Moin zusammen,

ich bin es wieder, Felix, Auszubildender zum Fluggerätmechaniker der Fachrichtung Triebwerkstechnik in Hamburg.

Heute blogge ich über ein beeindruckendes Projekt der Deutschen Lufthansa Berlin Stiftung, die zurzeit in Kooperation mit der Lufthansa Technik ein historisch bedeutendes Flugzeug restauriert – die Lockheed L-1649A Super Star.

Sicher fragt sich der ein oder andere gerade, was daran so beeindruckend sei und vor allem was die Ausbildung damit zu tun hat.

Bis 1966 war dieser Flugzeugtyp bei Lufthansa als eines der ersten Langstreckenflugzeuge im Einsatz und soll bald wieder, elegant wie damals, in den Himmel steigen. Zu diesem Zwecke wurden die drei weltweit übriggeblieben Flugzeuge aufgekauft und seit 2007 in Auburn, Maine (USA) zu einem Flugzeug restauriert.

So sieht die "Super Constellation" aus

So sieht die „Super Constellation“ aus

 

Auslandseinsatz

Den Auszubildenden aller Fachrichtungen bietet die Lufthansa Technik im Regelfall einen Auslandseinsatz in Auburn an, um selbst an diesem Projekt mitwirken zu können. Man arbeitet zwischen vier bis sechs Wochen in Arbeitsgruppen an dem Flugzeug und sammelt neben handwerklichen auch sprachliche Erfahrungen, da die Kollegen zum Großteil aus den USA kommen.

Ich persönlich war mit drei anderen Azubis im September letzten Jahres in Auburn und hatte die Möglichkeit, mit amerikanischen Kollegen die Innenstruktur des Ersatzteilfliegers zu demontieren und für die weitere Verwendung vorzubereiten. Zum Feierabend konnten wir oft das typische Barbecue oder die Geselligkeit der Amerikaner beim Football genießen. Das Wochenende bot dann sogar die Möglichkeit, das Land selbst in den Azubigruppen zu erkunden und zum Beispiel einen Abstecher nach New York oder zu den Niagara Falls zu machen.

Innenausstattung

Durch eine Kooperation des „Super Star“-Kabinen-Engineering und einigen Ausbildern, wird stets eine Gruppe von Auszubildenden eingesetzt, um den Innenausbau der „Super Star“ voranzutreiben. Dieses findet auf der Basis in Hamburg statt und ermöglicht eine Zusammenarbeit der systemspezifischen Ingenieure mit den Auszubildenden.

So habe ich in der letzten Woche vor allem an der Passenger Service Unit gearbeitet, damit die Fluggäste über ihrem Sitz im späteren Verlauf neben den Service-Schaltern und Leselampen auch die für die Zulassung notwendigen Sauerstoffmasken für den Notfall zur Verfügung haben. Ebenso haben wir an der Frischluftversorgung weitergearbeitet, was sich bei dieser Rumpfform als etwas knifflig herausstellt.

Für einen Fit-Check wurden zwei Mock-ups hergestellt, also Attrappen der gesamten Kabine in Originalgröße. Die von uns hergestellten oder modifizierten Bauteile können so bei uns in Hamburg an der entsprechenden Einbauposition auf Passung und Funktion geprüft werden. Folglich werden die Bauteile nach Auburn geschickt und nach Fertigstellung der Strukturarbeiten dort final angepasst und eingebaut. Durch diese Planungsart wird es wohl deutlich früher einen solch stolzen Flieger geben, der neben der JU-52 nicht nur die Hamburger begeistern wird.

   

Bearbeitung der Panels für die Passenger Service Units

Bearbeitung der Panels für die Passenger Service Units

Haltevorrichtung für Service-Schalter

Haltevorrichtung für Service-Schalter

 

Es verging wie im Fluge

Der letzte Abschnitt meiner Ausbildung als Frühauslerner hat begonnen und somit auch die Vorbereitungen auf die praktische und theoretische Abschlussprüfung. In der theoretischen Abschlussprüfung wird das Wissen über Fertigung und Instandhaltung, über Fluggerättechnik, sowie über Wirtschafts- und Sozialkunde abgefragt. Die praktische Prüfung enthält dann verschiedene typische Arbeiten am Schulungstriebwerk.

Mit dem Bestehen der Abschlussprüfung wird meine Ausbildung voraussichtlich im Juni enden und für mich ein neuer Lebensabschnitt in Form eines Flugzeugbaustudiums, wenn möglich über Lufthansa Technik, beginnen.

Die Ausbildungszeit war sicherlich einer meiner lehrreichsten und interessantesten Zeiten, die mir stets positiv erhalten bleibt. Im Resümee kann ich eine Ausbildung in allen Bereichen bei Lufthansa Technik jedem sehr empfehlen, der gerade auf der Suche nach einer technischen Ausbildung auf hohem Niveau ist. 

Und da dieser mein letzter Azubi-Bericht ist, möchte ich mich bei allen Lesern sowie bei den Kolleginnen und Kollegen, die mich bei meiner Tätigkeit als „Ausbildungsreporter“ unterstützt haben, bedanken.

Vielen Dank!

Euer Felix

Das bin ich vor einem Trent 700

Das bin ich vor einem Trent 700