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Du bist ITlerin oder ITlerin mit Herzblut oder möchtest einen Eindruck aus dieser Welt? Du bist Sätze wie, „Ich glaube mein Drucker spinnt, kannst du mir helfen?“, „IT – Nullen und Einsen, das ist doch langweilig!“ oder „Als Nerd arbeitest du bestimmt im dunklen Keller“ leid. Du suchst Ideen für deine Karriere?

Dann interessiert dich bestimmt meine Geschichte über meinen neuen Beruf als Cluster Architektin für Business Intelligenz, Data Warehouse und Analytics bei der Lufthansa Group, fernab vom klassischen First-Level-Support, Assemblercode oder dunklen Räumen.

 

Flugzeuge, IT, Architektur und ich

 

Maschinenbaumeisterwerk, Bezwinger der Lüfte, Weltentaxi oder einfach nur Flugzeug – man denkt an Wolken, netten Service und Tomatensaft. Dass dahinter viel Maschinenbauleistung und Ingenieursarbeit bei der Wartung, Organisations- und Einfühlungstalente bei der Flugdurchführung und kulinarisches Geschick bei der Verpflegung notwendig sind, erschließt sich jedem sofort. Doch wo steckt die IT?

Wolken

Da denkt man wohl zuerst an die Mitreisenden, die mit geöffnetem Laptop über WLAN ihre Mails beantworten, aber stopp – fangen wir nochmal vorne an. Wie kam man z.B. in den Flieger? Das Ticket gebucht im Internet, eingecheckt über die App und per Barcodescan ins Flugzeug. All diese Schritte mittlerweile ohne IT undenkbar. Viele Businessprozesse sind erst durch den Einsatz von IT möglich, die Datenübermittlung, -verarbeitung und –auswertungen verbessern z.B. Serviceleistungen wie das Koffertracking oder die Bestellung von speziellen Menüs. Die Ideen des Business werden durch die IT verwirklicht. Hier ist Teamwork bereichsübergreifend gefragt. Wer nur im Keller sitzt, kann nicht der Enabler sein, den das Business benötigt um optimale Performance zu liefern, die dem Kunden das strahlende Lächeln ins Gesicht zaubert, das den Job im Airline Umfeld so besonders macht.

Flugzeuge im LAC

Wie passt jetzt aber Architektur ins IT Umfeld? Spielen Häuser in der IT etwa eine Rolle? Ich würde sagen ja, denn ein Hausbau lässt sich sehr gut mit einem IT Projekt vergleichen. Je nach Größe des Baus wächst die Komplexität, sind bei einem kleinen Einfamilienhaus z.B. die Wünsche des Eigentümers oder Richtlinien zur Statik zu beachten, werden bei Sonderbauten wie großen Einkaufszentren verschiedene Investoren z.B. unterschiedliche Interieuransprüche stellen. Die Statik ist aufwendig zu berechnen, ein Brandschutzkonzept ist auszuarbeiten und es werden technische Anlagen wie Belüftungsanlagen oder Aufzüge benötigt. Die Anzahl, Ansprechpartner, Baubeteiligten und Schnittstellen sind somit je nach Projekt unterschiedlich. Baut der Heimwerker sein Gartenhaus alleine, so ist das bei einem großen Bau undenkbar. Genauso verhält es sich bei Software. Eine App, die z.B. einfach nur ein Hupen bei Knopfdruck abspielt, lässt sich durch einen Entwickler realisieren. Ist das Ziel Daten zu speichern und z.B. übergreifend in der App und im Browser verfügbar zu machen, stellt es sich anders dar. Um Prozesse wie z.B. „ich buche ein Flugticket“ abzubilden, ist eine Umsetzung ohne ein Team und Schnittstellen nicht zu realisieren.

Denkt man an die Planung eines Hauses so gibt es einen Architekten der Pläne zur Struktur des Hauses erarbeitet. Der klassische Bauplan wird meist durch Klassendiagramme in UML abgebildet. Das Komponentendesign und deren Übertragungsdatenwege bilden den Grünflächen- und Gebäudeplan. Es gibt klassische Projektabläufe wie z.B. im Bau. Kurz erst das Design, dann wird gebaut. Doch die digitale Welt ändert sich immer schneller, sodass auf neue Anforderungen oder Anpassungen zeitnah reagiert werden muss. Hierfür wurden agile Methoden wie SCRUM entwickelt. Die Designphase und die Entwicklungs-/Bauphase wechseln sich iterativ ab. Auch diese neuen Projektmanagement Konzepte lassen sich am Bau finden: Man kann agil in der Containerbauweise, durch Anbau schnell Räume hinzufügen, ggf. schon als Standardcontainer (2 Büroräume mit 2 Arbeitsplätzen), Funktionsweisen durch Umbau anpassen (2 Büros in einen großen Meetingraum) oder Teile einfach abbauen um den aktuellen Bedürfnissen der Nutzer gerecht zu werden.

Den Überblick über die Detailarchitektur hat in der Lufthansa der Solution Architekt, z.B. wie sieht konkret in diesem Gebäudeabschnitt der Grundriss- (Aufteilung der Räume), der Elektro- (Kabelführung), der Umsetzungs- (Welche Materialien z.B. Ziegel werden genutzt) und der Nutzungsplan (Büromöbelaufteilung) aus. Im Konkreten heißt das welche technische Komponente ist für was, wie zuständig, welche konkreten Daten werden in welchem Format erzeugt, verarbeitet und weitergegeben, welche Programmiersprache, Datenbank und welche Libraries kommen zum Einsatz und welche Anwendungsfälle / Use Cases werden abgebildet.

Den Überblick über ein Gebäude oder auch einen Gebäudekomplex mit verschiedenen Teilen hat der Domain Architekt. Er kennt die Verbindungswege zwischen den Gebäuden plant neue Nutzungswege und Anbauten und unterstützt den Solution Architekt durch seinen Gesamtüberblickt der Softwarelösung. Im Beispiel, kennt er den Aufbau und die Schnittstellen des Appfrontends, die verschiedenen Backendsysteme, Middleware-Anbindungen und Storagelösungen.

Doch Häuser stehen, so wie Softwarelösungen, selten alleine auf einer grünen Wiese. Man hat Fassaden die das Haus mit der Außenwelt, der Straße, verbinden. Es gibt zentralisierte Verkehrswege z.B. Schnellstraßen alias Middleware z.B. ein BUS-System. Die Häuser in einer Stadt sollten zudem, wenn sie vom gleichen Typ sind, Regeln folgen, z.B. die einheitliche Anbindung an das Kanalnetz, etc. – Fehlen diese Strukturen entsteht Wildwuchs. Dieser kann Vorteile durch kreative Lösungen bieten, jedoch aber auch Risiken wie Mehrkosten, wenn eben Standards nicht definiert wurden. Das betrifft Punkte wie Wartbarkeit, Erweiterbarkeit, Kostenersparnis durch Rahmenverträge etc. Der Städteplaner sollte daher Straßenanbindungen, Standardisierungsmöglichkeiten (z.B. Gebäudeabstände durch Baufenster für die Belüftung der Stadt) und Flächennutzungspläne im Fokus haben. Der Domainarchitekt fokussiert sich hierbei auf die Entwicklung von Zielarchitekturen für Gebiete wie Gewerbe- oder Wohngebiet, d.h. z.B. Data, Middleware oder Marketing in der IT. Der der Enterprise Architekt, bei der Lufthansa Cluster Architekt genannt, ist für den strategischen Gesamtüberblick aller Softwarelösungen und deren Kommunikation untereinander verantwortlich. Er bearbeitet somit Themen, die gebietsübergreifend, wie Mischgebiete, Verbindungsstraßen, etc., sind. Er entwickelt übergreifende Zielarchitekturen, die zu einer besseren Wartbarkeit, Kosteneffizienz und Nachhaltigkeit der IT Lösungen im Konzern führen sollen.

Sandra

Hier komme ich ins Spiel, den mein Themengebiet ist das Cluster BI, Data Warehousing und Analytics. Qualifiziert für den Job habe ich mich durch meinen Werdegang. Nach meinem dualen Studium in Wirtschaftsinformatik und anschließendem Master in Informatik, habe ich als IT Consultant gearbeitet. Bei verschieden Projekten in deutschen Großunternehmen lag mein Fokus auf Datenbanken, Entwicklung und agilen Themen. Danach habe ich eine Teamleitung im Bereich Datenbanken und Entwicklung und anschließend eine Gebietsleitung für Digitalisierungsthemen übernommen. Mein Streben nach Herausforderungen im IT Umfeld und der Begeisterung aktiv an strategischen Entscheidungen teilzuhaben, hat mich schließlich zur Lufthansa geführt.

 

Warum die Lufthansa Group – IT macht doch jeder?!

 

Die Lufthansa Group ist mir durch mein persönliches Umfeld, sei es Familie oder ehemalige Kommilitonen, immer als sehr guter Arbeitgeber vermittelt worden. Seit ich nun selbst hier arbeite kann ich es nur bestätigen, denn hier arbeiten durchweg zuvorkommende, nette Menschen. Die Vielfalt begeistert mich, denn Herkunft, Geschlecht oder Aussehen, spielen keine Rolle. Jeder hat die Chance sich einzubringen.

Doch was unterscheidet die Lufthansa im IT Bereich von anderen Deutschen DAX Konzernen?

Es ist das spannende Airline Umfeld – international, vielseitig und innovativ. Hier hat man die Chance neue Wege zu gehen und Ideen voran zu bringen. Die Verkehrsanbindung ist am Flughafen ideal, man hat die Möglichkeit ein Job Ticket oder das kostenlose Parkplatzangebot zu nutzen. Die Ausstattung der Arbeitsplätze ist ganz im Fokus der Gesundheit. Höhenverstellbare Schreibtische und Monitore sowie ein Stuhl mit Lordose-Stütze gehören hier zum Standard. Flexible Arbeitszeiten und die Möglichkeiten zum Homeoffice werden durch die entsprechende Hardware unterstützt. So bekommt man einen Laptop mit Headset, der es einem ermöglicht, flexibel zu arbeiten.

Zuletzt das wichtigste, natürlich unsere Kunden:

Wer kann sonst von sich behaupten, er helfe Menschen den Ort ihrer Träume zu erreichen?

 

Onboarding – ready for take-off – der erste Tag

 

Genug geredet, wie war denn nun der erste Tag? Der erste Tag begann sogar früher und zwar mit einem einführenden Telefonat mit meinem Vorgesetzten. Hier wurde abgestimmt wann und wo wir uns am ersten Tag treffen und kurz erläutert wie der Ablauf sein wird.

LAC Eingang

Kurzum mein erster Tag begann um 9:00 Uhr im Lufthansa Aviation Center, kurz LAC. Der Eingangsbereich ist Licht durchflutet und man kann den im LAC angelegten Bambusgarten sowie eine kleine Ausstellung im Eingangsbereich bewundern. Mein Vorgesetzter begrüßte mich herzlich und wir machten uns auf dem Weg zum Lufthansa Haupteingang bei Tor 21.

LAC Empfang

Den Eingang zu Tor 21 schmückt eine riesige Heckflosse eines Lufthansa Flugzeugs. Daneben befindet sich die Dienstausweisausgabestelle. Nun war es offiziell, ich hielt zum ersten Mal meinen Konzernausweis in der Hand. Ich kenne Konzernausweise bereits von meinen vorigen Arbeitgebern, aber dieser ist besonders, nicht nur durch seine gelbe Farbe, sondern auch durch sein Hochformat.

Der nächste Anlaufpunkt war das Squaire, meinem Haupteinsatzort. Das Squaire ist eins der modernsten Bürogebäude Deutschlands. Es ist auf Stützen gebaut, da es im Untergeschoss den ICE-Fernbahnhof der Deutschen Bahn beinhaltet.

Squaire Innenhof Squaire Modell

Hier ist nun mein Arbeitsplatz oder besser mein Arbeitsbereich. Denn einen festen Sitzplatz hat hier keiner mehr, es gilt das Modell des New Work Spaces. Wie arbeitet man ganz ohne festen Sitzplatz? Hierfür setzt man sich einfach auf einen freien Platz, die Gegenstände des täglichen Gebrauchs kann man in einen Schrank schließen. Meistens sitzen aber immer dieselben Personen an bestimmten Tischen, das scheint wohl die Macht der Gewohnheit zu sein. Die Räume sind großzügig und offen, ohne dabei das erdrückende Großraumbüro-Flair auszustrahlen. Aus dem Fenster sieht man den Taunus und ab und an einen Schatten eines Fliegers auf den Bäumen. Benötigt man etwas Ruhe zum konzentriert Arbeiten oder Telefonieren, stehen sogenannte Thinktanks, kleine Rückzugsräume, zur Verfügung. Bei größeren Besprechungen hat man die Auswahl zwischen verschiedensten Meetingräumen, die auch eine Kommunikation mit den Kollegen der Swiss und der Austrian über Videokonferenz einfach ermöglichen.

Arbeitsplatz im Squaire Meetingraum im Squaire Thinktank im Squaire

Vorort wurde ich herzlich empfangen und habe viele nette Kolleginnen und Kollegen kennenlernen dürfen. Für die ersten Monate stehen mir zwei Paten bzw. Mentoren zur Verfügung. Ein Kollege aus meiner Abteilung (Cluster Architekt), der mir bei Fragen zu unserem Prozess oder organisatorischer Natur zur Verfügung steht und ein Kollege auf fachlicher Ebene, der den Überblick über alle Systeme hat mit denen ich in Zukunft zu tun haben werde (Domain Architekt). Um einen ersten Eindruck zu erhalten, gab es von beiden jeweils eine kurze Einführung ihrer Tätigkeiten und anschließend bin ich zu Besprechungsterminen aus dem täglichen Geschäft mitgenommen worden. Dabei konnte ich direkt erste Eindrücke aus konkreten Projekten sammeln und Vorgehensweisen kennenlernen. Der Tag wurde durch ein abschließendes Gespräch über die Aufgaben der ersten Wochen mit meinem Vorgesetzten beendet.

 

Die Welt von Würfeln, Elefanten, Bienenstöcken und Funken – Big Data über den Wolken

 

Bei der Einarbeitung ist das Motto „Mitdabeisein“, also rein ins Geschehen. Am Anfang waren es natürlich viele Informationen. Diese musste ich auch erstmal wirken lassen. Mir wurde aber Angst genommen Fragen zu stellen, wann immer sie auftauchen, den Fragen sind ausdrücklich erwünscht. Das ergänzt sich gut mit meiner selbstständigen Drang mich einzulesen, denn Dokumente werden durch einen Ansprechpartner erlebbarer.

Jetzt fragst Du Dich bestimmt, an was ich eigentlich arbeite. Mein Metier sind Daten. Das heißt ich plane die Datenflüsse und Softwarelandschaft der Lufthansa von morgen. Angefangen bei der klassischen Auswertung und Speicherung in Tabellenform, zum Data Warehouse in dem durch Hinzunahme von weiteren Dimensionen, z.B. der Zeit, die Tabelle zu einem Würfel mutiert. Bis hin zu einem Data Lake, in dem alle Daten egal welchen Formats schwimmen dürfen. Bestimmt fühlen sich die Daten dabei, wie Elefanten beim Baden, besonders wohl. Ob das der Grund ist warum der Erfinder von hadoop, einem Big Data System, es nach einem gelben Spielzeugelefanten benannt hat? An einem See wachsen auch gerne Blumen, das Bienen besonders freut. Diese haben sich ein Nest (Hive) gebaut um fleißig Daten in einer für einen Datenbankentwickler verständlichen Sprache (SQL) abzufragen. Zudem funkeln nachts die Sterne, weshalb dann gerne Batchprozesse mit Spark laufen.

Auch Data Warehouses bei der Lufthansa mögen die Sterne. Das Star-Schema ermöglicht uns Abfragen, die helfen unseren Kunden noch ein besseres Erlebnis bieten zu können. Denn Big Data Algorithmen können dabei helfen Verspätungen zu verringern, durch bessere Umsteigzeitenplanung, Gepäckwege oder Cateringplanung etc. Ebenso können dadurch bessere Angebote bei Restplätzen (z.B. billigere Upgrades) oder Informationen rund um den Flug gegeben werden, um das Erlebnis beim Fliegen auf ein anderes Niveau zu heben.

 

Unterwegs im Namen der IT

 

Durch die enge Zusammenarbeit mit der IT der Austrian und Swiss, komme ich auch oft mit Kolleginnen und Kollegen aus Österreich und der Schweiz in Kontakt. Deshalb habe ich Dir als letztes ein paar Bilder von meinem Flug nach Wien mitgebracht:

LH meets OS Ausgang Wien Austrian

Vorplatz der Austrian

 

Dein Weg zur Lufthansa Group

 

Lust bekommen meine neue Kollegin oder mein neuer Kollege zu werden?

Schau doch mal bei unseren offenen Stellenausschreibungen vorbei:

https://www.be-lufthansa.com/

 

 
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