„Ready for Take Off”

Mit diesem Satz begann am 1. September 2014 mein neuer Lebensabschnitt – und damit ein „Hallo“ an alle Luftfahrttechnik-Interessierten!

Mein Name ist Oliver, ich bin 19 Jahre alt und habe vor gut einem Monat meine Ausbildung zum Fluggerätelektroniker bei der Lufthansa Technik AG in Frankfurt am Main begonnen. Mit mir haben 31 weitere Jugendliche im Alter von 16-21 Jahren den Ausbildungsberuf des Fluggerätelektronikers bzw. Fluggerätmechanikers begonnen.

In diesem Blog halte ich euch über meine gesamte Ausbildungszeit hinweg auf dem Laufenden und hoffe, euch damit einige interessante und spannende Einblicke meines Werdegangs geben zu können.

Heute werde ich euch über die ersten Tage und Wochen meiner Ausbildung berichten. Dazu gehören zum einen die Kennenlernfahrt und die Berufsschule, zum anderen die ersten Feilversuche bis hin zum ersten richtigen Werkstück.

Feilen? Richtig gelesen! Auch als Fluggerätelektroniker erlernen wir 20 Azubis im ersten Lehrjahr verschiedene Metallverarbeitungstechniken. Dazu gehören Feilen, Bohren, Nieten und viele andere mechanische Grundfertigkeiten.

 

Das Kennenlernen:

Stellt euch vor, ihr kommt an eine neue Schule und kennt niemanden aus der Klasse. Niemand traut sich, gar irgendein Wort von sich zu geben. Wer kennt diese Situation nicht? Genau so war es am ersten Tag bei uns auch. Was man hörte, war alles andere als redende Azubis, die allerdings für die nächsten dreieinhalb Jahre gemeinsam die Ausbildung meistern sollen. Es fehlte also ein Anstoß.

Dieser kam jedoch recht schnell. Wir lernten uns und unsere Ausbilder während des ersten Tages durch verschiedene Spiele kennen und konnten so erste Kontakte knüpfen. Es wurden Begrüßungsreden gehalten, Informationen zum Ausbildungsablauf gegeben und zum Schluss ein Begrüßungsfoto gemacht:

 

A14 – Ausbildungsstart 2014

A14 – Ausbildungsstart 2014

 

Den Rest der Woche ging es auf Kennenlernfahrt nach Lauterbach. Auch hier ging es hauptsächlich darum, sich untereinander besser kennenzulernen. Allerdings auch mit Wettkampfcharakter. Bis zum Ende der Kennenlernwoche sollten wir mit vorgegebenen Materialien selbst Flugzeuge bauen und diese so weit wie möglich fliegen lassen. Zwischen weiteren Wettbewerben, einer Waldrallye und vielen lustigen Momenten haben wir so eine schöne Zeit miteinander verbracht, was unser Gemeinschaftsgefühl enorm gesteigert hat. Nun konnte die eigentliche Ausbildung beginnen!

 

Unser gebautes Segelflugzeug

Unser gebautes Segelflugzeug

 

Die Berufsschule:

Auch zu einer Berufsausbildung gehört der Gang zur Berufsschule. Diese dauert zwei Wochen, woraufhin wieder vier Wochen Betrieb folgen. Auch hier gibt es natürlich Vorstellungsrunden, Einführungen und den ersten Berufsschulunterricht. Dieser findet an einer gewerblich-technischen Schule statt, die eng mit der Lufthansa Technik zusammenarbeitet und uns so eine genaue Umsetzung des Gelernten auf unsere praktische Arbeit im Betrieb ermöglicht. Im nächsten Bericht kann ich euch sicher mehr über die Berufsschule berichten! Spannender wird’s in der Lehrwerkstatt!

 

In der Lehrwerkstatt:

Der U-Stahl

Der U-Stahl

Die bis jetzt spannendste und lehrreichste Zeit hatte ich in der Lehrwerkstatt. Drei Wochen nach der Begrüßung durften wir hier nun endlich tätig werden! Nach etlichen Einführungen ging es dann am zweiten Tag so richtig los. Unser erstes Werkstück war der U-Stahl, welchen ihr auf dem Foto sehen könnt. Von unseren Ausbildern mit einem Lächeln übergeben, durften wir den Rohling an unserer eigenen Werkbank bearbeiten. Auch hier ist schon Präzision gefragt! Dabei geht es um möglichst genaues Feilen nach Maß, ebene Flächen und einen exakten Winkel von 90 Grad. Der U-Stahl hat uns allen ziemlich die Nerven geraubt. Erst wollte der Stahl nicht weniger werden – zum Ende ging er einfach zu schnell runter! Alles in allem haben wir dafür eine gute Woche benötigt und konnten neben einigen Lehrgängen zum Bearbeiten, Prüfen und Messen reichlich Erfahrung sammeln. Das zweite Werkstück, das Anreißblech, lief dafür umso besser. Auch die nächsten Wochen werden wir uns noch mit der Metallverarbeitung befassen und lernen, wie man richtig sägt, bohrt und nietet, was vorrausichtlich bis zum Frühjahr 2015 dauern wird.

 

An dieser Stelle verabschiede ich mich und hoffe, euch einen interessanten Einblick in die ersten Wochen gegeben zu haben. Schon jetzt kann ich sagen, dass mir die Ausbildung viel Freude bereiten wird und freue mich schon auf die nächsten dreieinhalb Jahre hier am Standort Frankfurt!

Weitere Infos zu diesem oder anderen Ausbildungsberuf/en bei der Lufthansa Technik AG  findet ihr unter www.be-lufthansa.com

Solltet ihr Fragen zur Ausbildung oder Anregungen zu meinem ersten Bericht haben, könnt ihr diese gern kommentieren!

 

Bis zum nächsten Mal! Ich freue mich auf euch!

Euer Oliver