Liebe Mitleser,

gestern habe ich euch meine grobe Arbeitsthematik geschildert. Heute möchte ich euch kurz erzählen, wie ich das ganze angehe.

Beinahe sämtliche Finanzdaten sind in der SAP-Datenbank hinterlegt. Ich denke, SAP dürfte den meisten ein Begriff sein. Falls nein, so kann man es sich wie eine Art Aktenschrank vorstellen, in dem alle Eingangsrechnungen, Ausgangsrechnungen, Bilanzen usw. hinterlegt sind. Der entscheidende Vorteil ist hier, dass alle Daten binnen Sekunden mit allen gewünschten Detailinfos abgerufen werden können, ohne dass man sich auf die große Suche nach den „Unterlagen“ begeben muss.

Zuerst fängt meine Arbeit damit an, dass ich die eingekauften USD-Mengen mit denen in einer separaten Datei erfassten Mengen vergleiche. Im Optimalfall stimmen beide Mengen überein, wie in diesem Fall natürlich auch, hier wird nämlich gründlich gearbeitet. Entscheidend für meine spätere Arbeit ist hier insbesondere zu welchem Wechselkurs diese Mengen eingekauft wurden und welchem EUR-Wert die Mengen entsprechen. Alle Daten füge ich zu einer eigens erstellten Excel-Datei zusammen, um später Analysen einfacher erstellen zu können.

Wichtig zu beachten ist vor allem, dass die Kursschwankungen teilweise nur kalkulatorisch auftreten, also nicht „real“. Leider ist es nicht ganz einfach, das in kurzer Form zu erklären, aber ich kann versuchen es an einem Beispiel meiner Arbeit zu erläutern:

Geht eine Rechnung ein, wird diese im SAP erfasst. Da ich mich insbesondere mit den Währungsdifferenzen befasse, erläutere ich den Fall einer USD-Rechnung. Da diese in USD erfasst wird, rechnet SAP den Wert zeitgleich in einen EUR-Betrag um. Hier wird ein von Lufthansa festgesetzter Kurs genommen, der den Monat über einheitlich bleibt. Dieser unterscheidet sich in der Regel von dem damals bei Dollar-Kauf gültigen Wechselkurs. Hier also erste Differenzen.

Da die Rechnung sofort gezahlt wird, handelt es sich hier um eine reale Differenz, da wir ja die USD zu einem anderen Kurs bei der Bank eingekauft haben. Bis die Rechnung nun in den Aufwand gebucht wird (dazu morgen mehr), entstehen weitere Differenzen, ohne dass reales Geld fließt – daher spricht man von kalkulatorischen Differenzen.

 

Aber dazu morgen mehr …

Spannend war heute noch ein kleiner Ausflug … Wir befinden uns hier auf dem Gelände der Lufthansa Flight Training, weshalb hier natürlich äußerst spannende Apparaturen zu bewundern sind und damit meine ich nicht unbedingt ausschließlich das Anschauungsmaterial aus unseren Schulungsräumen.

Es geht in eine Halle, es riecht nach Maschinenöl – genau, es ging zu den Full-Flight-Simulatoren, in denen Verkehrspiloten verschiedene Manöver sowie Notsituationen trainieren können. Diese sind hier 24 Stunden am Tag an 365 Tagen im Jahr in Betrieb, denn ein solcher Simulator kostet einen zweistelligen Millionenbetrag, entsprechend kann man sich vorstellen, dass die Simulatoren natürlich entsprechend ausgenutzt werden müssen und eine Simulator Stunde schnell mehrere Tausend Euro kostet.

Von außen sehen sie aus wie ein großer Kühlschrank auf beweglichen Stelzen – innen befindet sich eine 1:1 Abbildung des Cockpits eines jeweiligen Flugzeuges. Die Außenwelt wird mittels Projektoren auf eine Leinwand projiziert, abgerundet wird das ganze durch realistische Bewegungen, also bei einer Linkskurve bewegt man sich nach links, beim Landen gibt es den typischen „Ruck“ und beim Starten wird man in den Sitz gepresst. Ich durfte selber in einem A340-300 Simulator Platz nehmen und einen Visual Approach sowie eine Landung in HKG (Hong Kong) absolvieren – den Rest des Tages hatte ich ein Dauergrinsen.

Damit ihr einen Eindruck bekommt, zeige ich euch mal ein Bild, als ich einen A320 vor ein paar Jahren geflogen bin …

Ich im Flugsimulator

Ich im Flugsimulator

 

Morgen geht es weiter auf Entdeckungstour, wir dürfen gespannt sein.

Many happy landings

 

Sebastian