Im „Anhalter durch die Galaxis“ wird die Erde als „größtenteils harmlos“ beschrieben. Und – ob wir wollen oder nicht – ist dies eine ziemlich adäquate Beschreibung für meine Kollegen und mich. Denn um unsere Aufgabe zu erfüllen, müssen wir eine Sicherheitsüberprüfung durchlaufen.

Die Lufthansa Industry Solutions ist als IT-Beratung auf verschiedene Branchen fokussiert. Traditionell sind wir natürlich in der Luftfahrt stark vertreten, aber auch etwa im Automotive-Bereich, der Energiebranche oder der Logistik. Ich bin in einem weiteren Bereich, der MRO beschäftigt. MRO steht hierbei für „Maintenance, Repair and Overhaul„, und daher beraten wir auch die Lufthansa Technik, welche ja primär im Bereich Reparatur und Instandsetzung arbeitet.

Wir unterstützen hier also unseren Kunden im IT-Umfeld, beraten beim Aufsetzen der richtigen Prozesse und bieten unsere Fachkenntnis bei der Wahl der optimalen Technologie für den benötigten Einsatzzweck. Zusätzlich – und das ist im Wesentlichen meine Aufgabe – setzen wir auch individuelle Anforderungen um, entwickeln also Anwendungen im Kundenauftrag auf verschiedenen Plattformen und in verschiedenem Umfang.

Schlussendlich lassen wir den Kunden dann hinterher natürlich nicht alleine mit seiner Lösung, sondern bieten auch den notwendigen Support für die verwendeten Systeme an. Egal ob es um unsere eigenen Entwicklungen geht oder um standardisierte Anwendungen und Plattformen wie SAP, SharePoint oder Office365.

Der Büro-Hover darf leider auch nicht mit an Bord

Auch eine Frage der Sicherheit: Der Büro-Hover darf leider nicht mit an Bord

Die Lufthansa Technik befindet sich direkt auf der „Werft“. Die „Werft“, oder auch „Basis“ ist der Bereich des Flughafens, wo die Lufthansa Technik ihre Aufgaben verrichtet, also der Bereich, den man als Flugpassagier üblicherweise nicht zu sehen bekommt. Um diesen Bereich dauerhaft zu betreten ist eben zwingend eine Sicherheitsüberprüfung vonnöten. Genauer schimpft sich diese Überprüfung „Zuverlässigkeitsüberprüfung (ZÜP) gemäß § 7 Luftsicherheitsgesetz (LuftSiG)“. Klingt erst einmal furchtbar bürokratisch. Ist aber relativ einfach: Man sollte in seinem bisherigen Leben noch keinen allzu großen Blödsinn gemacht haben. Dafür werden so ziemlich alle Institutionen abgefragt, die tendenziell Informationen über den (zukünftigen) Mitarbeiter haben könnten: Das Bundeskriminalamt, der Verfassungsschutz, das Zollkriminalamt und noch weitere. Wenn die Prüfung eine strahlend weiße Weste bestätigt, kann man sich offiziell als ganz lieber Kerl und Traum jeder Schwiegermutter vorstellen: Schwarz auf weiß :)

Wo wir schon mal beim Thema Werft sind: Eines der ersten Dinge, die man als frisch gebackener Mitarbeiter machen kann (und sollte) ist eine Werftführung. Man muss dafür übrigens kein Lufthansa-Mitarbeiter sein. Die ist am Wochenende auch für andere technisch interessierte Fans verfügbar. Spontan vorbeikommen ist aber leider nicht: Die Sonntagstermine sind bereits bis ins nächste Jahr ausverkauft. Der Besuch will also im Voraus geplant sein. Ich persönlich finde: Es lohnt sich auf jeden Fall.

Waldi (vorne) kann Ärger riechen

Waldi (vorne) kann alles (außer Pokémons) erschnüffeln

Es gibt übrigens eine Art von Mitarbeitern, die es ohne die Sicherheitsüberprüfung auf das Werft-Gelände geschafft haben: Pokémons. Das ist damit wohl eine der exklusivsten Arenen für Jäger in ganz Hamburg. Die Wache macht aber leider ganz bestimmt keine Ausnahme für Pokémon-Sammler ohne Freigabe. Und keine Sorge: Auf dem Rollfeld wurden sie bisher weder gesehen, noch gejagt. ;)

Ich hoffe, Euch hat der Blick hinter die Kulissen gefallen. Die nächsten Tage werde ich Euch einen kleinen Einblick geben, wie so ein Entwicklungsprozess aussieht, und was dann am Ende dabei herauskommt.