Moin ihr lieben,
ich bin Thore, 23 Jahre alt und befinde mich in der Ausbildung zum Elektroniker für Geräte und Systeme bei der Lufthansa Technik im schönen Hamburg.

Im dritten Lehrjahr haben elf Azubis aus Frankfurt und Hamburg die Möglichkeit bekommen, einen Arbeitseinsatz im Ausland zu absolvieren. Ich wurde nach meiner Kreativbewerbung – ein selber gedrehtes Video über mich – als einer der glücklichen ausgewählt und durfte einen Monat – zusammen mit zwei Kollegen aus Frankfurt – in Shannon verbringen.

Öfen und Coffeemaker im E&A Workshop

Öfen und Coffeemaker im E&A Workshop

In Hamburg arbeite ich in einer Elektronikwerkstatt, wo wir die verschiedensten elektronischen Geräte reparieren. Da in Shannon überwiegend C- und D-Checks durchgeführt werden, bei denen die Flugzeuge fast komplett auseinander genommen werden, gibt es dort keine Gerätewerkstätten, wie ich sie in Hamburg kenne. Dadurch habe ich zum ersten mal während meiner Ausbildung Eindrücke des Arbeitens am Flugzeug gewinnen können.
Ich wurde in einer Nebenwerkstatt eingesetzt, in der die verschiedenen Elektronischen Systeme der Galley, wie z.B. Öfen, Coffeemaker oder die Beleuchtung, repariert werden. Allerdings werden dort auch einige – der Elektronik fremden – Arbeiten durchgeführt, um Kollegen in anderen Abteilungen zu unterstützen.

Messung der Batteriespannung mit einem Multimeter

Messung der Batteriespannung mit einem Multimeter

Direkt am ersten Tag sollte ich unter Anleitung eines Kollegen die Elektronik eines Ofens ausbauen und überprüfen – was nicht ganz so einfach ist, wenn man mit diesem Gerät noch nie direkt was zu tun hatte.
Die folgenden Tage hatte ich gut zu tun mit dem Reparieren von Öfen und dem Säubern sowie dem Überprüfen der Coffeemaker.
Am Ende der Woche bekamen wir dann einen “Spezialauftrag“ von einem anderen Shop. Wir mussten ein paar Kabel an einem Sitz austauschen, der schnellstmöglich(!) wieder ins Cockpit eingebaut werden muss. Bei so etwas zeitkritischem ist man zwar immer ein wenig gestresst, aber dafür umso glücklicher, wenn man erfolgreich war.
Die kommenden Wochen sahen ähnlich aus. Da haben wir in unserem Shop Sauerstoffflaschen aufgefüllt, Batterien geladen, entladen und getestet, Leuchtstoffröhren im Flugzeug gewechselt, Linsen in Lampenabdeckungen eingeklebt und viel in den Flugzeugen getestet und durchgemessen. Zwischendurch hatten wir dann immer wieder mal andere Aufgaben, wie z.b. das Säubern von allen Sauerstoffmasken für die Passagiere, das Austauschen von Anschnallern oder das Bestücken der Sitze mit Schwimmwesten.

Säubern der unendlich zahlreichen Sauerstoffmasken

Säubern der unendlich zahlreichen Sauerstoffmasken

Alles in allem hat mir die Arbeit im Ausland sehr gut gefallen. Ich kam mit meinen irischen Kollegen sehr gut klar und die Arbeit hat, auch wenn wir länger als zuhause gearbeitet haben, großen Spaß gemacht, was vermutlich auch dem geschuldet war, dass ich zum ersten und wahrscheinlich auch letzten mal direkt am Flieger arbeiten konnte.

Aber auch abseits der Arbeit haben wir eine Menge neuer Erfahrungen sammeln können. An den Wochenenden haben wir fast die komplette Westküste vom Süden, am Ring of Kerry, über die Cliffs of Moher bis in den Norden in Nordirland erkundet.
Ein weiteres Highlight waren bei uns die Abende in den Pubs. Wir hatten das Glück, dass unser Auslandseinsatz auf die „Guinness Series“ fiel, ein Rugby Turnier zwischen den Nationalmannschaften der verschiedensten Länder. So haben wir den Historischen Sieg Irlands gegen die Neuseeländischen All Blacks erleben können. Der erste Heimsieg und der zweite Sieg überhaupt über die Neuseeländer. Somit war die Stimmung garantiert!

Dadurch haben wir einige unvergessliche Momente erlebt, an die wir noch lange zurückdenken werden.

Neben diesen Erfahrungen haben wir natürlich auch unsere Englischkenntnisse stark erweitern können, sei es bei der Arbeit das technische Englisch oder mit den Kollegen während und nach der Arbeit beim Smalltalk.
Ich würde mich jederzeit wieder für einen Auslandsaufenthalt während der Ausbildung bewerben und dies auch jedem anderen, auch zukünftigen, Azubi raten. Wir wurden von der Lufthansa Technik und dem Verein “Arbeit und Leben Hamburg“ erstklassig unterstützt und haben für den Einsatz einen Europass ausgestellt bekommen, mit dem man sich in Zukunft mit guten Chancen im In- und Ausland bewerben kann.

Die malerische Westküste Irlands

Die malerische Westküste Irlands

Schaut euch auch gerne die Berichte von meinen Kollegen Glen und Janina an, mit denen ich in Shannon gewesen bin!

Habt ihr auch Lust, die Luftfahrttechnik hautnah zu erleben? Dann schaut doch mal unter www.be-lufthansa.com vorbei und informiert euch über ein Schülerpraktikum oder einen Ausbildungsplatz bei der Lufthansa Technik AG!

Danke fürs Lesen
Euer Thore