4. Woche: MUC

Liebe Leser,

bei uns ist leider die letzte Woche angebrochen, also sind wir hiermit auch schon beim letzten Bericht angekommen. Diese Woche war jedoch der absolute Höhepunkt unseres Umlaufes, es gibt also viel zu erzählen!

Zunächst waren wir drei Tage auf der Rampe. Ich durfte meinen Ziehpapa Michi bei seinem Job als Rampagent begleiten und dabei genaue Einblicke in die Flugzeugabfertigung gewinnen. Besonders spannend war dabei, dass wir nicht nur Lufthansa, sondern auch etliche andere Airlines abgefertigt haben. Die Unterschiede können da wirklich riesig sein und es ist bei all dem Papierkram nicht einfach, den Überblick zu behalten. Doch natürlich arbeitet man nicht nur mit verschiedenen Airlines, sondern auch mit ganz unterschiedlichen Flugzeugtypen. Auch dadurch bleibt die Arbeit besonders abwechslungsreich und wird bestimmt nicht langweilig.

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Arbeiten bei Sonne…

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Triebwerk B 777

Als Rampagent steht man in direktem Kontakt zur Crew und beaufsichtigt alle Prozesse der Abfertigung wie zum Beispiel das Be- und Entladen. Und obwohl Pünktlichkeit sehr wichtig ist, ist Sicherheit stets das oberste Gebot. Beim Versuch beides zu gewährleisten, kann es manchmal sehr stressig und chaotisch werden. Besonders wenn es zu unverhofften Vorfällen kommt, zum Beispiel wenn ein Koffer -der typischerweise ganz unter liegt- ausgeladen werden muss, weil der Fluggast nicht erschienen ist.

Wer auf dem Vorfeld arbeitet, ist zwar immer an der frischen Luft, doch er wird auch hin und wieder mal nass:

 

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… und auch bei Regen!

 

Wenn die Abfertigung abgeschlossen wurde und hoffentlich alle Gäste und Koffer an Bord sind, macht man den Pushback und winkt den Piloten ein letztes Mal.

Unsere Zeit auf der Rampe war wahnsinnig spannend und viel zu kurz, doch auch der nächste Programmpunkt hatte es in sich: Wir verbrachten zwei Tage im HOC (hub operations centre), wo wir alle Aufgabenbereiche durchliefen. Das waren unter anderem Event Control, Hub Coordination, Crew Planning, Dispatch, Verkehrsleitung und einige weitere. Dabei erklärten uns die Mitarbeiter an den jeweiligen Arbeitsplätzen, was genau sie tun  und wie sie im Falle von ungeplanten Ereignissen wie z.B. Gewitter oder Flugzeugausfall reagieren und umplanen können, um Konsequenzen für die Gäste möglichst gering zu halten. Im HOC laufen sozusagen alle Fäden zusammen, und nachdem wir zuvor alle Bereiche einzeln durchlaufen sind, war es der perfekte Abschluss.

Die letzten vier Wochen waren eine absolut unbezahlbare Erfahrung und wir haben viele tolle Lufthanseaten kennengelernt, die wir hoffentlich noch öfter in MUC oder FRA wiedersehen werden. Darum danken wir auf diesem Wege noch einmal all unseren Zieheltern und Trainern sehr herzlich.

Übrigens war der Heimflug der krönende Abschluss, doch dazu muss ich wohl nicht mehr viel sagen…

 

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Heimflug

 

Ich danke Euch für’s lesen und würde mich freuen, ein paar von euch bald in Bad Honnef zu sehen.

Eure Marleen