Moin zusammen,

ich heiße Hammeth, bin 28 Jahre alt und auch ich gehöre zum LHG12. Vor meiner Zeit an der European Flight Academy habe ich BWL studiert und ein paar Jahre gearbeitetAllerdings konnte ich den Gedanken an einem Arbeitsplatz im Cockpit nie loslassen. Der Weg dahin ist bisher sehr spannend, aber auch anspruchsvoll, da man sich in sehr kurzer Zeit viel Wissen aneignen muss. Im Gegensatz zum Studium wissen wir hier aber ganz genauwofür wir es machen!

Im letzten Beitrag hat Lennart erwähnt, dass wir nach unseren Prüfungen zwei Wochen frei hatten. Einige von uns haben nach dem Prüfungsstress das Land schnell verlassen, andere haben die Erholung bei sich in der Heimat gesucht. Ich habe die Zeit im schönen Mannheim verbracht, wo ich mal wieder mehr Zeit mit meiner Familie und Freunden verbringen konnte. Da die Bahn- und Autofahrten nach Süddeutschland sehr lange dauern, sind die Wochenenden meist zu kurz, um ausreichend Zeit mit seinen Liebsten zu verbringen. Umso schöner ist es, wenn man mehr Tage am Stück in der Heimat verbringt. Dementsprechend kann ich euch leider nichts Neues über den Schulalltag berichten, aber dafür möchte ich euch etwas über die Chancen erzählen, eine Pilotin oder ein Pilot der Lufthansa Group zu werden.

Vor den Prüfungen haben wir uns in Lerngruppen gegenseitig unterstützt.

Oft wird der Werdegang eines jungen Menschen von den Mitmenschen beeinflusst, die ihn im Alltag begleiten. Deshalb ist es nicht überraschend, wenn Kinder den Beruf ihrer Eltern, Verwandten oder Bekannten ausüben möchten. Wenn sich aber im Bekanntenkreis niemand befindet, der einen bestimmten Beruf ausübt, dann kann es so sein als hätte man Scheuklappen auf und man sieht nicht all die Möglichkeiten, die man nach seinem Schulabschluss hat. Die Fliegerei ist hierfür ein typisches Beispiel. Neben den fehlenden Erfahrungsberichten gibt es viele Gerüchte, wie beispielsweise, dass die Tests unmöglich zu schaffen seien oder, dass Piloten keine Brillen tragen dürften. So ähnlich war das auch bei mir. Seitdem ich als kleiner Junge zum ersten Mal in ein Flugzeug gestiegen bin, bin ich vom Zauber des Abhebens fasziniert. Aber an den Beruf „Pilot“ habe ich bis zum Studium nicht gedacht, weil ich niemanden in dem Bereich kannte und den Beruf einfach nicht auf dem Schirm hatte. Erst nachdem ich erfahren habe, dass ehemalige Mitschüler sich bei der Lufthansa Group auf die Pilotenausbildung beworben haben, hat es bei mir ‚Klick‘ gemacht und ich wusste, dass ich mich auch bewerben muss.

Dennoch muss ich an dieser Stelle sagen, dass ich diesen Schritt vermutlich nie gewagt hätte, wenn die Auswahl und die Rahmenbedingungen nicht so wären wie sie sind. Zum einen ist meines Erachtens die Auswahl der zukünftigen Flugschüler der European Flight Academy sehr fair. Unabhängig von Geschlecht, Hautfarbe, Alter, Religion, kulturellen Wurzeln oder sexueller Orientierung wird jeder zur BU (Berufsgrunduntersuchung) eingeladen, der eine ausreichende Motivation zeigt. Ab da liegt es an einen selbst und an den eigenen Fähigkeiten, die man unter Beweis stellen muss. Zum anderen muss man keinen sechsstelligen Betrag auf dem Konto haben, um die Ausbildung zu beginnen. Man kann die Ausbildungskosten mittels eines Stundungsvertrags zurückzahlen, nachdem man einen Arbeitsvertrag mit einer Airline der Lufthansa Group hat. Dadurch hat wirklich jeder die Chance seinen Traumberuf zu verfolgen, ganz unabhängig von der persönlichen Vermögenssituation. Das schätze ich an der European Flight Academy wirklich sehr.

Mit den anderen Kursen verstehen wir uns auch super!

Diese Chancengleichheit wirkt sich natürlich auch auf die Kultur an der Flugschule aus, denn dadurch gibt es eine Vielfalt an Persönlichkeiten, die den Alltag bunter gestalten als man vielleicht erwarten würde. Wir haben zwar gezeigt, dass wir alle die notwendigen Eigenschaften, wie beispielsweise eine gewisse Stressresistenz und eine ausgeprägte Sozialkompetenz, besitzen, aber dennoch sind wir in unseren Charakteren unterschiedlich, und das ist auch gut so. Das volle Potential der Vielfalt ist aber noch nicht erreicht. Tatsächlich gibt es noch nicht viele Frauen und Schüler mit Migrationshintergrund an der European Flight Academy. Das liegt aber einfach nur daran, dass die Bewerberzahlen noch recht klein sind. Ich persönlich empfinde die Stimmung an der Schule so, als dass sich jeder darüber freuen würde, wenn das ganze Potential erreicht werden würde!

Der Fußballplatz auf dem Schulgelände ist Schauplatz von spannenden Spielen mit den ANA (All Nippon Airways) Schülern.

Ich hoffe, ich konnte euch mit diesem Beitrag die letzten Unsicherheiten nehmen und dazu ermutigen, euch auch für eine Pilotenausbildung an der European Flight Academy zu bewerben. Informiert euch über den Berufsalltag und wägt die Vor- und Nachteile des Berufs ab. Jeder hat die gleichen Chancen und auch wir kochen nur mit Wasser. Mit einer gewissenhaften Vorbereitung und einer Topform an den Prüfungstagen schafft auch ihr das Auswahlverfahren. Und dann sitzt ihr vielleicht im Nachbar-Klassenraum vom LHG12!

Im nächsten Beitrag werden wir euch dann etwas über die zweite Theoriephase erzählen, wo der Schwerpunkt auf dem Umgang mit den großen Jets liegt.

Liebe Grüße aus Bremen,

Euer Hammeth