Hallo liebe Blogleser,

ich melde mich nach einer langen Zeit wieder bei Euch und habe einiges spannendes zu berichten. Ich befinde mich jetzt im dritten Lehrjahr und dies bedeutet, dass wir bis zum Ausbildungsende in einer festen Abteilung arbeiten, der Einsatz in den Nebenwerkstätten ist somit abgeschlossen.

Jeder Auszubildene konnte einen Wunsch abgeben, an welchem Flugzeugmuster er/sie seine Ausbilung machen möchte. Für mich geht meine Reise auf der Südseite des Frankfurter Flughafens, beim Airbus A380, dem größten Passagierflugzeug der Welt, weiter. In meiner „neuen“ Abteilung angekommen, bekam ich einen Lehrgesellen an die Seite gestellt, mit dem ich bis zum letzten Tag der Ausbildung zusammen arbeiten werde. Wir führen zusammen Arbeitsaufträge aus und er ist mein fester Ansprechpartner in der Abteilung. Beim selbstständigen Arbeiten schaut er mir über die Schultern, um Fehler zu vermeiden und um an der ein oder anderen Stelle auch Tipps zu geben. Durch ihn bekomme ich Wissen über das Flugzeug vermittelt, bzw. vertieft und man kann ihm alle Fragen stellen, die einem schon immer auf der Zunge gebrannt haben.

Mein Alltag sieht folgendermaßen aus: zu Schichtbeginn treffen sich alle im Einteilungsraum, hier werden die Aufträge vergeben. Im Anschluss schnappt jeder seine Werkzeugkiste und es geht auf an die Arbeit. Die Arbeit bei uns unterteilt sich nochmal in Halle und Rampe/Vorfeld.In der Halle haben wir Flugzeuge stehen, die eine längere Liegezeit haben und an denen größere Arbeiten vorgenommen werden müssen. Auf der Rampe haben wir die Flugzeuge zur Abfertigung, welche vorkurzem gelandet sind und unmittelbar wieder auf Strecke gehen und einmal um die halbe Welt fliegen. Das spannende ist, dass wir jeden morgen erst erfahren ob wir in der Halle oder auf dem Vorfeld arbeiten. Auf dem Vorfeld kann es besonders spannend werden, denn es ist sehr schnelllebig. Es kann nämlich sein, dass der Flieger ein paar Beanstandungen mitbringt, ein paar Reifen zu wechseln sind oder der Flug etwas Verspätung hatte.

Dies muss alles bis zum nächsten Start aufgearbeitet werden und der kann unter Umständen auch schon in zwei Stunden sein. In der Halle hat man den Vorteil, dass man einen tieferen Einblick in die Materie „A380“ bekommt. Hier hat man intensive Systemarbeiten und man lernt die Kommunikations- und Funktionsweise, „das Herz“ des Flugzeuges näher kennen. Das schöne daran ist, dass man z.B. mit seinem Lehrgesellen im Cockpit sitzt und die Funktionsweise verschiedener Systeme und Instrumente erklärt bekommt und dies auch selbst einmal ausprobieren kann. So ein „sit-together“
wird meistens sehr anstrengend, denn hier wird einem viel Flugzeugwissen vermittelt. Hier heißt es dann ACHTUNG und Ohren spitzen, denn die Rückfragen kommen irgendwann und da möchte man ja schon zeigen, dass man gut aufgepasst hat.

Auch für einen Elektroniker heißt es Reifen wechseln, so war es auch bei mir der Fall. Die Reifen werden gewechselt, wenn z.B. das Profil abgenutzt ist oder sich beim Rollen etwas hineingebohrt hat. Wie ihr euch sicherlich vorstellen könnt, hat ein großes Flugzeug auch sehr große Reifen.
Um diese zu wechseln, wird das Fahrwerk mit einem „Wagenheber“ soweit hochgepumpt, bis der Reifen keinen Bodenkontakt mehr hat. Der zu wechselnde Reifen wird gelöst und von der Achse geschoben. Im Anschluss wird der neue Reifen mit einer speziellen Hebevorrichtung auf die Achse geschoben und an dieser befestigt. Nun wird der Reifen mit Stickstoff befüllt. Was denkt ihr, wie viel Druck draufgegeben werden muss?

 

Es sind 218 Psi (pound-force per square inch), dies sind 15 Bar, das ist schon eine ganz schöne Menge oder?

Ich hoffe ich konnte euch einen kleinen Einblick in meine Ausbildung beim A380 geben und freue mich schon drauf, wenn ich Euch das nächste mal von meinen spannenden Tätigkeiten am Flugzeug berichten kann.

Bis dahin wünsche ich alles Gute!

Eure Martina

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