Es ist Dienstag Morgen um 06:00 Uhr, mein Wecker reißt mich aus dem Schlaf, den ich diese Nacht sowieso viel zu wenig hatte – Ob aus Aufregung oder Nervosität, ich kann es nicht sagen. Eins steht jedoch fest, heute wird ein aufregender Tag, fast zehn Monate nach meinem Bewerbertag im LAC am Frankfurter Flughafen ist es endlich soweit:

Es ist der 19.07.2016 und an diesem Tag sind wir in einen neuen Lebensabschnitt gestartet, die Ausbildung zum Kaufmann/-frau für Spedition- und Logistikdienstleistungen bei der Lufthansa Cargo AG in Frankfurt. Ich bin Marian, 20 Jahre alt, und komme aus Taunusstein, fast 40 Kilometer vom Flughafen entfernt. In der nächsten Zeit werden Alice, meine Partnerin in Sachen Bloggen, und ich euch in regelmäßigen Abständen hautnah aus dem Ausbildungs- und Berufsalltag bei der LCAG berichten.

Doch zurück zum Geschehen. Inzwischen ist es fast 08:35 Uhr und ich fahre fast 25 Minuten in den Regionalbahnhof des Terminal 1 ein. Kurz vor Kelsterbach sind aufgrund der Sommerferien Tunnelarbeiten vorgesehen, weswegen meine S-Bahn einen Umweg über die Mainzer Rheinseite genommen hatte. Optimistisch immer noch pünktlich zu kommen, war ich nun auf der Suche nach dem Personalbus „WEST TOR 25“, den ich natürlich direkt verpasst habe.

Genau 3 Minuten nach 9:00 Uhr hält der Bus schließlich am TOR 25 und keiner der anderen Azubis steht mehr da – Sie „sind gerade losgelaufen“ heißt es. Bei gefühlten 30° Grad renne ich meiner Gruppe hinterher, die ich dann am Gebäude 420 einhole.

Durchgeschwitzt aber glücklich, dass ich doch noch „rechtzeitig“ da war, sitze ich nun in einem angenehm klimatisierten Raum. Die Tür geht auf. Unser Ausbildungsleiter Armin Röder betritt den Raum und stellt sich und seine Praktikantin Tessa vor. Danach sind wir dran. Acht sind wir. Alle aus der Region und zu meiner Überraschung auch ein Kollege der aus Taunusstein kommt. Fast schon wie zum Beginn eines neuen Schuljahres kam dann das Organisatorische, nur eben anders, erst wurden die Parkmarken und Jobtickets verteilt, dann eine kurze Erklärung wo wir damit parken dürfen und was wir dabei beachten sollten. Kaum ausgepackt und in die Themen eingeführt, hatten wir auch schon unseren nächsten Termin in der Materialausgabe zwei Stockwerke unter uns. Dort wurden wir nach professionellem kurzem Anschauen in passende Warnwesten und Sicherheitsschuhe gesteckt.

Und danach kam der eigentlich wichtigste Termin des Tages. Beim Werksschutz wurden uns die Lufthansaausweise ausgegeben. Klein, gelb und vielleicht nicht mit dem schönsten Bild, aber irgendwie schon etwas Besonderes. Ein Symbol dafür in neues Leben zu starten, fernab von Sommerferien und Freizeit oder so ähnlich wurde mir zumindest von meinen Freunden zu Hause prophezeit. Egal, pünktlich zu Mittagspause haben wir auch diesen Meilenstein geschafft.

Es geht mit dem Bus weiter, aber zunächst in die falsche Richtung, weil man uns noch das Parkhaus zeigen möchte. Gut, genug gesehen! Acht knurrende Mägen sind nicht zu überhören. In der Kantine angekommen gilt es erstmal Geld auf den Ausweis zu laden. Ansonsten wird’s nichts mit Essen, denn die Lufthansaausweise funktionieren als Prepaidkarten. Knapp eine Stunde hatten wir Zeit um uns mit den Köstlichkeiten der Kantine auseinanderzusetzen.

IMG_1047IMG_1058Eine Erkundungstour kam im Anschluss an die Mittagspause. Uns wurde erklärt was unter dem Tagesordnungspunkt „CARGO-RALLYE“ zu verstehen ist.  Eine Rallye über das Betriebsgelände der Lufthansa Cargo, und das bei über 36° Grad Außentemperatur die uns regelrecht fertiggemacht haben.

Aber angespornt durch die Aussicht auf einen kleinen Preis, war uns das im Grunde egal. Aufgeteilt in zwei Gruppen und ausgestattet mit einem Fragebogen mit Fragen an unsere Kollegen in den Bereichen ging es los: Zuerst ins Coolcenter, wo wir herausfinden sollten, wie viele verschiedene Kältekammern es gibt und wie kalt es dort werden kann, danach ging es weiter über den Import und dem RFS dem „Road Feeder Service“ (dem am besten klimatisierten Gebäude des Flughafens), weiter zur Exporthalle und dann noch zu den Kollegen von VAL, die die Wertfrachtsendungen bearbeiten. Jetzt nur noch zurück in den Azubiraum, wo abschließend noch eine Übung auf uns wartete, bei der wir Styroporstücke verschiedener Größe in eine Holzkiste verpacken sollten, ohne das eins über den Rand schaute. Für die Gewinner der „CARGO-RALLYE“ gab es als Belohnung ein praktisches Notizbuch in dem jetzt nach dem A1-Lehrgang schon viele nützliche Informationen stehen.

Zum Abschluss des Tages haben wir uns dann das Intranet angeschaut. Quasi das Lufthansa Internet, in dem wir nicht nur die Tools zu Arbeit finden, sondern auch viele Informationen über den Konzern.

16:00 – Feierabend. Endlich könnte man fast sagen. Jetzt noch duschen und dann ab ins Bett, denn die Woche ist schließlich noch nicht zu Ende.

Unser zweiter Tag der Einführungswoche begann mit einem Besuch in der „Pillbox“, die Kleiderkammer der Lufthansa. Während die eine Hälfte der Truppe eingekleidet wurde, bekam der Rest einen kleinen Rundgang in der Lufthansa Basis. Hier war es interessant zu sehen, was die Piloten und die Crew direkt vor dem Abflug machen. Wir bekamen einen Einblick in die Briefingräume für die Crews und für die Piloten. Dort checken diese dann vor Abflug zum Beispiel die Wetterlage, bestimmen die Menge des Kerosins und vieles mehr.

In den letzten zwei Tagen der Einführungswoche wurden wir langsam auf die bevorstehenden Wochen vorbereitet. Zum einen mit einer Luftsicherheitsschulung und zum anderen mit einem sogenannten Web based Training als Vorbereitung zum A1-Lehrgang. Um die Stimmung zwischendurch zu lockern baute Tessa einige Spiele ein, wie zum Beispiel Pantomime von alltäglichen Situationen. Ein praktischer Nebeneffekt der Spiele war das bessere Kennenlernen der Truppe.

Nach jetzt fast zwei Wochen hat die Fülle der neuen Eindrücke und Erfahrungen nicht abgenommen und wird sie wahrscheinlich auch sobald nicht.

Wir freuen uns, euch dann beim nächsten Mal tiefere Einblicke gewähren zu dürfen und hoffen das ihr weiter dran bleib.

Liebe Grüße,

Alice und MarianIMG_1086