Da gehen sie nun in die Lufthansa Welt – es ist ein Gefühl zwischen der sachlich professionellen Betrachtung „Aufgabe erfüllt“  und dem Gefühl des Abschieds, weil auch für mich ein ProTeam Abschnitt zu Ende geht.

Wie würde ich meine Stelle sachlich beschreiben…? Produktverantwortliche im Talentmanagement  für ein Trainee-Programm. Klingt gut, aber so aussagekräftig wie ein Schwarz-Weiß-Film.

In Farbe, also im wirklichen Leben, sieht das ganz anders aus. Da ist es eher wie eine spannende Reise, auf die man sich begibt, mit jeder Generation neu. Zu Beginn gehen einem viele Gedanken durch den Kopf: was wird alles in den kommenden 18 Monaten passieren, worüber wird man lachen, über wen wird man sich ärgern, was oder wer wird einen zum Staunen bringen und nicht zuletzt, was werde ich selber lernen?

Und so lernte ich erst einmal die 12 Individuen kennen, lernte, zu verstehen, was sie bewegt. Sie bekamen aber auch ein Bild von mir, für was ich einstehe, welche Dinge ich mitgehe und welche nicht. Dabei ist das oft nicht so einfach zu entscheiden – gilt es doch den Seiltanz zwischen gesetzlichen Anforderungen, betrieblichen Interessen und durchaus sinnvollen Vorschlägen der ProTeamler zu bewältigen. Nie werde ich die beiden immer freundlich lächelnden ProTeamler vergessen, die lange mit mir um eine bestimmte finanzielle Entscheidung „gekämpft“ haben. Immer meine Argumente verstehend, dann außer Kraft setzend, neue Vorschläge machend. Bis wir tatsächlich eine gemeinsame Lösung gefunden haben. Bis heute bin ich davon amüsiert und beeindruckt.

Die vielbeschriebene Gen Y hat ihre eigenen Verhaltensweisen, Vorstellungen und Werte, die nicht immer mit denen aus meiner Baby Boomer Zeit übereinstimmen. Zuhören, Nachdenken, sich immer wieder in Frage stellen, die Vorschläge durchdenken und dann eine Entscheidung fällen, das ist es was, meine Tätigkeit so interessant macht. Auch ich muss innovativ sein, Neues denken, ausprobieren, die Zukunftsanforderungen im Blick haben. Ich lerne fast jeden Tag dazu und wenn es auch manchmal nur die Erkenntnis ist, das mal die „Jungen“ und mal die „Alten“, mal die innovative Idee und mal die traditionelle Lösung recht zu haben scheinen. Ich treffe im Übrigen hier keine Zuordnung, was im Einzelfall wem zuzuordnen ist :-).

Wir könnten es uns wirklich leichter machen … Diese Diversität in Kultur, Studienhintergrund und Charakter lösen Konflikte aus, sind manchmal anstrengend, aber ich empfinde diese Individuen im ProTeam wie eine Bluttransfusion für alle Bereiche.
Die 12 Teilnehmer der Generation 29 waren die ersten, die nach dem neuen Konzept für ProTeam ausgesucht wurden. Eine bunte Truppe – Germanist, Designer, BWLer verschiedenster Richtungen, Ingenieur, Mathematiker. Alle haben in den 18 Monaten Erfahrungen gesammelt, über sich als Person und mit dem Team, sei es im Kloster Münsterschwarzach, beim sozialen Projekt in Indien, beim Gemeinschaftsprojekt bei der Lufthansa Technik oder beim Innovation Hub in Berlin. Sie haben den Konzern und die Luftfahrbranche im Schnelldurchlauf und aus den verschiedensten Blickwinkeln kennengelernt.
Nun verlassen sie den sicher auch schützenden Raum der Gruppe, werden sich nicht mehr so oft sehen, müssen ihren Platz in der „normalen“ Arbeitswelt finden. Sie sollen Teil des kulturellen Wandels sein und ich wünsche uns allen, dass sie den Geist und den Spaß der ProTeam Zeit in den Alltag retten und dort zwischen Tradition und Innovation ihren Platz finden. Lasst euch nicht auffressen vom Alltag, bewahrt euch eure Eigenarten, dafür seid ihr hier.

Eines ist sicher – ich werde euch vermissen. Und wie der Kölner sagt: Maat et joot!