Servus zusammen! Mein Name ist Gerhard Beck und ich möchte Ihnen diese Woche einen Blick hinter die Kulissen einer Großküche gewähren. Bei Lufthansa bin ich als Executive Chef des hauseigenen Tagungshotels für den reibungslosen Ablauf des gastronomischen Angebots verantwortlich. Das heißt nicht nur tagtäglich Frühstück und Mittagessen für 800 Personen, sowie Abendessen für 500 Personen vorzubereiten, sondern auch Catering für große Bankettveranstaltungen zu planen. Ich betreue ebenso unsere Azubis im Haus. Ein Frage wird immer gestellt: wie wird man eigentlich Koch und was bedeutet das. Als mich die Kollegen angesprochen haben, meinen Werdegang hier zu beschreiben, habe ich als erstes in den Kisten nach alten Erinnerungen gekramt und hier sehen Sie mein Ergebnis. Ich werde Ihnen darüber in den nächsten Tagen berichten und wenn Sie Fragen haben, bitte sehr, ich freue mich darauf! Und vor allem, wenn Sie selbst oder jemanden, den Sie kennen, gerne eine Kochausbildung bei uns machen möchte, bitte melden. Wir suchen immer wieder Köche….

Nun zu meinem Werdegang:

Bevor ich 2008 bei Lufthansa angefangen habe, gab es eine Reihe von anderen Stationen, die ich als Koch durchlaufen habe, um heute hier in Seeheim angekommen zu sein.

Ich - 2001 in Afrika

Ich – 2001 in Afrika

 

Ich - heute - hier links im Bild- mit meinem Team bei der Arbeit

Ich – heute – hier links im Bild- mit meinem Team bei der Arbeit

 

Koch ist ein Beruf, für den man Leidenschaft braucht! Diese wurde bei mir schon früh geweckt. Schon als Kind hing ich bei meiner Mutter über den Töpfen und wollte sehen, was da vor sich ging. Außerdem hatte mein Großvater bereits Koch gelernt und so lag die Entscheidung nah, den gleichen Weg einzuschlagen. Angefangen habe ich meine Ausbildung im ersten Haus am Platz, dem „Hotel Passauer Wolf“. Hier verbrachte ich die ersten 3 Jahre und durchlief die ersten Stationen als Koch. Von hier aus ging die Reise los. Für mich hieß es „raus in die Welt“ und die Welt begann damals für mich in München. Im „Forsthaus Wornbrünn“ lernte ich nicht nur die bayerische Küche, sondern auch die Münchener Prominenz kennen, die gern einkehrte. Aber mein Beruf hat mich nicht nur nach Deutschland geführt, sondern auch in die Schweiz, in die Türkei, nach Afrika, auf die Malediven und nach Italien. Um Ihnen ein besseres Verständnis vom „Leben als Koch“ zu geben, werde ich diese Woche von meinen ganz unterschiedlichen Erfahrungen berichten.

Die Prominenz bleibt in München nicht aus – Ich und mein Team mit Paul Breitner

Wie sich wahrscheinlich schon vermuten lässt, regt der Beruf als Koch an, viel zu reisen und die Küchen verschiedener Länder kennenzulernen. Meine erste Auslandserfahrung führte mich zwar geografisch „nur“  in die Schweiz, doch blieb auch hier der erste Kulturschock nicht aus. Innerhalb kürzester Zeit musste ich französisch lernen, um mit meinem Team kommunizieren zu können. Doch schließlich gehört dies auch zum Beruf: Sich schnell auf neue Situationen einzustellen, ist äußerst hilfreich. In Sankt Moritz im Kulm Hotel hieß es auch in einigen Angelegenheiten umzudenken. Die Küchenhierarchie hatte hier eine größere Bedeutung, als ich es aus Bayern kannte. Hier war ich nun also angekommen, in einem Hotel in dem der internationale Jet Set ein und aus ging und der Anspruch in der Küche auf höchstem Niveau lag.  Auch wenn es zu Beginn nicht immer leicht ist, den Schritt ins Ausland zu wagen, gebe ich diesen Rat auch gern meinen Auszubildenden in Seeheim mit auf dem Weg. Denn diesen Rat bekam ich von meinem Mentor in Deutschand ebenfalls. Und obwohl zunächst  trotz 1er Abschluss ständig Absagen aus dem Ausland kamen, haben sich die Bemühungen rückblickend sehr gelohnt, und ich möchte auf keine meiner Erlebnisse verzichten wollen.

Die Speisekarte im Kulm Hotel in Sankt Moritz

Wie man 30 Jahre Berufserfahrung  als Koch am schönsten in eine Woche packt, können Sie in den nächsten Tagen nachlesen und wer weiß, vielleicht wird bei dem ein oder anderen der Geschmack für den Beruf Koch geweckt! Und vorneweg noch ein kleiner Videogruß von einem meiner Lieblingsorte in Seeheim, dem Foodcourt. Ich wünsche allen einen schönen Wochenstart.