Mittlerweile war klar ich will Frühauslerner werden, ergo meine Ausbildung um 6 Monate verkürzen. Diese Möglichkeit bietet die Lufthansa Technik allen Auszubildenden, die die entsprechende Leistung bringen.

Daumen hoch – nach einer Ausbildung bei Lufthansa Technik bieten sich verschiedene Chancen.

Und jetzt kommen wir nach zweiteiligem Anlauf auch endlich auf den Kernpunkt meiner Beiträge: Chancen bei der Lufthansa!

Einem werden diverse Möglichkeiten angeboten, welchen Weg man nach der Ausbildung einschlagen kann.

Man kann als Mechaniker, in meinem Fall als FI (Fluggerätinstandhalter), in eine Werkstatt gehen und Geräte überholen und reparieren. Dort gibt es den Spezialfacharbeiter 1 und 2 als Entwicklungsstufen.
Man kann mit etwas Glück einen der wenigen Plätze im Dock ergattern und Flugzeuge warten, ausbauen, anpassen und vieles mehr, sowie eine Fortbildung zum BMST (Base Maintenance Senior Technician) machen.
Man kann sich nebenberuflich zum staatlich geprüften Techniker, Technischen Betriebswirt oder Meister ausbilden lassen und, wenn man einen Teilzeitvertrag bekommt, sogar neben dem Beruf studieren.
Ebenso gibt es ein Programm, das sich destinationBachelor (Ähnlichkeiten mit einem Dualen Studium) nennt.
Oder, wenn man will, kann man immernoch weiter die Schulbank besuchen und sein Abitur nachholen. Auch kann man während der Ausbildung bei der Berufsschule seine Fachhochschulreife erlangen (Ausbildung Plus).

Für mich war klar: ich möchte nicht unbedingt mein restliches Leben Mechaniker bleiben. Es macht mir Spaß und ist für ein paar Jahre eine Option. Als meine Absicherung möchte ich es auch nicht als „Notnagel“ bezeichnen. Dafür war es zum einen zu anspruchsvoll und hat mir zum anderen zu viel Spaß gemacht und mir Dinge gezeigt, die ich vorher nicht kannte.

destinationBachelor

Also was tun von den vielen Möglichkeiten, die mir geboten werden? Ich schaute mir aufgrund meiner ursprünglichen Suche nach einem Dualen Studium, welches mir durch meinen Abiturschnitt leider verwehrt geblieben ist – und hier kann ich nicht ruhigen Gewissens wie im ersten Teil meiner Berichte external attribuieren, denn das wäre plump gelogen – destinationBachelor an.
Dies ist ein Programm für leistungsstarke Azubis, die im Anschluss an ihre Ausbildung ein Studium hängen wollen – mit Unterstützung von, aber auch Verpflichtung für die Lufthansa Technik.
Klingt interessant? Ist es auch!
Es sind gibt ein Paar Hürden, die es zu bewältigen gilt, aber dann läuft’s. Ich habe mir also einen Flyer von dem Programm gesucht, in dem die Hürden aufgelistet waren:

Hochschulreife – Check
Gute Leistungen während der Ausbildung – auf einem guten Weg
Immatrikulation in einem von 5 Studiengängen an einer von 2 Hochschulen – vielleicht machbar

Alles machbar, durch meine Bereitschaft über die Ausbildung hinweg war ich auf einem guten Weg. Doch nun galt es den Rest zu meistern.
„First things first“ – Frühauslernen und eine möglichst gute Abschlussprüfung waren angesagt.
Das war ein hartes Stück Arbeit. Viel Stoff, wenig Zeit, aber die richtige Motivation und Kollegen, die auch Frühauslernen wollten und mit denen man gemeinsam gelernt hat. Wir haben uns die letzten 3 Monate vor der Abschlussprüfung intensiv nach der Arbeit und das eine oder andere mal auch am Wochenende getroffen und gemeinsam gebüffelt ohne Ende. Und das alles nur für die schriftliche Abschlussprüfung. Für die praktische gab es eine Vorbereitungswoche in der Lehrwerkstatt, mehr aber auch nicht.
Es kam die schriftliche Abschlussprüfung und ich fühlte mich recht fit. Nur die Zeit, die man hat, ist knapp bemessen, daher volle Konzentration. Eine gute Note war mein Ziel, sonst wäre es mit destinationBachelor schwierig geworden, bevor es überhaupt angefangen hat. Stunden später, nach der Prüfung, war ich recht zufrieden, konnte aber aufgrund der Fülle der Aufgaben und des Schwierigkeitsgrades nicht beurteilen, ob es gereicht hatte oder nicht.

Einen Monat später folgte dann die Praktische Abschlussprüfung: Reifen- und Bremsenwechsel an einem Übungsfahrwerk bei uns in der Lehrwerkstatt unter den Augen von Ausbildern der Lufthansa Technik, Ausbildern von Airbus, Lehrern und Abgeordneten der IHK.
Alle nur da, um zu gucken, ob ich alles richtig mache. Ich war natürlich wie alle anderen auch sehr angespannt, jetzt kam es darauf an das Gelernte auch anzuwenden und richtig zu machen. Und nebenbei auch noch alle Fragen beantworten, die man mir stellte…

Da musste man aufpassen, nichts Falsches zu sagen. Es wurde alles in die Note mit eingerechnet. Doch es hat geklappt, die Noten passten und ich war Teilnehmer in destinationBachelor.
Zu diesem Thema werde ich allerdings ein anderes Mal schreiben.

Es sei abschließend gesagt: bei der Lufthansa Technik gibt es viele Möglichkeiten als Startpunkt in eine Arbeitswelt mit diversen Weiterbildungsmöglichkeiten, aber auch als Sprungbrett, wenn man innerhalb der Luftfahrt bleiben möchte.

Wohin soll es gehen?