Hallo zusammen! Wir sind inzwischen schon eine Weile aus unserem Einsatz im Senegal zurück – Zeit, euch davon kurz zu berichten.

Im Rahmen des StartCargo Traineepgrogramms wird uns ermöglicht, eine Woche einen sozialen Einsatz frei zu planen und durchzuführen. Wir haben uns entschieden, ein Projekt der help alliance, der lufthansaeigenen Hilfsorganisation, zu unterstützen. Nach ersten Gesprächen hat sich für das Projekt Leona in St. Louis, Senegal die beste Möglichkeit ergeben, auch innerhalb der kurzen Zeit von einer Woche vor Ort etwas zu bewirken. Das Ausbildungszentrum nördlich der senegalesischen Hauptstadt Dakar ermöglicht jungen Frauen nach der Schule eine Ausbildung zu erhalten und Englisch zu lernen. Ein integrierter Kindergarten bereitet die jüngsten zudem auf die Schule vor und entlastet junge Familien. Ein sehr spannendes und erfolgreiches Projekt in einem Land, welches mit starkem Bevölkerungswachstum und einer hohen Armutsquote zu kämpfen hat. Für uns außerdem besonders: wir sollten mit einem unserer Frachtflugzeuge zum Einsatzort fliegen.

Auf dem Weg nach Afrika

Am 25.02. früh morgens war es so weit: Am Lufthansa Cargo Center am Flughafen Frankfurt haben wir uns mit der Crew getroffen, die uns nach Dakar fliegen sollte. Auf dem Vorfeld war bereits reges Treiben und die letzte Fracht wurde in die MD-11 verladen. Gemeinsam mit dem Kapitän machten wir den obligatorischen Sichtcheck der Maschine und nahmen dann auf den beiden bequemen Kuriersitzen Platz – unser zu Hause für die nächsten 6 Stunden.

Der Flug über beeindruckende Wüstenlandschaften in Westafrika bis an das südliche Ende der Sahara verging sehr schnell. Als wir dann mittags pünktlich auf dem neuen Flughafen Dakar aufsetzten, war es bereits über 25 °C warm – ein krasser Unterschied zu den Frosttemperaturen in Deutschland. Wir begaben uns zur Immigration, während die MD-11 nach einer kurzen Tankpause bereits weiter Richtung Südamerika flog. Von Dakar ging es dann noch gute vier Stunden gemeinsam mit dem Leiter des Ausbildungszentrums vor Ort, Papa Moussa, im Auto bis nach St. Louis an der senegalesischen Atlantikküste.
Die Fahrt durch endlose Savannenlandschaft mit vereinzelten Affenbrotbäumen, unter welchen Ziegen grasten, wurde nur selten durch den einen oder anderen Ort unterbrochen. Für uns war alles sehr neu: von der geteerten Hauptstraße gingen nur Sandpisten ab, die Häuser waren sehr einfach gebaut und bestanden teils nur aus Stroh, überall wimmelte es von Kühen, Ziegen und Schafen, Pferdekarren transportierten die wichtigsten Güter und Ampeln gab es prinzipiell nicht. In St. Louis war bei unserer Ankunft am frühen Abend reges Treiben, Menschen strömten von und zum Markt und ein Heer von uralten Taxis suchte sich einen Weg durch das Straßengewirr. Uns war schnell klar: hier spielt sich alles auf der Straße ab.

 

An unserem ersten Abend erkundigten wir die alte Kolonialstadt und machten uns einen ersten Eindruck von der Lage vor Ort. Als wir bei einem Straßenverkäufer ein Baguette kaufen wollten, waren wir sofort umringt von einer Traube kleiner Jungen: sogenannte Talibe, Koranschüler, welche in internatartigen Schulen kostenfrei von Marabouts unterrichtet werden. Damit die Kinder Bescheidenheit lernen und überhaupt etwas zu essen haben, werden sie von den Lehrern zum Betteln geschickt. Eine unheimliche Erfahrung für uns.

 

Unser Einsatz

Unser Ziel war es den Menschen vor Ort in der einen Woche so viel wie möglich zu helfen und etwas zu hinterlassen, von dem sowohl die Schülerinnen, als auch die Lehrer nachhaltig profitieren. Am ersten Tag ging es natürlich erst mal darum das Ausbildungszentrum, die Lehrer und die Schüler kennenzulernen und dabei unsere Französischkenntnisse wieder aufzupolieren. Dazu haben wir die Frisörklasse, die Gastronomieklasse und die Nähklasse des Ausbildungszentrums besucht und auf Wunsch des Schulleiters versucht, uns auf Englisch mit den Schülern zu unterhalten, da viele von Ihnen später auch in der Tourismusindustrie arbeiten werden.


Das Ausbildungszentrum hatte vor 10 Jahren das neue Gebäude eingeweiht, welches aufgrund der intensiven Nutzung und der geringen Qualität der Bausubstanz einiges an Renovierungsbedarf aufzuweisen hat. So hieß es für uns zunächst gemeinsam mit dem Hausmeister zu erörtern, welche Ausbesserungsarbeiten am dringlichsten sind (von der Ausbesserung von Wänden, über Fliesenlegen, bis hin zum Pflanzen von neuen Grünanlagen war hier einiges notwendig).


 

Am nächsten Tag haben wir dann mit unseren Ausbesserungsarbeiten begonnen und die Materialien auf dem lokalen Markt eingekauft und mit einem Pferdekarren zum Ausbildungszentrum fahren lassen. In den nächsten 3 Tagen haben wir dann neue Fliesen auf der Dachterrasse und im Hof verlegt, Wände ausgebessert und insgesamt 100 Kilogramm Zement verarbeitet (Leider mussten wir den Zement mit einem einfachen Stock anrühren, was die Arbeit natürlich erschwerte). Ein besonderes Highlight war es für uns dann gemeinsam mit den Kindergartenkindern eine neue Grünanlage anzulegen und junge Pflanzen einzupflanzen. Die 40 Kinder haben uns dabei ganz schön auf Trapp gehalten.

Abends, nach den Ausbesserungsarbeiten, war erst mal nicht Feierabend, sondern ein Deutschkurs mit den Lehrern angesagt. Eine Woche lang konnten wir den Lehrern so jeden Abend einen 2-stündigen Deutschkurs anbieten, was uns, wie auch den Lehrern sehr viel Spaß gemacht hat. Uns hat es sehr begeistert, mit welcher Motivation die Lehrer dies angegangen sind und auch nach unserer Unterrichtseinheit und am nächsten Morgen noch weiter gelernt haben. So haben wir die Fortschritte wirklich jeden Tag sehen können und wir sind uns sicher, dass wir auch hier etwas beitragen konnten, von dem die Lehrer und letzten Endes dann auch die Schüler profitieren werden. Denn was man den Menschen vor Ort angemerkt hat, war der Wille, mit den Möglichkeiten die man hat, so viel wie möglich zu erreichen und zu lernen.

So blicken wir auf eine Woche zurück, die für uns eine tolle Erfahrung dargestellt hat und in der wir ein Land wie den Senegal von einer ganz speziellen Seite kennenlernen konnten. Wir hoffen natürlich, dass unser Einsatz vor Ort den Menschen zumindest ein wenig geholfen hat und dass das Projekt auch langfristig viel Unterstützung bekommen wird.