Moin Moin,

Ich schreibe heute wieder etwas zu den Chancen, die man bei der Lufthansa Technik bei seiner Fortbildung hat.

Wie manche vielleicht in meinen letzten Beiträgen gelesen haben, habe ich eine Ausbildung zum Fluggerätmechaniker für Instandhaltungstechnik abgeschlossen. Für mich stellte sich nun mal wieder die Frage: „Was nun?“, allerdings nicht erst nach der Ausbildung, sondern schon währenddessen.

Etwa ein Jahr vor Ausbildungsende entdeckte ich ein Weiterbildungs- und Förderprogramm der Lufthansa Technik: „destinationBACHELOR“. Diese begleitet ausgewählte ehemalige Azubis durch ein Studium in bestimmten Fachrichtungen. Als Student bekommt man die Studiengebühren/Semesterbeiträge erstattet und arbeitet während des Studiums als Teilzeitkraft in einer der vielen Abteilungen. Studiert werden können technische Fächer wie Elektrotechnik, Maschinenbau, Flugzeugbau, Mechatronik oder Wirtschaftsingenieurswesen.

Die Anforderungen sind hoch und müssen während der Ausbildung oder mit deren Beendigung erreicht sein, dazu kommen noch zwei letzte Schritte: Erstens ein psychologischer Eignungstest. Darüber hinaus muss sich eine Abteilung für einen interessieren. Dieser Test war sehr herausfordernd, aber machbar. Die ausgewählten Kandidaten wurden dann zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen.

Ca. 3 Wochen nach dem Test, bekam ich den erlösenden Anruf, dass sich tatsächlich jemand für mich interessiert. Nach einem kurzen Gespräch wurde ein Gesprächstermin vereinbart. Aufgrund der wenigen Zeit, es ging auf die Abschlussprüfung zu, wurde ein Termin gewählt während wir in der Lehrwerkstatt unsere Prüfung vorbereiteten.

Der Tag kam und ich war natürlich aufgeregt, ist aber das ist glaube ich jeder vor einem Vorstellungsgespräch. Allerdings war dies etwas anderes. Man ist von seiner Arbeit direkt zum Gespräch gegangen und das in seiner Arbeitskleidung, durchaus etwas dreckig, man hatte vorher schließlich 3-4 Stunden gearbeitet. Ich bin auf zwei Personen getroffen, die ich vorher noch nie gesehen habe, bei unserer Mitarbeiterzahl aber auch nicht verwunderlich. Wir sprachen über meine Ausbildung, meinen bisherigen Lebenslauf und Interessen.

Die Abteilung in der ich vorstellig wurde beschäftigt sich mit Qualitätsmanagement: Ein Bereich, den ich durchaus interessant finde; abwechslungsreich, komplex und überall vorhanden. Nach dem kurzen Gespräch von ca. 15 Minuten ging ich zurück zur Arbeit wusste aber, einen weiteren Kandidaten hatten sie auch eingeladen. Ein guten Freund von mir der immer ähnliche, teilweise bessere Leistungen als ich erbracht hatte.

Ich wünsche niemandem diese Situation mit einem Freund um einen Job zu konkurrieren. Wir erledigten nach dem Gespräch unsere Arbeiten und gingen nach Hause. Zuhause angekommen hieß es warten, sie hatten uns gesagt das sie sich bald entscheiden wollten.

Am selben Tag noch klingelte mein Handy mit einer Lufthansa Technik Nummer die ich nicht erkannte, es war tatsächlich die Abteilung. Sie sagten mir, wenn ich es mir vorstellen könnte bei Ihnen würden sie mich aufnehmen für die Dauer des Studiums. Natürlich sagte ich zu, nun musste ich die Abschlussprüfung besser als einen bestimmten Prozentwert bestehen und immatrikuliert werden im Bereich des Wirtschaftsingenieurswesens, das waren die damaligen Anforderungen des Programms.

 

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Mein Arbeitsplatz, bei der Lufthansa Technik, im Qualitätsmanagement

Die Abschlussprüfung habe ich gut genug geschafft und ich durfte in der Abteilung anfangen, bis ich die Bestätigung über meinen Studienplatz hatte. Diese kam auch und ich fing an in Lüneburg zu studieren und teilzeitbeschäftigt weiter zu arbeiten. Die Arbeitszeiten wurden mit der Abteilung abgestimmt und mit meinem Stundenplan in Einklang gebracht: So gehe ich nun vier Tage die Woche zur Universität und einen zur Arbeit. Somit baue ich nicht sonderlich viele Minusstunden während der Vorlesungszeit auf und kann in meinen „Semesterferien“ (vorlesungsfreie Zeit) diese Stunden aufarbeiten und meine Regelarbeitszeit erfüllen.

Nicht jedem gefällt diese Art zu studieren, denn entweder man arbeitet oder studiert, natürlich hat man auch mal Urlaub. Allerdings ist es kein entspanntes Studium mit freien Monaten im Frühjahr und Sommer, dafür bekommt man aber Geld.

Noch viel wichtiger, man bekommt Berufserfahrung und kann sein Gelerntes teilweise direkt anwenden. Man bekommt neue Eindrücke und kann vieles verknüpfen. Vor allem, kann man aber einen Einblick in Bereiche bekommen die man sonst nicht zusehen bekommt oder erst sehr spät, in einem Praxissemester oder Werkstudentenvertrag und dann nur kurz. Auch zu erwähnen ist, dass man nur 7 Semester Zeit hat für sein Studium, bei vielen sind 6 Semester Regelstudienzeit und dann gibt’s noch ein Praxissemester, bei 7 Semestern bleibt also keine Zeit vieles aufzuschieben oder erstmal auszulassen. Ebenso sieht das Programm vor, dass am Ende eines jeden Semesters seine Noten vorzulegen. Sollten diese abrutschen gibt es ein Gespräch mit dem Programmkoordinator wie man sich den weiteren Verlauf vorstellt. Dafür bekommt man aber die schon beschriebene große Chance, viele Erfahrungen zu machen und seinen weiteren Weg bei der Lufthansa Technik zu bestreiten.

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Einer meiner Arbeitsplätze in der Universität. Zu sehen ist ein Dokumentenscanner mit dessen Hilfe sich Bücher schnell in ein PDF umwandeln lassen.

Ich kann jedem der unschlüssig ist was er nach der Realschule/Gymnasium machen möchte empfehlen eine Ausbildung zu wählen. Man bekommt einen Eindruck von der Arbeitswelt und ist nicht der ausschließliche Theoretiker. Sollte man diesen Weg wählen und bei der Lufthansa Technik ausgebildet werden, bieten sich genügend weiterführende Wege und Möglichkeiten wenn man weiter gehen möchte.

DestinationBACHELOR ist nun der Weg den ich bestreite und ich bin sehr zufrieden, die Kombination Studium und Arbeit ist für mich genau das Richtige als praxisorientierte Person.

Grüße,

Till