Ein Praktikum verschafft uns viele Arbeitserfahrungen. Wir lernen Jobprofile, Firmen und ganze Industrien kennen, koennen uns ueberlegen “ob das etwas fuer mich ist” und uns gleichzeitig durch unser Handeln empfehlen und auf uns aufmerksam machen beim potenziellen spaeteren Arbeitgeber.

Doch gerade wenn man wie ich ein Praktikum im Ausland absolviert, sollte man auch seine Freizeit nutzen, um moeglichst viel zu sehen und zu erleben. Deswegen moeche ich heute ein wenig auf die Stadt Shenzhen eingehen und wohin es mich sonst so verschlagen hat und wird in China. Meine Wochenenden und die neun Urlaubstage muessen schliesslich gut genutzt werden!

Shenzhen mit seinen rund 13 Mio. Einwohnern liegt an der Kueste im Suedosten Chinas, direkt an der Grenze zu Hongkong. Entsprechender Anpassungsbedarf besteht fuer den Norddeutschen beim lokalen Klima. Seit gut 4-6 Wochen ist die Temperatur auch nachts nicht mehr unter 25 Grad Celsius gefallen, und oft ist die Luft sehr feucht und schwer, sodass ich zum echten Fan von Klimaanlagen werde. Aber es hat natuerlich auch sein Gutes, nach Feierabend fuehlt man sich direkt in Urlaubsstimmung, und der Swimmingpool in unserem Wohnkomplex ist meine erste Anlaufstelle wenn ich nach Hause komme.

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unser Praktikantenpool

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3 Stunden, 300 Hoehenmeter, 30 Grad, 300% Luftfeuchtigkeit – Warum tue ich mir das an?

 

Weitere Ziele in Shenzhen sind die vielfaeltigen Restaurants in der Stadt. Jede der zahlreichen chinesischen Kuechen, ob scharf beim Hotpot (eine Art Fondue), Nudeln und Brot aus dem Norden und Westen, oder Dimsum als local food, die Vielfalt der Menschen in der Stadt (gefuehlt 95% der Einwohner sind zugezogen) bringt ebenso viel gutes Essen mit sich.

Direkt an Shenzhen grenzt Hongkong. Am Wochenende kann man dorthin schnell und einfach mit dem Bus fuer umgerechnet 6,50 EUR fahren. Nicht nur der Linksverkehr zeigt den britischen Einfluss in der Stadt. Fuer einen Europaeer ist es vielleicht “China Light”, man findet sich irgendwie schneller zurecht in dieser Ost-West-Mixtur.

Doch Hongkong ist nicht nur Grossstadt, genauso wie in Shenzhen ist man binnen kurzer Zeit in der Natur. “Hiking” ist hier auf beiden Seiten der Grenze Volkssport; die Berge, der Wald, Insellandschaften und Straende machen es einem aber auch wirklich leicht. Nur die Lufttemperatur ist fuer mich im Moment ein echtes Hindernis auf dem Weg zu neuen Hoechstleistungen.

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Hongkong Central – wie quetsche ich moeglichst viel Wohnraum zwischen Wasser und Berghang?

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Blick auf Hongkong Island

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Das weniger urbane Hongkong – den Thailand Trip kann ich mir fast sparen

 

 

 

 

 

 

 

 

Ebenfalls einen Wochenendtrip wert ist Macau. Am besten kommt man von Shenzhen aus mit der Faehre in die ehemals portugiesische Kolonie. Ich habe mich an einigen Orten genau wie in Lissabon gefuehlt. Und an anderen Orten wie in Las Vegas: Hier gibt es mindestens so viele Casinos und Hotels, wo ich mein Praktikantengehalt zum Glueck noch nicht ganz verspielt habe.

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oben: „Little Lisbon“ unten: Alter Leuchtturm in Macau, an dem noch heute Taifun-Warnzeichen angebracht werden.

Ein klassisches Ziel fuer jeden Chinatouristen ist Guilin. Die Berge in der Region hat fast jeder schonmal auf Bildern gesehen, und sind die drei Stunden Zugreise von Shenzhen aus mehr als Wert. Hier habe ich auch die klassisch chinesische Art des Reisens miterlebt. In einer Gruppe ging es zunaechst auf eine Bootstour und spaeter mit dem Bus zu 3 weiteren Zielen. Das alles gefuehrt von einem Guide mit gelber Signalflagge und Mikrofon, mit dem wir pausenlos beschallt wurden. Die Tour began morgens um 7 Uhr, und 12 Stunden spaeter wurden wir voellig fertig wieder im Hotel abgeliefert. Effizienz im Urlaub wird hier wirklich gross geschrieben. Ist aber auch verstaendlich, wenn man bedenkt dass das chinesische Arbeitsgesetz ein Minimum von nur sechs Urlaubstagen vorschreibt.

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Guilin und Bootstour auf dem Li River

 

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Photostop der Reisegruppe. Ich hoffe auf den geschossenen Fotos sieht die Armhaltung nicht mehr ganz so merkwuerdig aus.

Kommende Woche bekomme ich Besuch von meiner Familie, dann werden wir uns weiter in den Norden begeben: Shanghai, Hangzhou und natuerlich Peking mit der Chinesischen Mauer stehen auf dem Plan. Wir machen uns vielleicht manchmal lustig ueber chinesische Reisegruppen, die Mammutprogramme durch Europa durchziehen, aber unser Reiseplan in China ist mindestens genauso voll und durchgeplant. Wenn man so weit reist, moechte man schliesslich auch viel sehen und erleben.

Ihr seht, es gibt viel zu tun, auch abseits des Schreibtisches. Binnen 3-4 Flugstunden erreicht man vom Flughafen Shenzhen auch Japan, Suedkorea, Taiwan und Thailand, Laos oder Singapur. Aber das muss ich mir wohl fuer meinen naechsten China-Aufenthalt vornehmen, denn jetzt sind schon mehr als zwei Drittel meines Praktikums vorbei und die Urlaubstage aufgebraucht.

Viele Gruesse,

Nils

 

Ps. Als Fussballfan ist es derzeit nicht leicht fuer mich, aber auch ein 0:0 morgens um 5 kann uns nicht schrecken!

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