Moin moin,

auch ich melde mich mal wieder, für diejenigen die unseren Blog der Lufthansa Technik AG verfolgen oder aber neu dabei sind.
Mittlerweile bin ich in den letzten Wochen des 4. Semesters meines Studiums angelangt, das 5. Semester startet im Oktober.
Da es damit auf das Ende meines Studiums zugeht denke ich es ist Zeit einmal einen Rückblick zu wagen (Regelstudienzeit sind 6 Semester).

Allem voran, ich bin absolut zufrieden mit meinen bisherigen Entscheidungen und meinem Lebensweg. Das Studium verläuft nach Plan, natürlich mit seinen Höhen und Tiefen, sei es organisatorischer Natur oder auf Prüfungen bezogen.
Dieses hin und her kenne ich aber bereits aus der Ausbildung, es gibt gute und schlechte Tage und Aufgaben die einem Liegen oder halt auch nicht (Profile kanten zum Beispiel).
Generell möchte ich dieses Mal ein wenig mehr über das Zusammenspiel von Abgeschlossener Berufsausbildung und anschließendem Studium schreiben.

Nach meiner Ausbildung habe ich mich für ein technisch orientiertes Studium entschieden mit einem gewissen Wirtschafts-Anteil. Die technischen Fächer lagen mir bisher deutlich besser, die Wirtschaftlichen musste ich mir ein wenig aufzwingen, sind aber abwechslungsreich und machbar.

Am Anfang einer technischen Vorlesung mit einem für uns neuen Dozenten wurde oft gefragt: „Wer hat hier alles eine abgeschlossene Berufsausbildung?“
Beim nachzählen stellte sich heraus wir sind gerade mal 10 Personen von 80-90 Studenten in unserem Jahrgang (Ingenieurswissenschaften).
Die Reaktion der Dozenten war meist dieselbe, jeder von uns wurde gefragt was wir gemacht haben und es wurde hervorgehoben welchen Vorteil wir angeblich hätten gegenüber unseren Kommilitonen.
Etwas skeptisch wurde dies von mir hingenommen, da ich mir nicht sicher war ob Sie damit Recht hatten.

Lufthansa Technik meets Leuphana Universität Lüneburg

Lufthansa Technik meets Leuphana Universität Lüneburg

Jedoch im Verlauf des Studiums merkte ich schnell, dass es unterscheide zwischen uns gab. Bei auftretender Mehrarbeit blieb ich gelassener, habe es hingenommen und weitergemacht und mich nicht lange darüber beschwert. Auch Dozenten oder Tutoren die einem nicht gefielen wurden trotzdem respektvoll behandelt, man kennt aus der Ausbildung den Umgang mit anfänglich Fremden Personen.
Viele Inhalte erkannte ich wieder, dies ermöglichte mir auch manchmal einen leichteren Einstieg in Themen, wie z.B. Fertigungstechnik welches sich viel mit Gießen, Drehen, Fräsen, Bohren, Reiben, Stanzen und ja, leider auch Kanten beschäftigte.
Auch in artverwandten Themen wie Lean-Management, welches in der Ausbildung als 1-Tages Lehrgang stattfand, konnte schon helfen bei der Kurswahl zu entscheiden ob man einen entsprechenden Kurs wählt oder nicht.

Aber auch die sich angeeignete Disziplin jeden Tag aufzustehen und zur Arbeit zu fahren zeigt sich, ich war in fast jeder Vorlesung , bei uns an der Universität gibt es nach wie vor keine Anwesenheitspflicht. Die wenigen die ich verpasst habe sind der Arbeit in der Firma zum Opfer gefallen oder waren der Tatsache geschuldet, dass in der normalerweisen sinnvollen Übung einzig  Excel-Tabellen vorgelesen wurden.

Wir Studenten haben fast alle den Berufseinstieg als Ziel vor Augen, manche auch vorher noch den Master. Jedoch haben die mit abgeschlossener Ausbildung gemerkt wie unterschiedlich die reale Arbeitswelt ist gegenüber der Sicht und Lehrinhalten der Schulen und Universitäten.
Durch meine Durchgehende Tätigkeit in den Semesterferien und meist einen Tag pro Woche in der Vorlesungszeit habe ich für mich zumindest festgestellt, dass ich möglichst schnell mit dem Studium fertig sein möchte.

 

 

An alle die sich überlegen ob ein Studium direkt nach der Schule sinnvoll ist, für die aber auch eine Ausbildung in Frage kommt, dem kann eine Berufsausbildung sehr empfehlen.
Man wird reifer, hat die Möglichkeit sich einen Bereich anzugucken und zu sehen ob es einem gefällt. Nach der Ausbildung hat man einen Abschluss der immer als Absicherung dienen kann wenn es mit dem Studium nicht so läuft wie man es sich vorstellt.
Meistens kann man auch andere Tätigkeiten während der Semesterferien übernehmen mit deutlich besserem Stundenlohn falls jemand einen finanziellen Anreiz braucht.
Mir hat es auch bei der Auswahl, welches Studium für mich in Frage kommt, sehr geholfen erst einmal eine Ausbildung zu beenden. Man kann sich immer Umorientieren, jedoch legt ein Studium meistens die Richtung in die es geht fest, da sollte man meines Erachtens nach bei der Wahl alle Möglichkeiten Ausschöpfen.

Bis zum nächsten Mal,
beste Grüße!

Till

Bei Fragen aller Art gerne melden!