Nach einer spannenden Woche am Standort Frankfurt ging es für uns wieder zurück auf die Basis nach Hamburg, um einen weiteren Höhepunkt zu erleben: Abseits von Vorträgen und Führungen erwartete uns eine neue Lernmethode zum Verstehen des Kerngeschäftes der kommerziellen Luftfahrt. Wir traten im Unternehmensplanspiel GAMS (General Airline Management Simulation) in Gruppen gegeneinander an und führten jeweils über sechs Zyklen eine Airline. Ziel war es, in diesen sechs Zyklen ein stabiles und nachhaltiges Business zu etablieren und einen möglichst hohen Shareholder Value zu erreichen. In dem Unternehmensplanspiel waren wir den strategischen und operativen Managementherausforderungen einer internationalen Airline ausgesetzt.

Nach einem anfänglichen Herantasten setzten wir gruppenweise unsere herausgearbeiteten Strategien um – während ein Airline-Team sich auf Businessreisen im innereuropäischen Raum und das Cargo-Business fokussierte, konzentrierte sich ein anderes Team auf den Fernreisemarkt und das letzte Team auf den Low-Cost Tourismusmarkt. Schnell wurde sichtbar, welch starken Effekt die Niedrigpreisstrategie der dritten Gruppe hatte und wie sich das positiv auf die Marktanteile auswirkte. Dies führte bei den anderen beiden Airlines teilweise zu einer Abkehr von der ursprünglichen Strategie – der Markt kennzeichnete sich so lange durch einen Preiskampf, bis wir an die Untergrenze der positiven Margen gelangten. Schlechte Aktienkurse weckten uns auf und ließen uns wieder gezielt unsere Strategien verfolgen. Der GAMS-Trainer machte das Spiel durch gezielte Eingriffe in die Simulation spannend und erhöhte den Wettbewerbsdruck – so ließ er in einer Spielrunde einen neuen Low-Cost Carrier in den Markt eintreten; in einer anderen Runde machte uns eine Premium-Fluggesellschaft auf der Langstrecke die Hölle heiß.

Das Planspiel war sehr realitätsnah und hat uns verdeutlicht, mit welchen Herausforderungen etablierte Fluggesellschaften kämpfen – sei es die Konkurrenz auf dem Kurzstreckenmarkt durch Low-Cost Carrier oder die offensive Wettbewerbshaltung von Premium Fluggesellschaften, welche sich vor allem auf dem Langstreckensegment ausbreiten. Neben den externen Faktoren, die eine Airline stark beeinflussen, haben wir auch die Interdependenzen zwischen den verschiedenen Unternehmensbereichen Marketing, Fleet Management, Corporate Finance, Accounting und Human Resources kennengelernt.

Die StartTechnik Generationen 17 & 18.

Die StartTechnik Generationen 17 & 18.

Zusätzlich haben wir in dieser Woche unter anderem noch Vorträge von den Bereichen Corporate Strategy, Corporate Sales, VIP & Executive Jets sowie dem Innovation Management gehört. Besonders spannend war auch der Vortrag zum Bereich der Flugzeugüberholung. Uns wurde erklärt, wie im Rahmen eines mehrjährigen Projektes sechs Standorte zu einem standardisierten Netzwerk mit zentralisierten Unternehmensfunktionen zusammengeschlossen wurden – so wurden Kosten- und Auslastungsoptimierungen realisiert. Zudem können künftige Standorte sich innerhalb von wenigen Monaten à la „Plug&Play“ an das Netzwerk anschließen und sofort von effizienten Strukturen des Netzwerks profitieren.

Außerdem haben wir einen Ausflug zum Joint Venture Spairliners (Lufthansa Technik & Air France Industries) gemacht, wo wir unter anderem erfahren haben, wie ein solches Joint Venture mit dem MRO Wettbewerber Air France Industries zu Stande kam und wie das Unternehmen die gigantischen A380 seiner Kunden mit Komponenten versorgt.

 

Im nächsten Blogpost wird Euch David von unseren letzten Umlauftagen berichten, in denen wir unter anderem ein GetTogether mit den StartTechnik Alumni hatten, bei dem wir uns noch einmal mit den „älteren Generationen“ vernetzen konnten und von ihren besonderen Erlebnissen während des Traineeprogramms erfuhren.