Hallo ihr Lieben,

Schweröl statt Kerosin, Dry Vans und Highcubes anstelle von PMC und AMP, „ Schiff ahoi“ statt „ Cleared for Take-Off“. Dem ein oder anderen wird mit Sicherheit auffallen: Das kann mit Luftfracht nicht mehr allzu viel zu tun haben.

Im Rahmen meiner Ausbildung, zum Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistung bei der Lufthansa Cargo in Frankfurt, bekam ich die Möglichkeit, einmal in die Verkaufsabteilung der Reederei MSC Germany S.A. & Co. KG zu schnuppern und somit einen Einblick in die Welt der Seefracht zu erhalten. Möglich wurde dies durch ein Austauschprogramm der Lufthansa Cargo mit MSC Germany.

Der MSC Standort Frankfurt ist ein reines Verkaufsbüro, ansässig in der Hanauer Landstraße und besteht aus insgesamt fünf Mitarbeitern und einem Auszubildenden. Dank der sehr aufgeschlossenen und hilfsbereiten Mitarbeiter, die mir die Zusammenhänge stets ausführlich und genau erklärt haben, war ich relativ schnell in der Lage, eigenständig Aufgaben zu übernehmen.

Zu meinen Aufgaben zählte zunächst die Kalkulation von Vor- und Nachläufen, also der Transport des Containers vom Kunden zum Ladehafen, beziehungsweise vom Empfangshafen zum Kunden vor Ort. Hinzu kam das Erstellen von Angeboten auf Anfrage eines Kunden. Hierbei werden die Seefrachtrate und alle weiteren Zuschläge, die Anwendung finden, in einer Excel Tabelle separat aufgeführt, um die nötige Transparenz zu gewährleisten. Als Beispiel für einen Zuschlag wäre die Terminal Handling Charge zu nennen. Hierbei handelt es sich um die Gebühr, die der Terminalbetreiber verlangt, um den Container abzufertigen und für den Transport auf dem Schiff zu verladen.

Eines der Highlights während meines Einsatzes war der Besuch eines Kunden, der seit vielen Jahren mit MSC zusammenarbeitet. Ich durfte an einem Gespräch zwischen den jeweiligen Sales Managern teilnehmen, bei dem es um die geschäftliche Zusammenarbeit ging und wie diese weiter ausgebaut und verbessert werden kann. Dadurch bekam ich die Gelegenheit, einmal hinter die Kulissen zu schauen und einen kleinen Einblick in die Welt des Außenverkaufs zu erhalten.

Bereits in der ersten Woche durfte ich an einer Besichtigung des Terminals am Frankfurter Osthafen teilnehmen. Dort befindet sich ein Container-Depot von MSC Germany. Das bedeutet zum einen, dass hier leere Container gelagert werden, die dem Kunden dann für den Transport bereitgestellt werden. Gleichzeitig dient das Terminal jedoch auch als Umschlagspunkt. Neben Einrichtungen für das Be- und Entladen von Binnenschiffen verfügt das Terminal über eine Gleisanbindung, die eine Verladung der Container auf einen Güterzug für den Weitertransport zum Kunden im Inland ermöglicht. Einmal direkt vor einem 20‘ Container hat mir auf jeden Fall die Dimensionen der Seefracht verdeutlicht.

MSC betreibt das derzeit größte Containerschiff der Welt, mit einem Fassungsvermögen von knappen 20.000 TEU (twenty foot equivalent unit, 1 TEU= 20‘ Container). Jetzt schätzt mal wie viele unserer Boeing 777 Frachtflugzeuge wir bräuchten, um so viel Fracht unterzubringen :) .

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Die MSC Zoe läuft für die Feierlichkeiten der Taufe im Hamburger Hafen ein.

 

Der Einsatz bei MSC Germany hat mir insgesamt sehr gut gefallen und wird mir positiv in Erinnerung bleiben. Da die Ausbildung zum Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistung mehrere Verkehrsträger umfasst, war es für mich eine spannende und hilfreiche Erfahrung, einmal die Arbeit eines anderen Verkehrsträgers kennenzulernen.

Im Zuge des Austauschs bekommen zudem die Lufthansa Cargo Azubis Tahnee T. und Anja K. die Möglichkeit ihren Praxiseinsatz bei MSC zu absolvieren. Und wir freuen uns im Gegenzug Alexander H. im Mai bei der Lufthansa begrüßen zu dürfen.

Ich hoffe euch hat der Beitrag gefallen und ihr seid auch beim nächsten Artikel der Lufthansa Cargo Azubis Jahrgang 2014 wieder dabei.

Viele Grüße,

euer Fabian