Dass man London zugleich lieben und hassen kann, sollte jedem klar sein, der um die Weihnachtszeit schon einmal in der Carnaby Street bei Dishoom essen war. Funkelnde Lichtermeere, fantastische Geschmäcker und viel zu viele Menschen ist hier das Motto. In London liegt stets eine gewisse Hektik und Geschäftigkeit in der Luft, welche die Temperaturen in der Tube (Londoner U-Bahn) noch mehr ansteigen lassen. Doch dafür lebt man in einer Stadt, die zwischen Agatha Christies Mousetrap und The Gherkin ein riesiges Feld der Vielfältigkeit zwischen historischen und modernen Dingen öffnet. Es ist daher fast unmöglich, den stereotypen Londoner zu beschreiben: Kultur, Religion, Mode, Hobbies und Jobs sind hier fast keine Grenzen gesetzt. Vielleicht ist es genau das, was den Charme der Stadt so unwiderstehlich macht.

Als Luftfahrer im Herzen hat London natürlich noch ganz andere Reize zu bieten. Sechs Flughäfen wickeln jährlich mehr als 150 Millionen Passagiere ab. Die Hälfte davon startet und landet in Heathrow, Europas größtem Flughafen. Mit nur zwei Runways operiert Heathrow kontinuierlich am Kapazitätslimit, sodass sich Passagiere täglich an der obligatorischen Warteschleife über den Nordosten der Stadt erfreuen dürfen.

Und genau da, fernab des Großstadttrubels findet sich auch ein Stückchen deutsche Luftfahrt. Die LTLGS (Lufthansa Technik Landing Gear Services) hat nicht nur einen langen Namen, sondern auch eine lange, bewegte Vergangenheit. Als ehemaliger British Airways Shop wurde das Unternehmen 1998 vollständig von Hawker Pacific Aerospace aufgekauft. 2002 übernahm dann die Lufthansa Technik AG Hawker Pacific zu 100%, wodurch auch die LTLGS ein Teil der Lufthansa Familie wurde.

Das Kerngeschäft – die Überholung von Fahrwerken – ist über die Jahre nahezu gleich geblieben. Täglich werden hier in drei Schichten vor allem Boeing-Fahrwerke überholt. Das Besondere dabei: alles findet unter einem Dach statt – von der Demontage, bei der das gesamte Fahrwerk zerlegt, gereinigt und inspiziert wird, bis hin zur Montage, wo in-house gefertigte Buchsen, die Verkabelung und das frisch lackierte Fahrwerksbein wieder zusammenfinden. Auch eine eigene Galvanik findet man bei der LTLGS. Hier werden die Bauteile mit Metalllegierungen überzogen, um das Fahrwerk u.a. vor Korrosion zu schützen.

 

LDG Xmas Decoration

 

Ende 2017 hat sich der Fahrwerksbereich neu aufgestellt. Nach dem Motto „Time for a Change“ wurde im September ein Programm ins Leben gerufen, welches zum Ziel hat, die drei Landing Gear Shops in Hamburg, Los Angeles und London zu einem Netzwerk zusammenzuführen. Der fachliche Austausch und das Schaffen von Synergien stehen dabei im Mittelpunkt.

Ich hatte das Glück, diese Entwicklung von Anfang an mitzuerleben. An meinem ersten Tag ging es sofort mit der Kick-Off Veranstaltung für das Programm los. Zusammen mit den beiden Programmleiterinnen mussten zweieinhalb Tage Workshop geplant, moderiert und nachbereitet werden. Zum ersten Mal überhaupt hat sich ein Großteil der Manager aus den drei Standorten getroffen und zusammen an der Zukunft des Bereichs gearbeitet.

Drei Monate ist dies nun her und es ist einiges passiert: Die ersten Standards für einheitliche KPIs wurden definiert und werden bis Ende Januar ausgerollt. Auch findet bereits ein reger Austausch von Lessons Learned und Best Practices statt. Dies soll standardmäßig in eine Regelkommunikation auf Arbeitsebene übertragen werden, um so kontinuierlich Erfahrungen von einem Standort auf die beiden anderen zu übertragen. Was mich an meinem Projekteinsatz besonders reizt, ist die erfrischende Arbeitsatmosphäre – Eigeninitiative und Kreativität werden im gesamten Fahrwerksbereich groß geschrieben.

Wichtig bei all diesen Dingen: nicht die britische Gelassenheit verlieren. Solange man die Tasse Tee beim Meeting nicht vergisst, ist die Welt noch in Ordnung :-)

Aus London grüßt Sandra!

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StartTechniker Kurzprofil

Sandra Muschkorgel ist seit Oktober 2016 Teil der StartTechnik Traineegemeinschaft. Sie hat in München Luft- und Raumfahrt studiert und ist trotz ihrer Faszination für Astrophysik im „erdnahen“ Luftverkehr geblieben. Bei Lufthansa Technik hat sie vor ihrem Auslandseinsatz bereits zwei andere Projekte unterstützt: Innovation Management in Frankfurt und Überholung neuer Motormuster in Hamburg.

 

 

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