Hallo Leute,

nachdem das Frankreich-Projekt, welches ich euch hier im Blog in der Vergangenheit schon mehrfach präsentiert habe, nun zu Ende ist, möchte ich euch einige EinblicZugang Avionics Compartmentke zu meinen Alltag in der Wartung der Airbus Langstrecke nicht vorenthalten.

Hier in Frankfurt bearbeiten wir in der Abteilung WB6 als “Team-Airbus“ die Flugzeugmuster A330-300 und A340-300.

Lufthansa Technik besitzt hierfür im Norden des Flughafens zwei Hallen, in denen größere Checks, Modifikationen oder Beanstandungen bearbeitet werden. Flugzeuge, welche am Flughafen das Gate erreichen und nur eine kurze Bodenzeit besitzen, müssen vor Ort technisch versorgt werden.

Während der Ausbildung und im alltäglichen Betrieb der Lufthansa Technik entdeckt man Orte im Flugzeug, welche ein Passagier nie zu Gesicht bekommt.

Heute zeige ich euch Räume und schwer zu erreichende Ecken im Airbus, welche ihr bestimmt noch nicht kanntet.

 

Wie ihr vielleicht schon öfter gehört habt, nennt man die Triebwerke eines Jet´s auch das Herz des Fluggeräts. Dies ist zurückzuführen auf die Tatsache, dass diese das Bordsystem mit lebenserhaltenden Mitteln, wie z.B Strom, Luft und Hydraulikdruck, während des Fluges versorgt. Jedoch gibt es noch ein weiteres wichtiges Organ in der Anatomie. Das Gehirn. Dieses besitzt das Flugzeug nämlich auch. Es befindet sich direkt unter dem Cockpit und vor dem Vorderen Frachtraum. Das sogenannte „Avionics Compartment“. Hier befinden sich alle Computer, welche für Funktionen wie z.B des Autopiloten, der Navigation, der Kommunikation oder aber auch der Kabinenbeleuchtung zuständig sind. Die für den Flug relevanten und nicht zu ersetzenden Systeme sind redundant, also in mehrfacher Ausfertigung vorhanden. Dies dient der Sicherheit. Falls ein Computer ausfallen sollte, übernimmt das Ersatzsystem seine Arbeit. Das Avionics Compartment ist durch eine Luke hinter dem „Nose Landing Gear“ (Bugfahrwerk) zu erreichen. Es ist aber auch möglich, den Raum durch eine Klappe hinter dem Sitz des Flugkapitäns im Cockpit zu erreichen.

 

 

 

Habt ihr es schon einmal auf einem Langstecken Flug gesehen, dass eine der Flugbegleiterinnen durch eine Tür verschwand und so schnell nicht wTreppe hinab in den Ruheraumieder aufgetaucht ist? Wenn Ja, betrat sie den nächsten Raum, welchen ich euch heute vorstelle. Das Crewrest Compartment. Für Flugbegleiter ist es quasi der Pausenraum bei einem langen Flug. Dort befinden sich mehrere Betten, in denen die Crew nach getaner Arbeit etwas entspannen kann. Das Innere ähnelt etwas einer Jugendherberge, ist aber ein gemütlicher Rückzugsort für das fliegende Personal. Durch eine Treppe hinter der Tür erreicht man über ein paar Stufen nach unten den Rückzugsort. Dieses Kompartiment nennt man auch „Mobile Crewrest“, da dieser nichts weiter als ein Container ist, welchen man im vorderen Frachtraum ein-und ausbauen kann. Auch die Piloten besitzen einen Ruheraum. Auf langen Flügen können bis zu vier Piloten auf einer Maschine unterwegs sein. Damit immer zwei Piloten den Flug durchführen, kann ein Pilot nach einer abgesprochenen Zeit abgelöst werden und es sich für eine Pause im Crewrest Compartment direkt hinter dem Cockpit gemütlich machen.

 

Hinter der Passagierkabine direkt unter der großen Finne und dem Seitenruder des Airbus befindet sich ein Raum, welchen man während des Fluges meiden sollte. Die Luft auf 12 km Höhe ist dort nämlich ziemlich dünn, da dieser Part des Jet´s nicht mit dem Kabinendruck beaufschlagt ist. Die Kabine und der Raum werden vom Druckschott getrennt. Das riesige Bauteil muss großen Belastungen standhalten, denn es trennt zwei Bereiche mit einem enormen Druckunterschied. Diesen Teil des Flugzeuges bekommt auch kein Crewmitglied zu sehen. Hier befindet sich z.B die Mechanik, welche die Flächen des Höhen-und Seitenruders bewegt. Aber noch ein anderes Bauteil ist hier untergebracht. Der „Flightrecorder“ oder Flugschreiber, von welchem ihr vielleicht schon in den Nachrichten gehört habt. Dieser zeichnet alle für den Flug relevanten Daten auf und hilft den Ermittlern nach einem Vorfall die Ursachen schnell herauszufinden, um in Zukunft die Luftfahrt noch sicherer zu machen. Er besitzt einen Sender, der sich im Notfall aktiviert und ein Ortungssignal entsendet. So wird das Aufspüren des Flugschreibers erleichtert. Das Kompartment ist nur mittels einer Leiter von außen durch eine Luke zu erreichen und somit schwer zugänglich.

 

Ich hoffe, ich konnte euer Interesse wecken und euch etwas an meinem Alltag als Fluggeräteelektroniker teilhaben lassen.

Falls ihr auch an einem technischen Beruf bei Lufthansa Technik interessiert seid, informiert oder bewerbt euch doch unter www.be-lufthansa.de.

Bis zum nächsten Mal!