Servus zusammen,

Ich bin Valentin, Flugschüler im MPL-Kurs LHG 12 an der European Flight Academy. Mittlerweile befindet sich unser Kurs schon seit einigen Wochen in der zweiten Theoriephase und die alltägliche Lernroutine ist, nach kurzem Urlaub im Februar, bereits zurückgekommen. 

An einem trüben und regnerischen Montag im März stand für uns ein ganz besonderes Highlight auf dem Tagesplan: Eine exklusive Werksführung für unseren Kurs bei der Lufthansa Technik in Hamburg. 

An diesem Tag hatten wir morgens zunächst Unterricht eingeplant. Nach einer Doppelstunde HPL (Human Performance and Limitations) ging es dann endlich los. In Kolonne mit sechs Autos starteten wir zügig Richtung Hamburg durch. 

Gerade erst angekommen, wurden wir sehr herzlich begrüßt und bekamen eine kleine Einführung mit ein paar Informationen über das Unternehmen. Danach durften wir nach kurzem Sicherheitscheck auf das Gelände. Und dieses ist durchaus sehr beeindruckend. Bereits 1955 wurde hier die erste Halle zur Flugzeugwartung in Betrieb genommen. 

Seitdem hat sich viel verändert: Das Gelände ist mittlerweile so groß, dass man sich am besten mit dem werkseigenen Betriebsbus bequem von A nach B fahren lässt, anstatt selbst kilometerweit zu laufen. Dabei gleicht der Standort eher einer belebten Kleinstadt als einem verlassenen Industriegebiet. 

Unsere Tour begann zunächst in einer Ausbildungswerkstatt. Etliche Maschinen, wie beispielsweise diese Standbohrmaschinen, reihen sich hier aneinander. 

In der Ausbildungswerkstatt

In der Ausbildungswerkstatt

Auch ein altes A320 Rumpfsegment bekamen wir zu Gesicht. Gut zu erkennen sind die Verstrebungen (Spanten und Stringer), welche die Rumpfstruktur neben der Außenhaut zusätzlich tragen. Diese Konstruktionsweise wird Halbschalenbauweise genannt. An diesem Segment üben Auszubildende Reparaturen am eigentlichen Rumpf, beispielsweise durch das Anbringen von Nietblechen zur Strukturverstärkung.

Rumpfsegment in sogenannter Halbschalenbauweise

Rumpfsegment in sogenannter Halbschalenbauweise

In einem weiteren Teil der Halle bestaunten wir auch ein Triebwerk von General Electrics, welches beim Airbus A300, der Boeing 747 und bei der DC 10 eingesetzt worden ist. Dieses hat so viel Schub, dass man damit ein 23,2 Tonnen schweres Gewicht aus dem Stand senkrecht in der Luft halten könnte! 

Das Triebwerk in der Seitenansicht. Die Verkleidung fehlt offensichtlich. Die Schaufeln des Fans sind gut zu erkennen.

Das Triebwerk in der Seitenansicht. Die Verkleidung fehlt offensichtlich. Die Schaufeln des Fans sind gut zu erkennen.

Anschließend durften wir einen Blick in eine große Wartungshalle für Triebwerke werfen. Auf tausenden Quadratmetern werden die Triebwerke der Kunden dort, falls notwendig, in jedes noch so kleine Bauelement zerlegt. Verschiedenste Teile werden mithilfe modernster Techniken genaustens unter die Lupe genommen und repariert. Zu guter letzt wird dann natürlich alles wieder fachgerecht zusammengebaut. 

Weitere spannende Einblicke erhielten wir in den zahlreichen Flugzeughangars. Hier ist wirklich eine weite Bandbreite unterschiedlicher Maschinen zu finden: Angefangen bei regulären Linienmaschinen, welche ihre regelmäßigen Checks absolvieren, über große Privatjets, die mit jedem erdenklichen Luxus ausgestattet werden, bis hin zu Regierungsmachinen, die für ihre Sondereinsätze gerüstet werden. Da ist es verständlich, dass auch der ein oder andere Flieger durch Sichtschütze verdeckt war! 

Auf dem Gelände befindet sich auch eine kleine Kammer mit Relikten aus vergangenen Zeiten, wie beispielsweise ein alter Procedure-Trainer aus den 60er Jahren. Da kann man es sich natürlich nicht entgehen lassen, selbst mal drinnen zu sitzen.

Im Procedure Trainer

Im Procedure Trainer

So verging die Zeit wie im Fluge und viel zu schnell war unsere Tour vorbei. Ich denke, es war eine tolle Möglichkeit, um viele Dinge aus der Theorie auch einmal in der Wirklichkeit zu sehen und ein bisschen über den Tellerrand der Flugschule hinauszuschauen. Herzlichen Dank an dieser Stelle an Lufthansa Technik, die das möglich gemacht hat.

Zum Abschluss des Tages durfte dann natürlich auch ein Besuch beim DLR (Deutsches Luft- und Raumfahrtzentrum), nur eine Querstrasse entfernt, nicht ausgelassen werden. Schließlich ist das der Ort, an dem für alle von uns – nach bestandenem Auswahlverfahren – der Traum vom Fliegen ein großes Stück näher rutschte. 

Der LHG12 vor dem DLR-Gebäude - Die Kursfahne darf natürlich nicht fehlen!

Der LHG12 vor dem DLR-Gebäude – Die Kursfahne darf natürlich nicht fehlen!

Das soll es zunächst gewesen sein, ich hoffe euch hat der Einblick in unseren Kursausflug (beziehungsweise hinter die Kulissen der Lufthansa Technik) gefallen. Bis zum nächsten Mal und bis bald an der Flugschule,

Valentin