Heute gehts um die halbe Welt! Wie schon gestern erwähnt, gab mir mein damaliger Mentor den Rat, mir die Welt anzusehen und in großen Häusern Erfahrung zu sammeln. Dies nahm ich mir auch zu Herzen und ging Anfang der neunziger Jahr zunächst nach Istanbul. Dies war eine der beeindruckendsten Stationen für mich. In einem ehemaligen osmanischen Palast waren mehrere Restaurants untergebracht, die sich unterschiedlichen Küchen gewidmet hatten. Ich selbst war als „Sous Chef“ in dem französischen Restaurant des Hotels tätig. Hier waren große Events wie Hochzeiten mit 3000 Personen nicht die Seltenheit. Außerdem gab es immer wieder ganz besondere Veranstaltungen, die für die Küche eine gewisse Herausforderung mit sich bringen. Zum Beispiel eine Menüfolge für Manchester United zu planen, wobei alle Spieler einer strengen Diät folgen müssen.

Der osmanische Palast - meine Station in Istanbul

Der osmanische Palast – meine Station in Istanbul

Die Menüfolge für Manchester United - Keine Butter, Keine Sahne, Kein Fett...

Die Menüfolge für Manchester United – Keine Butter, Keine Sahne, Kein Fett…

2000 erhielt ich das Angebot, als Küchendirektor in einem Hotel auf den Malediven anzufangen. Das besondere an den Malediven ist, es ist eine Insel! Klingt sehr schön, ist allerdings für die Küche eine logistische Herausforderung für eine Hotelanlage mit 800 Gästen und rund 1000 Personen Personal. Warenbestellungen von 12 Tonnen Hühnchen und 8 Tonnen Rinderfilet waren dort keine Seltenheit. Und das bedeutete für mich auch oftmals spontan und flexibel zu sein, wenn zum Beispiel die bestellte Lieferung Salat auf dem Flug erforen war.

Ja - das ist ein Fisch

Ja – das ist ein Fisch

kunstvolle Obstschnitzereien

kunstvolle Obstschnitzereien

Von dort aus zog es mich ins tiefere Afrika, um genau zu seien nach Gambia. In meiner ganzen Zeit als Koch war dies wohl meine prägendste Erfahrung. In dem Hotel „The Kairaba“ konnte ich die Entwicklung von einem 3 Sterne Haus zu einem Top Haus mitverfolgen. Die Situation, in die ich dort geworfen wurde, war völlig anders, als was ich sonst erleben durfte. Ungelernte Fachkräfte einarbeiten erfordert Kreativität! In einer Kultur, die nichts mit der westlichen Kultur gemeinsam hat, muss man sich Fragen stellen, wie „Wie erklärt man Leuten was eine Tomate ist.“ Dies bedeutete oftmals auf der sogenannten grünen Wiese anfangen und Stück für Stück die Küche dem von mir gewünschten Standard anzupassen und im Team einen Zusammenhalt zu schaffen. Diese Station gehörte zu einer der schönsten und aus eigentlich zwei Jahren Engagement wurden im Endeffekt fünf.

Mein Team und ich in Afrika

Mein Team und ich in Afrika

Eine der Kreationen

Eine der Kreationen

Trotz der sehr schönen Auslandserfahrungen zog es mich irgendwann wieder in die Heimat, bis ich 2008 nach Seeheim ging. Dazu morgen mehr…