Hallo, mein Name ist Laura, ich bin 22 Jahre alt und habe im September 2014 meine Ausbildung zur Luftverkehrskauffrau bei der Deutschen Lufthansa begonnen. Ich möchte euch hier mehr über meinen Auslandseinsatz erzählen und euer Interesse wecken!sha 5

Generell haben wir während unserer 2 ½ jährigen Ausbildung zum LVK die Möglichkeit vier Wochen im Ausland einen Praxiseinsatz zu absolvieren. Für mich hieß das Anfang Oktober 2015: auf geht’s nach Shanghai! Sophie und ich, wir sind im selben Jahrgang, flogen gemeinsam nach PVG und haben bis Ende Oktober einen richtig tollen Einsatz im Stadtbüro Shanghai verbracht. Vorher jedoch musste einiges organisiert werden. In unserer Ausbildung wird viel Selbstständigkeit gewünscht. Das bedeutet zwar mehr Aufgaben für den einzelnen Auszubildenden, aber auch mehr Möglichkeiten! Sophie und ich haben den Einsatz sehr selbstständig organisiert. Wir hatten die Info, dass das Stadtbüro in Shanghai gerne einen LVK aufnehmen würde und einen Kontakt. Nachdem wir nochmals Rücksprache mit den sehr netten Kollegen in Shanghai gehalten haben, buchten wir uns eine kleine Wohnung in der Stadt über „Airbnb“. Wir informierten uns über öffentliche Verkehrsmittel in der Stadt, buchten unseren Flug, kümmerten uns um das Visum und ließen uns beim Medizinischen Dienst der Lufthansa impfen. Die Vorbereitungszeit war super spannend und aufregend. Wir konnten es nicht mehr erwarten endlich unseren Auslandseinsatz zu starten. Da unsere Ausbildung in Blöcke geteilt ist und wir vorher noch im Praxiseinsatz in Deutschland waren, haben wir bis einschließlich Donnerstag gearbeitet und sind dann am Freitag los geflogen. Durch die Zeitverschiebung kamen wir am Samstagmorgen in Shanghai an. Auf Interkontinental-Strecken haben wir das Glück in der Business Class fliegen zu dürfen, was unglaublich entspannt war… Besonders im A380, wo man kaum ein Wackeln oder Turbulenzen spürt.sha 6

Angekommen in Shanghai: Da waren wir nun, in einer Stadt auf der anderen Seite der Welt, 18 Millionen Einwohner, unglaubliche Massen, Gerüche, Farben. Nichts war wir zu Hause… Außer die Ikea Möbel in unserer Wohnung und die Computer im Lufthansa Stadtbüro. Wie ihr euch sicher vorstellen könnt, haben wir die Zeit am Samstag und Sonntag genutzt und haben die Stadt erkundet.

Am Montag machten wir uns auf den Weg zu unserem ersten Arbeitstag, und obwohl wir über eine Stunde für eine Bahnfahrt von eigentlich 15 Minuten eingeplant hatten, kamen wir etwas zu spät an. Das war für uns vorerst super unangenehm, aber ich kann euch sagen: Berufsverkehr in China ist verrückt! Unsere Ansprechpartnerin in SHA hat das gut verstanden und sich gefreut, dass es uns sonst soweit gut ging. Das Stadtbüro in Shanghai befindet sich momentan auf der East Nanjing Road, also sehr zentral gelegen in Fußnähe zum Fluss und zur atemberaubenden Skyline. Unser Aufenthalt wurde von ihr komplett durchgeplant und wir waren täglich an einer anderen Position eingesetzt. Das war für unseren Überblick natürlich genial. Einblicke hatten wir im Bereich Sales, Marketing, Kommunikation, Ticketing, Pricing, im Call Center und auf der Station am Shanghai Pudong Airport. Aber nicht nur die Einblicke in die Themen, sondern auch die andere Kultur, die Arbeitswelt in Shanghai und besonders die Kollegen aus Deutschland, welche für eine längere Zeit im Ausland arbeiten waren sehr interessant. Oft haben wir unsere Mittagspause genutzt und sind mit Kollegen etwas essen gegangen, das sah ganz verschieden aus… Manchmal sind wir sehr europäisch essen gewesen und mit unseren chinesischen Kollegen waren wir eher einheimisch unterwegs. Da kam es vor, dass Sophie und ich die einzigen Europäer waren und die Karte nur auf Chinesisch geschrieben war. Allgemein ist uns die Kommunikation in Shanghai nicht so schwer gefallen, da die Stadt international geprägt ist. Verlässt man allerdings Shanghai für ein Wochenende und reist nach Hangzhou, dann sieht das schon anders aus und Hände und Füße kamen zum Einsatz.

sha 4Das Klima war zu der Zeit recht angenehm. Wir hatten tolles Wetter, kaum Regen, für die Verhältnisse wohl wenig Smog und angenehme Temperaturen um die 20 bis 25 Grad Celsius. Während unserem Aufenthalt hat unser Büro gute  Geschäftspartner und andere Firmen, welche mit uns zusammenarbeiten, zum Oktoberfest im Paulaner eingeladen. Das war ganz schön merkwürdig in China ein Dirndl zu tragen und in einen Paulaner Biergarten zu gehen. Dieser wird von Deutschen geführt, die nach Shanghai ausgewandert sind. Alle Kollegen waren in Tracht und es war ein super schöner Abend mit deutschem deftigen Essen, Bier und einer Band vom originalen Oktoberfest aus München.

sha 3Ein anderes größeres Event war der Besuch in Shanghai unseres Head of  Sales der Lufthansa. Hierfür wurde wahnsinnig viel vorbereitet. Die richtige Location für die Interviews mit lokalen Fernsehsendern und Zeitungen wurde organisiert, eine Location für das Abendessen usw. Bei der Suche und Organisation waren Sophie und ich auch eingebunden.

Besonders spannend fand ich die Arbeit der Key Account Manager, die zu großen Firmen gegangen sind und besondere Verträge ausgehandelt haben. Mitarbeiter dieser Firmen sind häufig auf Dienstreise und bekommen mit Lufthansa ein spezielles Angebot. Diese Kunden sind äußerst wichtig für unsere Airline. Manche Kollegen aus China reisen für ein Training oder ein Meeting nach Frankfurt oder nach Seeheim. So kommt es vor, dass wir manchmal Kollegen wieder treffen, oder Fotos von ihnen aus Seeheim bekommen, dem Training and Conference Center der Lufthansa.sha 2

An unseren freien Wochenenden haben wir immer etwas unternommen. Einmal sind wir nach Hong Kong geflogen. Das war super cool und es ist eine unglaubliche Stadt! Wir haben dort weniger als 30 Stunden verbracht, also hat die Zeit nicht für alle Wünsche gereicht. Der Ausflug auf den Viktoria Peak war atemberaubend. Wir haben uns gefühlt wie im Paradies. Am Sonntag ging es also wieder zurück nach Shanghai mit der Dragon Air, eine chinesische Airline, von welcher wir sehr positiv überrascht waren. Ein gelungener Ausflug. An einem anderen Wochenende sind wir nach Hangzhou mit dem Zug gefahren. Das war etwas schwieriger, weil dort kaum noch jemand englisch spricht. Wir haben uns in Hangzhou den Tempel angeschaut und saßen am West Lake, und ehrlich gesagt haben wir die Zeit genutzt, mal etwas zu shoppen. Unter der Woche waren wir nach der Arbeit fix und fertig und haben nach dem Essen uns einfach hingelegt oder waren noch eine Runde laufen.sha 1

Unsere zwei letzten Tage waren wir an der Station PVG, also am Flughafen. Da haben wir den Flug nach Deutschland mit abgefertigt. Das ist natürlich was ganz anderes als in Frankfurt und durch unseren Einsatz am Frankfurter Flughafen Check-In und Gate haben wir den direkten Vergleich gehabt.

Ich bin sehr froh, meinen Einsatz in Shanghai gemacht zu haben. Wir haben den chinesischen Markt sehr gut kennengelernt und er ist nicht zu vergleichen mit dem Markt in Europa. Die Kultur und die vielen verschiedenen Menschen waren eine Herausforderung, ganz klar, aber darunter fanden sich auch tolle Kollegen und Freunde. Keine Frage, in China zu leben ist etwas ganz anderes als zu Hause, und auch nicht vergleichbar zu Thailand oder Japan. Es ist zwar wie in Asien gewohnt voller Menschen, aber die Kultur ist eine ganz andere und auch das Essen ist nicht vergleichbar. Alles in allem hatten wir von Lufthansa in SHA eine tolle Unterstützung und wir sind an den Herausforderungen, die dieses Land mit sich bringt, gewachsen. Ich werde nicht lange auf mich warten lassen und bestimmt bald wieder nach China reisen.