Hallo ihr Lieben,

 

ich habe bereits berichtet, wie positiv und abwechslungsreich ich das Leben als Flugbegleiterin empfinde. Doch es gibt auch Seiten an diesem Beruf, die etwas anstrengend werden können …

 

Mit brennenden Augen seife ich das Geschirr von gestern Abend ein und kämpfe darum, nicht im Stehen einzuschlafen. Heute bin ich um 4:00 Uhr aufgestanden. Habe mir die Haare hochgesteckt. Das Gesicht geschminkt, die Lippen rot.

Jetzt heißt es wach bleiben! Irgendwann ist auch mein Mann endlich aufgestanden und wir fahren gemeinsam zum Flughafen. Er setzt mich an der Basis ab und wünscht mir Glück.

 

Der Standby-Koffer ist immer voll und für alle Gelegenheiten gepackt, denn man weiß nie, wohin die Reise geht. Beachparty, Ballettbesuch und auch Minusgrade – ihr könnt kommen!

Der Standby-Koffer ist immer voll und für alle Gelegenheiten gepackt, denn man weiß nie, wohin die Reise geht. Beachparty, Ballettbesuch und auch Minusgrade – ihr könnt kommen!

Das brauche ich auch, denn heute ist mein dritter Tag im Bereitschaftsdienst „Standby“ und ich warte darauf, für eine kurzfristig erkrankte Flugbegleiterin einzuspringen. Es gibt immer eine bestimmte Anzahl an Kollegen die von 5.00 – 24:00 Uhr als Reserve verfügbar sind. So ist gewährleistet, dass Flüge auch bei verspäteten oder ausfallenden Crewmitgliedern pünktlich abheben können. Die Besonderheit beim Standby ist: Bei Abruf muss man innerhalb von einer Stunde am Flieger sein können. Also verbringe ich meine Zeit auf der Basis …

Studienunterlagen, Email-Check, Essen, Buch – am Ende geht der Tag doch schneller rum, als ich dachte. Und dann, als ich mich schon langsam auf den Weg nach Hause machen will, klingelt doch ernsthaft mein Handy! Oje, ich bin doch schon etwas müde und soll jetzt noch arbeiten? Tatsächlich, es ist der Einsatz: „Frau Hellhorn ich habe einen Flug für Sie. Es geht nach Rio …“

 

Cristo Redentor - die beeindruckende Christusstatue ist das Wahrzeichen Rio de Janeiros.

Cristo Redentor – die beeindruckende Christusstatue ist das Wahrzeichen Rio de Janeiros.

Sofort bin ich hellwach: Ich versuche das Kribbeln im Magen nicht zu beachten, ziehe meine Lippen noch einmal nach und mache mich eilig auf den Weg zum Flieger. Meine neue Crew ist bereits an Bord. Sie begrüßt mich herzlich und die lockere Stimmung und ihre gute Laune gehen sofort auf mich über.

 

Ein langer Nachtflug steht an und trotzdem: Die Vorfreude überwiegt. Mit viel Cola und Humor werden wir den Flug schon gemeinsam bewältigen und trotz Müdigkeit eine professionelle Performance liefern. Die Belohnung kommt hinterher: Ein paar Tage Zeit, um an der Copacabana auszuspannen, Cocktails zu schlürfen und das Leben zu genießen.

 

Wir haben gutes Wetter und saugen die Wärme und den Flair Brasiliens auf.

Wir haben gutes Wetter und saugen die Wärme und den Flair Brasiliens auf.

Mit einer entspannten Segeltour lassen wir unsere Zeit in Rio ausklingen.

Mit einer entspannten Segeltour lassen wir unsere Zeit in Rio ausklingen.