In dieser Woche hieß es für die meisten von uns „früh aufstehen“. Wer nicht schon tags zuvor angereist war, für den galt es in der Montag-Morgen-Rush-Hour über den Wolken Richtung Frankfurter Flughafen zu bestehen. Schwierig war dies am Ende nicht, denn die Vorfreude auf das Kennenlernen des Frankfurter Standorts der Lufthansa Technik überwiegte.

Gleich zu Beginn wurde es dreckig: Wir schauten uns die Räder-  und Bremsenwerkstatt an und bekamen zu Gesicht, wie die überdimensionalen Flugzeugräder wieder instandgesetzt werden und wie so ein Reifen aussieht, wenn er mal kaputt geht. Flugzeugräder sind übrigens nicht mit Luft, sondern mit Stickstoff gefüllt, weil Luft einem möglicherweise eintretenden Brand am Fahrwerk alles andere als entgegenwirkt. Zudem erfuhren wir, dass die Lufthansa Technik in Frankfurt bald Europas größte Räder- und Bremsenwerkstatt für Flugzeuge eröffnet.

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Die Generationen 17 und 18 vor einem überdimensionalen A380-Triebwerk

In den nächsten Tagen bekamen wir die Gelegenheit, in das Wartungsgeschäft einzutauchen. In der Kurzstreckenwartung wurde uns die Bedeutung des Night Stops von Flugzeugen klar, durch den die Flugzeit am Tag maximiert und die Zeit am Boden während der Nacht am produktivsten genutzt werden können. Auch wurden uns  die Herausforderungen bei der Wartung sowohl der Oberflächenstruktur eines Flugzeuges als auch der Kabine bewusst. Am spannendsten war aber sicherlich die A380-Halle auf der anderen Seite des Flughafens als Teil der Langstreckenwartung. Einfach atemberaubend, einmal direkt unter dem Flügel dieses Riesenvogels zu stehen! Aber auch der Innenbereich des Flugzeugs konnte sich sehen lassen.

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Wir entdecken die Lufthansa First Class in der A380 – wenn auch nur am Boden

Unheimlich interessant war es für uns auch, über den Tellerrand der Lufthansa Technik hinauszuschauen und zu sehen, was in der Welt des Lufthansa-Konzerns sonst noch so vor sich geht. Das neue Integrated Operations Control Center (IOCC), in dem der Boden- und Flugbetrieb der Lufthansa gesteuert wird, ist so fortschrittlich, dass sogar Frau Merkel sich nach dessen Eröffnung ein eigenes Bild vom komplexen Koordinationsknotenpunkt gemacht hatte. In der Brand Academy der Lufthansa in Seeheim – Lufthansa ist die einzige Airline weltweit (!) mit einer eigenen Brand Academy – ging es für uns darum, die Werte des Unternehmens und der Marke, für die wir arbeiten und die wie repräsentieren, aufzunehmen, zu sehen, zu fühlen, zu hören, zu riechen und zu verinnerlichen. Bei der Besichtigung des First Class Terminals – auch hier ein weltweit einmaliges Produkt der Lufthansa – sahen wir, wie diese Werte für unsere Kunden in die Tat umgesetzt werden.

Auch von Tochterunternehmen der Lufthansa Technik bekamen wir einen ersten Eindruck. Die Lufthansa LEOS etwa bewegt Flugzeuge mit ihren Schleppern über den gesamten Flughafen. Mit dem TaxiBot wird hier auch ein Schlepper entwickelt, mit dessen Hilfe Piloten den Schlepper aus dem Cockpit heraus steuern können und mit dem somit ein umweltschonendes Rollen der Flugzeuge ohne Nutzung der Triebwerke ermöglicht wird. Bei der Lufthansa Technik Aero Alzey, knapp außerhalb von Frankfurt, schauten wir uns die Überholung von Triebwerken von Regionalflugzeugen aus der Nähe an. Äußerst erfrischend war es dabei zu sehen, wie mittelständische Strukturen auch in einem großen MRO-Konzern wie der Lufthansa Technik erfolgreich etabliert sein können.

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Die Trainees vor dem 747-8 Siegerflieger, mit dem die Lufthansa unsere Nationalmannschaft 2014 samt Weltmeisterschafts-Pokal aus Rio de Janeiro nach Hause geflogen hat

Insgesamt war unsere Woche in Frankfurt durchaus anstrengend, aber darüber hinaus war es überaus bereichernd, aufschlussreich und vor allem spannend, so nah am Fluggeschehen in die Welt unseres luftfahrttechnischen Betriebs, der Lufthansa Technik, einzutauchen.

Im nächsten Teil unseres Blogs wird euch wieder mein Traineekollege Said berichten, diesmal unter anderem darüber, wie wir uns bei der General Airline Management Simulation, einem Planspiel im Airline Business, geschlagen haben. Bis dahin!