Servus Leute,

es ist Dienstag der 09.08.2016 und in knapp 2 Stunden geht mein Flug nach Frankfurt. Davor muss ich aber noch schnell ins FOC (Flight Operation Center), meinen Konzernausweis abholen, ohne ihn komme ich nicht weit. Nachdem meine Angaben auf meinem Lufthansaausweis mit denen auf meinem Personalausweis verglichen wurden, halte ich ihn endlich in meinen Händen. Er ist so groß wie eine normale Bankkarte, in den lufthansatypischen Farben gelb und blau gehalten und vielleicht nicht gerade mit dem schönsten Bild von mir versehen, aber es ist schon irgendwie etwas Besonderes – Endlich bin ich auch ein Lufthanseat! Am Flughafen traf ich dann auf die beiden Fachkräfte für Lagerlogistik, die ihre Ausbildung ebenfalls in München absolvieren. Endlich in Frankfurt angekommen heißt es für mich: Auspacken und ab ins Bett.

Am nächsten Morgen reißt mich der Wecker um 6:00 Uhr aus meinem Schlaf. Ziemlich früh, wenn man bedenkt, das ich vor lauter Nervosität und Aufregung kein Auge zu gemacht habe. Um nicht zu spät am ersten Tag zu erscheinen, treffen „wir Münchner“ uns schon um 8:00 Uhr vor unserem Hotel. Mit dem Bus fahren wir dann zum TOR 25, an dem wir viel zu früh angekommen sind. So langsam trudeln die ersten Mitazubis ein. Um Punkt 9:00 Uhr begrüßt uns unser Ausbildungsleiter Herr Armin Röder und seine Praktikantin Tessa. Um uns einander besser kennen zu lernen, spielen wir zu Beginn einige Spiele. Danach ging es auch schon ans eingemachte, die Parkmarken und die Jobtickets wurden an die Frankfurter Kollegen ausgeteilt. Anschließend wurden wir im Materiallager mit einer Weste und Arbeitsschuhen ausgestattet. Als das geschafft war, lernten wir die Kantine der Lufthansa Cargo in Frankfurt kennen. Auch hier ist der Lufthansaausweis von großer Bedeutung, er fungiert als eine Art Prepaidkarte, die man immer wieder aufladen muss. Am Nachmittag stand dann noch das Thema Arbeitsrecht auf der Agenda. Gegen ca. 16:30 Uhr war der erste aufregende Tag geschafft.

In den nächsten Tagen wurden wir in der Pillbox eingekleidet und absolvierten die Luftsicherheitsschulung sowie ein online Training als Vorbereitung auf den bevorstehenden A1-Lehrgang. Die ersten 3 Tage vergingen im wahrsten Sinne wie im Flug.

Die darauffolgende Woche begann mit einer Gefahrengutschulung. Hier lernten wir unter anderem die einzelnen Gefahrenklassen und -kennzeichen kennen. Das ist wichtig für unseren späteren Einsatz in den verschiedenen Bereichen, wir müssen ja wissen, ob wir das Paket annehmen dürfen oder nicht. Spezielle Gefahrenklassen dürfen nämlich nur von speziell geschultem Personal angenommen werden. Wir haben zudem gelernt, wie man einen Luftfrachtbrief überprüft und was alles zu beachten ist, wenn man radioaktives Material an Bord eines Passagierflugzeuges in die USA transportieren möchte.

Beladung

Beladung

Ab Dienstag ging der A1 Lehrgang los. Hier lernten wir unter anderem das Buchungssystem der Lufthansa Cargo kennen, wie wir einen AirWayBill (AWB) erstellen können und bekamen die einzelnen Lademittel für die einzelnen Flugzeuge der Lufthansa Flotte gezeigt. All diese Themen wurden uns durch praktische Übungen vermittelt.  Am vorletzten Tag des A1 Lehrgangs besuchten wir das Vorfeld des Frankfurter Flughafens. Wir schauten uns an, wie eine MD-11F der Lufthansa Cargo beladen wird. Hier konnten wir zusätzlich das vorher gelernte Wissen über die einzelnen Container, Konturen und Gefahrengüter verinnerlichen.

Frachtraum einer MD-11F

Frachtraum einer MD-11F

Als letzten Punkt unserer Einweisung in Frankfurt absolvierten wir noch einen Kommunikationsworkshop. Hier lernten wir, wie wir mit Kunden professionell am Telefon kommunizieren oder eine E-Mail richtig verfassen. Anschließend ging es auf direktem Weg zum Terminal 1, von wo aus unser Flug in Richtung München abhob. 2 ½  Wochen mit neuen, aufregenden und spannenden Informationen gehen zu Ende.

Ich freue mich, wenn ich euch im Laufe meiner Ausbildung immer mal wieder einen Einblick gewähren kann.

Bis Bald

Fabio