Hey Leute,

ich melde mich mal nach einer kurzen Pause zurück. Momentan arbeite ich in unserer VIP Base Maintenance Abteilung. Diese ist darauf spezialisiert größere Checks an Regierungsflugzeugen als auch großen Privatkunden durchzuführen. Ich bin jetzt seit längerer Zeit dort und es macht mir echt Spaß, da viel Abwechslung geboten ist und ebenfalls das Arbeitsklima insgesamt stimmt. Angefangen hab ich mit den Anfangsarbeiten bei einer 747-400 eines Privatkunden. Flugzeug Enttanken, Einhallen, Verkleidungen öffnen etc.. Zwischendurch durfte ich 1 Woche lang beim Motorenwechsel an einer Regierungsmaschine  mitarbeiten, einem A340-300. Dieser begann an einem Montag, wo wir das Flugzeug „angenommen“ haben und es in unsere Halle geschleppt wurde. Wir haben es für die Kollegen vorbereitet, die dann das Flugzeug erstmal gewaschen haben. Natürlich haben wir uns vorher schon unsere ganzen Betriebsmitteln organisiert, wie z.B spezielles Werkzeug oder Haltevorrichtung für die Demontage des Triebswerks. Am Dienstag ging es direkt an die Demontage des Triebwerks. Wir haben im 2 Schichtbetrieb gearbeitet, wo ich in der Frühschicht mitgewirkt habe. In kurzer Zeit haben wir alle wichtigen Systeme getrennt und haben die spezielle Vorrichtung anbringen können ,welche nur für diesen Motorentyp zugelassen ist. Mit Hilfe unseres Deckenkrans und einer angebrachten Waage konnten wir das Triebwerk sicher auf die vorgesehenden Stützen bringen. Dort haben wir dann die offenen Hydraulik und Kraftstoffleitungen abgedichtet um eine Verschmutzung oder das hereinfallen von Fremdkörpern zu verhindern. Schon am Mittwochmorgen konnten wir schon mit der Montage des neuen Triebwerks beginnen, bei dem wir alle Elektro-, Hydraulik- als auch Kraftstoffleitungen wieder angeschlossen haben. Es lief alles ohne Probleme und die Spätschicht konnte schon Mittwochabend den Triebwerkstest, den sogenannten Run-up absolvieren. Am Donnerstag sowie Freitagmorgen haben wir noch ein paar kleine andere Beanstandungen behoben, wie z.B ein Ventil Wechsel im Frachtraum. Nach unserem routinemäßigem Pre Departure Check, wo wir nochmal den Reifendruck als auch das Flugzeug allgemein für den Abflug vorbereitet haben, konnten wir Freitagmittag pünktlich das Flugzeug an die Bundeswehr übergeben. Die ganze Woche war sehr interessant, da ich auch abseits des reinen Triebwerkswechsels viel lernen konnte bezüglich Papieren und Zertifikaten, welche extrem wichtig sind.

Ich arbeite momentan an einem A340-500 der etwas größeren Version des A340-300, wo wir einen C-Check durchführen welcher deutlich aufwendiger ist. Ab Oktober bin ich dann wieder für 10 Wochen in der Nachtschicht bei der Kurzstreckenwartung. Zwischendurch absolviere ich dann noch meine Abschlussprüfung. 

Bis dann

Felix