabschiedeten uns.

Wieder im Büro angekommen wartete der Papierkram, welcher dann per E-Mail an den Kunden geschickt wurde, um 23:00 Uhr hatten wir alles erledigt und gingen in unseren ersten Feierabend. In der folgenden Woche war der Tagesablauf ein ähnlicher, jedoch war trotzdem jeder Tag anders, da immer verschiedenste Fehler behoben werden müssen.

Leckere Italienische Pizza

Leckere Italienische Pizza

Blick auf den Lago Maggiore

Blick auf den Lago Maggiore

Nach einem spannenden Wochenende in Mailand und einem Besuch am Lago Maggiore, starteten wir in die neue Woche, dieses Mal in der Nachtschicht. Dies war keine leichte Umstellung für uns.

Zuerst fanden wir uns im Wartungsbüro ein, um nachzusehen in welche Gruppe wir eingeteilt wurden. Es gibt folgende Gruppen: Rumpf, Fahrwerk und Hydraulik, Flügel, Triebwerk, Avionik und Kabine.
Wir wurden der Gruppe Triebwerk zugeteilt, für uns hieß das, dass wir mit den Kollegen die Triebwerksschaufeln ausbauen und in richtige Reihenfolge in einen Waagen legten. Anschließend mussten die Triebwerksschaufeln gereinigt werden um diese auf Beschädigungen untersuchen zu können. Ebenfalls wurde im gereinigten Zustand das Gewicht der Triebwerksschaufeln aufgenommen. Vor der Montage werden die Triebwerksschaufeln dann mit einer Beschichtung versehen durch welche sich die Schaufeln bei dem nächsten Check wieder leichter lösen lassen und vor Beschädigungen geschützt werden sollen.

In unseren folgenden Nachtschichten erlebten wir immer wieder neue spannende Einsätze wie z.B. ein Bremsen und Reifenwechsel, die Kontrolle der Flugzeugstruktur, sowie Reparaturen an den Sitzen in der Kabine. Die grundlegenden Aufgaben wiederholten sich natürlich immer wieder, so konnten wir jedoch etwas Routine bekommen. Langeweile kam aber auf keinen Fall auf! :)
Manchmal durften wir in der Nachtschicht mit auf das Vorfeld fahren um den Flieger von seiner Parkposition in den Hanger zu schleppen. Es ist ein spannendes Gefühl dort oben im Cockpit zu sitzen während der Flieger über den Flughafen geschleppt wird. Außerdem wurden nachts einige der geparkten Flugzeuge der Lufthansa Group einem „Daily Check“ unterzogen, dies heißt: den Ölstand der Triebwerke nachschauen, Reifen und Bremsen kontrollieren, sowie viele weitere Arbeitsschritte die sich aber von Airline zu Airline unterscheiden können.

Kontrolle einer Leitung am Triebwerk

Kontrolle einer Leitung am Triebwerk

In der letzten Woche hatten wir Frühschicht, in welcher wir hauptsächlich noch zu erledigende Arbeiten aus der Nachtschicht beendeten, oder einen so genannten „Transit Check“ bei Kunden Flugzeugen durchführten. Dabei befindet sich das Flugzeug nur für ein paar Stunden bei uns in Mailand, bevor es wieder in sein Heimatland zurückfliegt, in dieser Zeit haben wir mit unseren Kollegen das Flugzeug überprüft und immer unterschiedliche Aufgaben bewältigen müssen, vom Reifendruck auffüllen bis hin zu leichteren Reparaturen in der Kabine.


Der Auslandseinsatz war eine spannende Erfahrung, nicht nur fachlich auch persönlich haben wir uns weiterentwickelt und viel gelernt. Besonders gut war es, dass wir an einem Line Maintenance Standort eingesetzt wurden, da wir aus Hamburg nur die Arbeit in der Base Maintenance kennen.

Die Arbeit hat extrem viel Spaß gemacht und wir haben die Herzlichkeit und Gastfreundschaft unserer italienischen Kollegen in Mailand sehr genossen.

Ihr habt auch Lust, eine Ausbildung bei der Lufthansa Technik zu machen? Dann schaut doch mal hier vorbei und informiert euch! :)


Ciao,
Max und Johann