Hallo ihr Lieben,

wir Flugbegleiter beherrschen unsere ganz eigene Sprache. Daher möchte ich euch heute ein paar der gängigsten Wörter des Flugbegleiter-Alphabets vorstellen.

Dani on Tour

  1. A = A wie Airbus, der Flugzeughersteller. Flugbegleiter unter sich lieben Abkürzungen. Deshalb kürzen wir den Flugzeugtyp Airbus ganz einfach mit A ab. Es gibt also den A320, den A340, meinen persönlichen Lieblingsflieger den A380 und noch ein paar mehr.
  2. B = B wie Bassinet. Damit es auch die kleinsten Passagiere bei uns an Bord bequem haben, können die Eltern im Vorfeld ein Baby-Bassinet, ein Babybettchen, bestellen. Dieses kann dann in der Mutter-und-Kind-Reihe in einer speziellen Verankerung an der Wand montiert werden.
  3. C = C wie Crew. In der Fliegerei unterscheidet man zwischen Cabin Crew und Cockpit Crew. Trotzdem treten wir aber am Ende als Team auf.
  4. D = D wie Duty Time. Die Duty Time ist die Dienstzeit eines Flugbegleiters vom Checkin bis zur Nachbereitung.
  5. E = E wie Erste Hilfe. Alle Flugbegleiter durchlaufen während der Ausbildung ein Erste Hilfe Training. So sind wir bestens auf alle Eventualitäten vorbereitet. Im Notfall wären wir durch unsere intensives Training sogar in der Lage, bei einer Geburt zu assistieren.
  6. F = F wie Flugzeug. Das Flugzeug ist des Flugbegleiters Büro. Ein Büro über den Wolken bei dessen Verlassen man plötzlich am anderen Ende der Welt steht.
  7. G = G wie Galley. Als Galley bezeichnen wir Flugbegleiter die Bordküche. Der für die Küche verantwortliche Flugbegleiter wird bei Lufthansa übrigens Galleymaus genannt. Von Kollegen anderer Airlines habe ich schon gehört, dass sie anstelle der Galleymaus einen Galleybird haben.
  8. H = H wie Halfsize Trolley. Das wohl bekannteste Arbeitsmittel eines Flugbegleiters ist der Trolley. Dabei unterscheiden wir zwischen einem Fullsize und einem Halfsize Trolley. Der Getränketrolley ist dabei wohl der klassischste Halfsize Trolley.
  9. I = I wie Infant. Kleinkinder unter zwei Jahren werden in der Flugbegleiter-Sprache als Infant bezeichnet.
  10. J = J wie Jump Seat. Als Jump Seat bezeichnet man den Flugbegleitersitz. Hier sitzen wir zum Start und zur Landung. Damit der Sitz danach nicht im Weg ist, lässt er sich dann ganz einfach wie ein Klappstuhl einklappen.
  11. K = K wie Klarmeldung. Bevor das Flugzeug startklar ist, muss der Purser die Kabine „klarmelden“. Das bedeutet, dass die Flugbegleiter alle sicherheitsrelevanten Dinge überprüfen. Dazu gehört neben dem Sichern der Trolleys auch das Checken, ob alle Passagiere ordnungsgemäß angeschnallt sind. Eine Klarmeldung muss übrigens auch kurz vor der Landung erfolgen.
  12. L = L wie Langstrecke. Bei Lufthansa wird alles über 4 Stunden Flugzeit von einem Langstreckenflugzeug bedient. Daher sprechen wir Flugbegleiter dann von der Langstrecke.
  13. M = M wie MuKi-Reihe. Als MuKi-Reihe bezeichnen wir die Mutter-Kind-Reihe. Nur in dieser Reihe gibt es die schon erwähnte Halterung für das Baby-Bassinet.
  14. N = N wie Nachtflug. Als Nachtflug bezeichnen wir Flugbegleiter einen Flug, der durch die deutsche Nacht fliegt. Diese Flüge sind besonders anstrengend, da selbst der erfahrenste Flugbegleiter in der Nacht müde wird.
  15. O = O wie on blocks. „On blocks“ beschreibt den Zustand, sobald man die Parkposition erreicht hat und die Bremsklötze am Flieger angebracht wurden.
  16. P = P wie Pasta. Was wäre ein Flug ohne die immerzu beliebte Pasta? Die gibt es übrigens auch immer in allen Klassen.
  17. Q = Q wie QRH. QRH steht für das Quick Reference Handbook. Das QRH ist quasi wie ein Spickzettel für uns Flugbegleiter. Darin finden wir unter anderem eine Checkliste für den Fall eines medizinischen Notfalls an Bord. Natürlich beherrschen wir unsere Verfahren auch im Kopf, aber so hat man im Ernstfall noch mal etwas in der Hand, an dem man sich entlanghangeln kann. So stellen wir sicher, dass wir auch wirklich nichts vergessen.
  18. R = R wie Request. Request ist Lufthansa das heilige Wort. Lufthansa gibt seinen Flugbegleitern mittels eines Requestsystems die Möglichkeit, Flüge zu requesten und damit den Dienstplan aktiv mitzugestalten. Das ist in einem Beruf, in dem man sehr viel unterwegs ist, wirklich hilfreich, da man so an wichtigen Terminen zu Hause sein kann. Und noch dazu erlaubt einem das Request-System sich bestimmte Destinationen zu „wünschen“. So setze ich meine Requests zum Beispiel meistens auf Los Angeles.
  19. S =  S wie „SPML“. „SPML“ ist die Abkürzung für Special Meal. Die Passagiere können bis zu 24 Stunden vor Abflug ein Sonderessen bestellen. Dies ist besonders für Passagiere mit Allergien oder Unverträglichkeiten ein tolles Angebot.
  20. T = T wie Toilettencheck. Sicherheit steht bei Lufthansa an erster Stelle. So gehört der regelmäßige Toilettencheck während eines Fluges genauso dazu wie die Sicherheitsvorführung zu Beginn eines Fluges. Bei dem Toilettencheck überprüfen wir sicherheitsrelevante Dinge wie die Rauchmelder oder den stationären Feuerlöscher.
  21. U = U wie UM. „UM“ bedeutet „unaccompanied minor“ und steht für ein alleinreisendes Kind. Diesen Service können Eltern für ihr Kind buchen, falls das Kind alleine fliegen muss. So wird das Kind vom Anfang bis zum Ende begleitet und die Eltern müssen sich keine Sorgen machen, dass ihr Sprössling auf der Reise verlorengeht.
  22. V = V wie „Wir brauchen Hilfe“. Das Zeichen „V“ steht im Falle eines Notfalls dafür, dass man Hilfe benötigt. Auch das lernt man übrigens in der Flugbegleiterschulung.
  23. W = W wie Wheelchair. Gäste, die nicht mehr so fit zu Fuß unterwegs sind, können einen Wheelchair-Service, also einen Betreuungsdienst ordern. So müssen die Gäste die teilweise langen Wege am Flughafen nicht zu Fuß zurücklegen, sondern werden von unseren charmanten Boden-Kollegen begleitet.
  24. X = X wie X-Ray. Wenn Piloten über den Funk kommunizieren, benutzen sie zum Buchstabieren dafür das IATA-Alphabet. Umgangsprachlich wird das auch das „Piloten-Alphabet“ genannt. Das Alphabet ist überall auf der Welt gleich und eignet sich so super für die Fliegerei.
  25. Y = Y wie „Y/Cl“. „Y/Cl“ ist die Abkürzung für die Economy Class.
  26. Z = Z wie Zeitverschiebung. Die Zeitverschiebung ist auf der einen Seite ein Leid, mit dem man sich als Flugbegleiter rumschlagen muss, da die Zeitverschiebung oft Schuld an schlaflosen Nächten ist. Auf der anderen Seite bringt einem die Zeitverschiebung auch mehr vom Tag. So landen wir zum Beispiel pünktlich zum Mittagessen in Los Angeles, obwohl wir früh morgens in Frankfurt mit einem 11-stündigen Flug gestartet sind.

 

Ich hoffe, euch hat mein kleiner Einblick in die Abkürzungen und Begriffe in der Welt der Flugbegleiter gefallen. Falls ihr mehr sehen wollt, folgt mir doch gerne auch auf Instagram und flyingsurf.de.

Bis ganz bald.

Eure Dani

P.S.: Habt ihr schon meine Videoclips auf YouTube/BeLufthansa gesehen? Dort findet ihr die Playlist Lufthansa Flugbegleiterin Dani on Tour :-)

 

 

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